FUSSBALL Tangermünde scheint bereit für die entscheidenden Wochen

Der Motor läuft schon wieder

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Eine weitere gute Alternative: Tom Künnemann (links) drängt aus der eigenen Jugend in den ohnehin schon starken Tangermünder Kader.

Tangermünde – Mit seinem 5:0-Testspielsieg beim SSV Havelwinkel Warnau (Landesliga) hat der FSV Saxonia Tangermünde am vergangenen Wochenende ein Ergebnis mit Signalwirkung erzielt.

Das Zeichen, das vom Kunstrasenplatz in Rathenow an die Konkurrenz im Titelrennen der Fußball-Landesklasse ausging, war unmissverständlich: Die Saxonen sind bereit für den ganz großen Wurf und offensichtlich nicht gewillt, nachzulassen.

Zur Erinnerung: Tangermünde war mit zwei Pleiten aus drei Spielen schlecht in die Saison gestartet, hat seitdem aber zehn Siege (51:2-Tore) in Serie eingefahren. Keine Mannschaft kam vor Weihnachten derart ins Rollen wie die Kaiserstädter. Die Hoffnung der Konkurrenz aus Liesten (1.) und Uchtspringe (3.), die Winterpause könnte den gut geölten Tangermünder Motor zum Stottern bringen, wird sich augenscheinlich nicht erfüllen.

Trainer Steffen Lenz hat seine Mannschaft als erste aller Landesklassisten vor vier Wochen zum Trainingsauftakt gebeten und seinen Kader dadurch schon längst wieder im Rhythmus. Für die Lenz-Elf, das war am vergangenen Sonnabend offensichtlich, könnte die Rückrunde bereits heute starten. Warnau, das die Landesliga in der jüngeren Vergangenheit mit spektakulärem Offensivfußball aufgemischt hatte, war schlichtweg chancenlos. Wäre Saxonia nach der 5:0-Führung zur Pause nicht spürbar vom Gaspedal gegangen, dem SSV Havelwinkel hätte eine noch größere Blamage gedroht. Der Franke-Elf erging es letztlich wie einem Großteil der Tangermünder Landesklasse-Konkurrenz: Ab einem gewissen Zeitpunkt ging es nur noch um Schadensbegrenzung – und das als höherklassiger Landesligist.

Doch Namen spielen für die Saxonen schon längst keine Rolle mehr. „Wir wollen uns nicht nach dem Gegner richten“, erklärt Steffen Lenz. Gegen Warnau gelang das einmal mehr eindrucksvoll, obwohl mit Daniel Groß, Martin Doerjer und Lars Korte eine kleine Achse wichtiger Stammspieler gar nicht mit dabei war. Ausfälle werden an der Elbe in dieser Saison problemlos kompensiert, was nicht zuletzt am Ehrgeiz jedes einzelnen Spielers liegt. „Die Jungs ziehen unglaublich gut mit. Unsere Trainingsbeteiligung ist mit 14 bis 16 Spielern im Schnitt sehr gut. Wir können taktisch trainieren und das zeigt sich auch auf dem Platz“, freut sich Lenz über einen Kader, der bedingungslos mitzieht.

Auch wenn es von verantwortlicher Position nicht offiziell kommuniziert wird, sickert aus Mannschaftskreisen längst durch, dass für Saxonia in dieser Saison nur noch der ganz große Wurf aus Meisterschaft und Pokal zählt. Das Maximum ist das Ziel, entsprechend intensiv wird im Stadion „Am Wäldchen“ gearbeitet. Ein Nachlassen – ausgerechnet in der jetzigen Vorbereitung – wäre auch fatal, denn das straffe Auftaktprogramm, das in zwei Wochen beginnt, wird für die Kaiserstädter vorentscheidend sein. Setzt der FSV seinen Lauf auch gegen Wahrburg (A) und im Topspiel gegen Liesten (H) fort, wird ihn auf dem Weg zum Titel wohl nichts und niemand mehr stoppen können.

VON TOBIAS HAACK

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