Fußball, Verbandsliga: Lok wird intensiv gejagt / Leistungsträger vor Dessau-Spiel angeschlagen

Die neue Drucksituation

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Kapitän Philipp Groß (links) möchte am Saisonende den Meisterschaftspokal der Fußball-Verbandsliga in Empfang nehmen. Bis dahin werden Groß und der 1. FC Lok Stendal aber gleich von zwei Verfolgern unter Druck gesetzt.

Stendal/Dessau. Der 1. FC Lok Stendal steht schon fast über den gesamten Saisonverlauf hinweg an der Spitze der Fußball-Verbandsliga.

Nahezu krisenfrei spazieren die Altmärker seit Monaten in Richtung Landesmeisterschaft und Oberliga-Aufstieg, doch in den vergangenen Wochen hat sich etwas vielleicht entscheidendes geändert. Aufgrund einiger Unentschieden zu viel hat die Konkurrenz aufgeholt. Im Rennen um die Meisterschaft ist aus dem bravourösen Soloritt des 1. FC Lok ein Dreikampf mit dem BSV Halle-Ammendorf und der überragenden Rückrunden-Mannschaft Romonta Amsdorf geworden. Plötzlich wird die Mannschaft von Trainer Sven Körner intensiv gejagt.

Im Duell um die Oberliga ist die Stendaler Ausgangslage gegenüber dem einzigen Mitbewerber IMO Merseburg bei sechs Punkten Vorsprung nach wie vor bestens. Doch im Titelkampf droht voraussichtlich bis zum Saisonende in drei Wochen jeder Fehler ein Folgenschwerer zu sein. „Die Gegner sind jetzt sehr nah dran. Wir müssen uns verteidigen“, fordert Stendal-Trainer Sven Körner vor dem heutigen Auswärtsspiel beim SV Dessau (15 Uhr). Seine Mannschaft sieht er dabei zumindest psychologisch im Nachteil: „Die hinter uns spielen doch alle frei auf. Wir waren die ganze Saison vorne und haben deshalb jetzt den Druck.“ Dass dieser für die altmärkische Spitzenmannschaft nicht zwingend ein Hemmnis sein muss, zeigte sich in der Vorwoche, als der Haldensleber SC mit 5:0 deklassiert wurde. Ähnlich niveauvoll wie der jüngste Ligaauftritt verlief auch die abgelaufene Trainingswoche. „Das war schon sehr, sehr gut“, sieht Körner die Grundlagen für ein erfolgreiches Auswärtsspiel gelegt.

Gegner Dessau ist allerdings nicht zu verachten. Der SVD hat seine Stärken vor allem im Spiel gegen den Ball und mit 21 Gegentreffern genau so wenig Tore kassiert wie Lok. „Die spielen ein gutes Angriffspressing und lassen wenig auf ihre Kette zukommen“, erwartet Körner einen laufstarken Gegner.

Stendal wird mit einigen personellen Fragezeichen in Dessau aufdribbeln. Leistungsträger wie Moritz Instenberg, Niclas Buschke und Benedikt Nellessen sind angeschlagen. Steven Schubert fehlt mit einer Knöchelprellung mindestens zwei Wochen. Und das bei dieser neuen Drucksituation im Spitzenkampf.

Von Tobias Haack

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