FUSSBALL – 3. LIGA: Gjasula ist mehr als eine Verteidigungs-Alternative

Der neue Fels in der Brandung

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Kein Durchkommen für Freiburgs Nils Petersen. Jürgen Gjasula (vorne) geht in seiner neuen Rolle als Innenverteidiger beim 1. FC Magdeburg auf.

Magdeburg – Er hat sein ganzes Fußballerleben im Mittelfeld verbracht. Eher aus der Not heraus wurde er beim 1. FC Magdeburg in die Innenverteidigung verbannt.

Eine Rolle, die Jürgen Gjasula nach drei Spielen richtig gut angenommen hat. Damit ist der 33-Jährige mehr als nur eine Alternative auf der Position.

Dustin Bomheuer ist schon seit Wochen verletzt. Und wird so schnell wohl auch nicht wieder spielen können. Tobias Müller fiel mit einer Gehirnerschütterung für das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim aus. Björn Rother saß noch seine Rot-Sperre ab. Und Youngster Philipp Harant war angeschlagen. Trainer Stefan Krämer gingen die Spieler in der Defensive aus. Und so ließ er gegen Mannheim neben dem gelernten, aber noch unerfahrenen Innenverteidiger Brian Koglin den erfahrenen Mittelfeldakteur Gjasula auflaufen. Ein Experiment, das noch nicht so ganz aufging.

Drei Tage später in Meppen konnte Müller wieder spielen. Gjasula blieb auf der Position. Und machte seinen Job dort beim 3:1-Auswärtssieg erstaunlich gut. Im DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg war Gjasula erneut Innenverteidiger und harmonierte wieder sehr gut mit Müller. Mit 95 Ballaktionen hatte er beim 1. FCM die meisten. „Ich weiß nicht, warum vorher noch kein Trainer darauf gekommen ist. Ich bin ja selbst nicht darauf gekommen“, gesteht er grinsend. Hinten zu stehen, fühle sich für ihn derzeit richtig gut an. „Ich fühle mich wohl und glaube, das passt gut.“ Ob Trainer Stefan Krämer ein echtes Luxusproblem habe, wenn Bomheuer wieder genesen ist, wollte er indes nicht beantworten. Das müsse der Trainer entscheiden.

Der ist voll des Lobes für seinen neuen Innenverteidiger. Weil er eine ungemeine Ruhe ausstrahle und es seinen Gegenspielern aufgrund seiner körperlichen Fitness schwermache, an ihm vorbeizukommen. Seine Passgenauigkeit und Sicherheit am Ball fielen auch in der Partie gegen den SC Freiburg auf. Nur zu gern hätte Gjasula den Platz als Sieger verlassen. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft hat alles rausgehauen.“

Der 33-Jährige hat selbst eine Freiburger Vergangenheit. Er ist nicht nur im Breisgau aufgewachsen, sondern hat beim SC Freiburg in der Jugend Fußball gespielt. „Christian Streich war mein A-Jugend-Trainer, darum war es schon ein besonderes Spiel für mich.“ Eines, in dem er und auch die ganze Mannschaft eine starke Leistung geboten habe. „Ich glaube, man kann viel mitnehmen“, denkt Gjasula an die kommenden Aufgaben in der 3. Liga. „Wir haben einen Bundesligisten vor große Probleme gebracht. Es war ein Spiel auf Augenhöhe.“ Daran gelte es nun anzuknüpfen. Sicher auch am Freitagabend mit ihm, Jürgen Gjasula, als Fels in der Innenverteidigungs-Brandung.

VON SABINE LINDENAU

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