Reitturnier zum 65. Geburtstag des RFV Gardelegen gut über die Bühne gebracht

Nach Abwurf kaum eine Chance

Der Gieseritzer Stephan Lerche (hier auf Fanfarron) nahm vom Turnier in Gardelegen einige Schleifen mit nach Hause. Fotos: Schulze-Wührl

Gardelegen. Licht und Schatten, Sonne und Wolken, Freude und die ein oder andere Enttäuschung, wenn beim Springen beispielsweise ausgerechnet am letzten Hindernis eine Stange fiel oder eine Dressurlegion nicht so gut klappte, lagen am Wochenende beim Reitturnier zum 65.

Geburtstag des Reit- und Fahrvereins (RFV) Gardelegen dicht beieinander. War es Freitag zum Auftakt des dreitägigen Pferdesportevents teilweise extrem heiß und trocken, wurde das Turnier am Tag darauf von Regenschauern überschattet und war es am Abschlusstag wieder hochsommerlich warm.

All das tat dem Zuschauerzuspruch und der Motivation der Athleten im und unter dem Sattel keinen Abbruch. In 25 Dressur- und Springprüfungen eiferten sie um Siege und Platzierungen. Dass die Turnierleitung unter Regie des neuen RFV-Vorsitzenden Marko Kutz am Ende sage und schreibe 40 goldene Schleifen vergeben hatte, lag daran, dass der Zuspruch für mehrere Spring- und auch eine Dressurprüfung so hoch war, dass sie zuvor nach Höhe der Ranglistenpunkte (RLP), die die Reiter in der Saison schon erritten haben, in zwei oder gar drei Abteilungen gesplittet wurden. Und dennoch: Wer sich im Parcours auch nur einen Abwurf leistete, hatte kaum noch Chancen auf eine vordere Platzierung.

Einzige Ausnahmen waren die Stechphasen der Zwei-Phasen-Springen und dann das S*-Springen um den Großen Preis von Gardelegen am Sonntagnachmittag, bei dem es auch um Punkte im W.-Seineke-Partner-Pferd-Cup ging.

Da schafften es von den 34 Pferd-Reiter-Paaren nur drei ins Stechen: Dirk Holländer (Ihleburg) mit Pepita, Hendrik Ernst (Königsborn) mit Cooper und dann noch mal Holländer mit Lansdown. Torsten Ritter (Mahlsdorf) und Kim blieb durch einen Abwurf das Finale ebenso versagt wie Robert Stein (Miesterhorst) mit Linox, die letztlich auf den Plätzen fünf beziehungsweise zehn beste Altmärker der hochkarätigsten Springprüfung der drei Turniertage waren.

Im Stechen lieferten Holländer und Pepita dann in 49.88 sek. ihre zweite Nullrunde ab. Ernst und Cooper waren mit 45.24 sek. zwar deutlich schneller, kassierten für einen Abwurf aber auch vier Punkte – Platz zwei. Mit Lansdown trat Holländer dann nicht mehr im Stechen an, da er ja mit Pepita den Sieg schon in der Tasche hatte.

Dass man sogar mit 16,75 Strafpunkten Zweiter werden kann, belegte im Zwei-Phasen-Springen der Klasse M** Chris Jürgens (Kunrau). Nach Anne Scherer (Berlin) auf Shanaga war er der zweite – und letzte – Reiter, der nach der Umlauf- in die Stechphase gekommen war. Scherer holte sich mit vier Punkten den Sieg.

Dagegen gab es in etlichen anderen Springen reichlich strafpunktfreie Ritte; in der zweiten Abteilung des M*-Springens am Sonnabendmittag beispielsweise 16, und das bei ausdauerndem Regen! Wie gut, dass Stephan Lerche (Gieseritz) und Lewy hier flott und gut unterwegs waren, so sicherten sie sich hinter Andreas Pasewald (Neuenhofe/0/50.07) den zweiten Platz (0/50.48). Zweitbester Altmärker war hier Jens Kampe (Kunrau) mit Lea vom Neumühler Hof auf Rang Platz zehn (0/54.07).

In der M*-Dressur als anspruchsvollste Prüfung im Viereck gingen die vorderen Plätze ins „Ausland“. So sicherte sich Sachsen-Anhalts Landestrainerin Nadine Güssow (Helmsdorf/Gerbstedt) auf Disco’s Fulminant mit 675,00 Punkten den Sieg. Beste Reiterin des gastgebenden nördlichen Landesteils war Laura Elsner (Breitenrode), die mit Ratatouille 651,50 Punkte erreichte und zusammen mit Anna Schlöffel (Wörmlitz) mit Rawina Sechste wurde. Da somit der siebte Platz entfiel, kam Selina Schnell (Klötze) mit Chayenne als Achte (649.08) auf den letzten Schleifenrang.

Bis zur Klasse L* hatte neben Elsner unter anderem Ralf Lahmann (AZ berichtete) die Farben der Altmark achtbar vertreten. In der Kandaren-L** war er auf Samba’s Penelope hinter Julia Schönherr (Flötz) auf Leon guter Zweiter geworden. Weitere Schleifen in den Dressuren holten unter anderem Ellen Schulze (Mieste), Nadine Fritsche, Michaela Struck, Christoph Schulz (alle Kemnitz) und Antje Deparade-Müller.

Von Meike Schulze-Wührl

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