FUSSBALL – 3. LIGA FCM mit dem ersten Schritt raus aus dem Keller

„Es muss so weitergehen“

Jung, wild, treffsicher: Maximilian Franzke (21 Jahre) ebnete mit seinem 1:0 den Weg zum FCM-Sieg, Raphael Obermair (hinten) legte nach.
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Jung, wild, treffsicher: Maximilian Franzke (21 Jahre) ebnete mit seinem 1:0 den Weg zum FCM-Sieg, Raphael Obermair (hinten) legte nach.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Magdeburg – Es war nur ein kleiner Schritt. Ein Anfang. Vielleicht aber auch ein Durchbruch. Nach dem 2:1-Erfolg am Sonnabend gegen den FC Bayern München II kann der 1. FC Magdeburg ein wenig durchatmen. Der Drittligist steckt aber weiterhin tief drin im Abstiegssumpf.

Die Mannschaft muss am Sonnabend in Kaiserslautern nachlegen. Um sich und auch ihren Trainer zu retten. Die Analyse zeigt auf, was für den FCM spricht.

Dabei: Jürgen Gjasula (l.) und Sören Bertram.

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten. Eine Phrase, die an der Elbe aber erst einmal ankommen musste. Über 60 Minuten, zuletzt auch über 70 Minuten zeigten die Magdeburger, dass sie in der 3. Liga mithalten können. Doch hintenraus brachen sie stets ein. Nicht so am Sonnabend gegen die „kleinen“ Bayern. Kampfgeist und Wille blieben über die volle Distanz hoch. Der FCM trat geschlossen auf, als eine Einheit. So, wie es Trainer Thomas Hoßmang von Anfang an eingefordert hatte.

Kapitän Christian Beck musste auf der Bank Platz nehmen, für ihn lief Daniel Steininger von Beginn an auf. Der Chefcoach schenkte den jüngeren Spielern das Vertrauen. Und die jungen Wilden zahlten es mit Toren zurück. Maximilian Franzke, gerade einmal 21 Jahre alt, brachte Blau-Weiß mit 1:0 in Führung. „Das Gefühl war sehr schön“, meinte der Torschütze nach Abpfiff lächelnd. „Ich habe nicht lange nachgedacht, hab draufgezogen.“ Raphael Obermair, der das 1:0 noch mit vorbereitet hatte, stellte wenig später auf 2:0. „Ich habe gesehen, dass das lange Eck offen ist und hab den Ball reingeschoben“, blickte der 24-Jährige auf seinen Treffer zurück. Für ihn war es bereits das dritte Saisontor. Beide Neuzugänge wussten zu überzeugen. Und präsentierten im Verbund mit ihren Teamkollegen phasenweise einen Angriffsfußball, der Spaß macht. Allerdings erst in der zweiten Halbzeit.

Wenn der Gegner einen Freistoß oder eine Ecke bekommt, beginnt meist das Zittern beim FCM. Zu oft fielen Gegentore nach Standardsituationen. Und obwohl die Münchner 17 Freistöße und fünf Eckbälle bekamen, landete kein Ball im Tor. Zum Vergleich: Die Magdeburger kamen nur auf zwei Ecken und neun Freistöße. Ihre Treffer erzielten sie aber aus dem Spiel heraus.

Von der Tribüne aus beobachteten Jürgen Gjasula und Sören Bertram das Geschehen. Die beiden Routiniers waren vor gut zwei Wochen freigestellt worden. Dass sie dabei waren, könnte ein positives Signal für ihre Rückkehr ins Mannschaftstraining sein. Nach dem Schlusspfiff gingen beide zu ihrem Team auf den Rasen, klatschten auch mit den Trainern ab. Hoßmang hielt sich aber noch bedeckt. Weitere Gespräche mit den Suspendierten sollen in dieser Woche folgen. Nach zwei freien Tagen steigt die Mannschaft heute wieder ins Training ein.

„Wir haben sehr gut nach hinten gearbeitet, viel kommuniziert und kompakt zusammengestanden“, fasste Luca Sliskovic zusammen. Der Neuzugang vom FC Winterthur hatte seinen ersten Saisontreffer nur knapp verpasst. Das ärgerte den Offensivspieler natürlich etwas. Doch das Auftreten als Einheit stimmt ihn zuversichtlich. Auch die beiden Torschützen sehen das ähnlich. Am kommenden Sonnabend geht es zum 1. FC Kaiserslautern, acht Tage später zum FC Ingolstadt. „Das werden zwei brutal schwere Spiele. Wir können jetzt durchschnaufen und werden dann wieder Vollgas geben“, verspricht Franzke. Und Obermair fügt hinzu: „Es hat noch nicht alles geklappt. Aber von der Einstellung her muss es so weitergehen. Kampf und Wille waren da.“

Das 2:1 gegen Bayern München II könnte die so dringend benötigte Initialzündung für den FCM gewesen sein. Teil dieser könnte auch der neue Sportdirektor Otmar Schork werden.

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