FUSSBALL – OBERLIGA Lok reist zum Titelanwärter TSG Neustrelitz

Der nächste Brocken

Johannes Mahrhold (l.) rückt gegen Neustrelitz wieder in die Startelf, da auf den Außenverteidiger-Positionen kaum noch Alternativen vorhanden sind.
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Johannes Mahrhold (l.) rückt gegen Neustrelitz wieder in die Startelf, da auf den Außenverteidiger-Positionen kaum noch Alternativen vorhanden sind. 

Stendal/Neustrelitz – Knapp eine Woche ist es jetzt her, dass der 1. FC Lok Stendal im eigenen Stadion ein unerwartetes Debakel erlebt hat und dem Ludwigsfelder FC mit 1:6 unterlag. Woran dieser Blackout gelegen hat, wissen die Altmärker selbst nicht so genau.

Na klar, es fehlte vor allem am Grundsätzlichen. An Laufbereitschaft, Einsatz und Moral. Doch weshalb, das ist Trainer Jörn Schulz noch immer ein Rätsel. Die Hoffnung bleibt jedoch, dass es sich bei diesem kollektiven Systemabsturz nur um eine Ausnahme gehandelt hat. Denn bereits morgen (Anstoß: 13. 30 Uhr) steht das nächste schwere Spiel der noch jungen Oberliga-Saison an, auswärts beim Titelanwärter TSG Neustrelitz.

Natürlich lässt sich auch gegen diesen Kontrahenten wieder Böses erahnen für die Stendaler. Bereits im Vorjahr war die Schulz-Elf an gleicher Stelle chancenlos (0:3). Obendrein hat sich die TSG im Sommer erheblich verstärkt und vor allem an Physis und Defensivstärke nachgebessert. Mit Djibril N’Diaye haben die Mecklenburger zudem einen der besten Stürmer der Liga in ihren Reihen, der in drei Spielen schon wieder drei Treffer erzielt hat. Der Saisonstart der Neustrelitzer war mit neun Punkten perfekt. Vor Wochenfrist gelang ein spektakuläres 4:3 bei Blau-Weiß Berlin.

Nein, viel spricht wirklich nicht für den 1. FC Lok. Doch genau das begreift Jörn Schulz als Chance für sein Team: „Nach so einem Ergebnis wie letzte Woche ist es gar nicht schlecht für den Kopf, wenn du krasser Außenseiter bist und auswärts spielst. Die Schwere der Aufgabe ist uns allerdings bewusst. Neustrelitz hat sich gut verstärkt und wird mit Sicherheit eine gute Saison spielen.“ Stendals Trainer mahnt nach dem Rückschlag gegen Ludwigsfelde im Übrigen zu mehr Besonnenheit. „Natürlich darf so ein Ergebnis im eigenen Stadion niemals passieren, aber wir haben vier Punkte. Bei dem Auftaktprogramm hätten wir genau so gut mit null Punkten dastehen können. Von daher ist nicht alles schlecht“, sagt der 42-Jährige.

Ob dem Offenbarungseid vom vergangenen Sonntag personelle Veränderungen folgen, ließ Schulz offen. Eine große Rotation ist jedoch unwahrscheinlich. Zumal Loks Trainer in der Defensive ohnehin zu Umbaumaßnahmen gezwungen ist. Neuzugang Felix Behling muss sich einer (geplanten) OP unterziehen und fällt etwa zwei Wochen aus. Kapitän Philipp Groß laboriert noch immer an Leistenbeschwerden, Benjamin Bubke hat sich im Training das Knie verdreht und Nils Breda kommt nach Rückenproblemen noch nicht wieder auf die Beine. Dem 1. FC Lok fehlt es aktuell an fitten Außenverteidigern, weshalb Johannes Mahrhold wohl in die Startelf zurückkehren wird. Auch Patrick Baudis dürfte mit seiner Körperlichkeit gegen die TSG von Beginn an gebraucht werden. Schließlich muss Stendal wieder besser dagegen halten, um eine neuerliche Klatsche zu vermeiden.

Voraussichtliche Aufstellung des 1. FC Lok Stendal: Giebichenstein - Mahrhold, Schaarschmidt, Hey, Salge - Baudis - Buschke, Gödecke, Kolzenburg, Krüger - Neumann.

VON TOBIAS HAACK

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