Fußball-3. Liga: Nach schnellem Rückstand und Razeek-Aussetzer dreht der FCM die Partie / 2:1-Sieg über Halle

Moral stimmt, Punktekonto auch

Neuzugang Jan Löhmannsröben (links) war gestern im Derby gegen Halle unermüdlicher Antreiber im zentralen Mittelfeld des 1. FC Magdeburg und ist auf dem besten Weg, ein neuer Publikumsliebling zu werden. Fotos: Lindenau

Magdeburg. Was für in verschlafener Start! Nach nicht einmal einer Minute lag der 1. FC Magdeburg gestern Nachmittag in der Drittligapartie gegen den Halleschen FC mit 0:1 zurück. Der Nackenschlag saß tief.

Ausgerechnet im Derby! Minutenlang wirkten die Blau-Weißen konsterniert. Als Waseem Razeek nach 16 Minuten auch noch die gelb-rote Karte sah, drohte das Spiel in einem Fiasko zu enden. Doch in Unterzahl bewies die Elf von Trainer Jens Härtel Moral und drehte die fast verloren geglaubte Partie. Das 2:1 vor 20. 912 Zuschauern war am Ende keinesfalls unverdient.

Sie wollten die Niederlage im Pokalfinale vergessen machen. Zeigen, wer die Nummer eins des Fußballs in Sachsen-Anhalt ist. Doch danach sah es eine ganze Weile lang absolut nicht aus. Dem frühen Gegentor und der gelb-roten Karte folgten bange Minuten. Die Magdeburger wirkten demoralisiert. In Unterzahl das Spiel drehen? Daran mochte so richtig niemand glauben. Doch die Fans in der ausverkauften GETEC-Arena peitschten ihre Jungs nach vorn. Als die Deckung der Hallenser nach einem Freistoß von Lars Fuchs in der 34. Minute versagte, kam Goalgetter Christian Beck frei im Strafraum zum Schuss und netzte den Ball souverän ein. Ein Befreiungsschlag, der für Hoffnung sorgte. Und auch dafür, dass sich das Team von Jens Härtel besann. Der Trainer stellte um auf 4 – 4 – 1. Seine Spieler standen fortan tief im eigenen Strafraum und ließen den Gegner kaum durchkommen.

Standardsituationen, lange Bälle, weite Einwürfe … Der FCM konnte seine Stärken nun auch in Unterzahl ausspielen. In den Zweikämpfen bewiesen die Blau-Weißen Durchsetzungskraft und bekamen bei Kontern mehrere Chancen. Das Unentschieden zu sichern, war vorrangiges Ziel, als die Magdeburger aus der Kabine kamen.

Ein Konter war es dann auch, der dem 2:1-Sieg vorausging. In der 78. Minute wartete Niklas Brandt mit seinem Zuspiel, bevor er Christian Beck an der Mittellinie stehen sah. Der bekam den Pass und eilte Richtung Tor. Eiskalt lief er auf den Hallenser Schlussmann zu und lupfte das Leder locker zwischen die Pfosten. Der Jubel, der nun durchbrach, war laut und emotional. Die Minuten bis zum Abpfiff schienen dann allerdings nicht enden zu wollen. Als der erlösende Pfiff endlich erklang, gab es kein Halten mehr. Überglücklich riss Härtel die Arme hoch und rannte zu seinen Schützlingen auf den Rasen. Wieder drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gewonnen. Von mehr mag in der Landeshauptstadt noch niemand sprechen.

• Tore: 0:1 Osayamen Osawe (1.), 1:1, 2:1 Christian Beck (34., 78.). Schiedsrichter: Fritz (Korb), Zuschauer: 20.912.

• Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Ahmed Waseem Razeek (17./Magdeburg).

Von Sabine Lindenau

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