MARCEL MARX

Möringer SV: Neuer Co-Trainer mit Erfahrungen bei Union Berlin

Marcel Marx während seiner Tätigkeit im Nachwuchsleistungszentrum von Union Berlin
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Knapp sieben Jahre im NLZ des 1. FC Union Berlin, jetzt Co-Trainer beim Möringer SV: Marcel Marx.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Marcel Marx, der jahrelange Erfahrungen im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FC Union Berlin sammeln konnte, wird Chefcoach Tim Neffe ab sofort beim Fußball-Landesklassisten unterstützen. Der Altmark-Zeitung erläutert der 47-Jährige seinen Werdegang, spricht über spannende Hospitationen in England und erklärt, warum die Trainerkonstellation mit Neffe für den Möringer SV gewinnbringend sein kann.

  • Marcel Marx ist vom Möringer SV überzeugt.
  • Er hat knapp sieben Jahre im NLZ bei Union Berlin verbracht.
  • Der 47-Jährige hospitierte bei englischen Vereinen.

„Wir können beide voneinander lernen. Erste Kontakte, Eindrücke und die familiäre Atmosphäre haben mich überzeugt. Ich freue mich auf die Aufgabe.“ Marx tritt sie mit großer Vorfreude an. Der gebürtige Berliner ist Ende 2019 aus der Hauptstadt in die Altmark gezogen. Und wollte ursprünglich eine fußballerische Pause einlegen. Doch schon im vergangenen Sommer hatte er kurzzeitig beim Post SV Stendal erste Berührungspunkte mit dem altmärkischen Fußball gehabt. Dort unterstützte er Cheftrainer Ole Junghans mit seiner Erfahrung aus knapp sieben Jahren bei Union Berlin. „Wir sind erfolgreich in die Saison gestartet.“ Jedoch gab er die Tätigkeit bei den Stendalern auf. „Es war eine schöne Zeit“, blickt Marx auf das kurze Engagement zurück, steht mit den Postlern heute immer noch im guten Kontakt.

Von der Vaterrolle ins NLZ des 1. FC Union Berlin

Nun agiert er als Co-Trainer an der Seite von Möringens Tim Neffe. Dazu später mehr. Doch wie kam Marcel Marx überhaupt zu Union Berlin? Sein älterer Sohn hatte bei den Eisernen im Kinder- und Jugendbereich gespielt, schied dann aus dem Verein aus. Marx kam erfahrungsgemäß immer gut mit Nachwuchsfußballern zurecht. Und war in der klassischen Vaterrolle bei den Spielen seines Sohnes dabei, brachte sich positiv ein.

Dies war den Eisernen auch aufgefallen. Marx wurde daraufhin gefragt, ob er sich vorstellen könnte, als Trainer mitzuwirken. Er überlegte nicht lange, stellte sich zur Verfügung. Plötzlich war er mittendrin im Nachwuchsleistungszentrum der Hauptstädter. „Wenn man so eine Chance bekommt, warum soll man die nicht wahrnehmen.“

Man lernt ja auch von den Kindern. Das ist auch etwas interessantes und das sind Erlebnisse, die kann man mir als Trainer im NLZ nicht mehr nehmen. Und das kann ich auch im Männerfußball anwenden.

Marcel Marc (Neuer Co-Trainer beim Möringer SV)

Dort hatte er knapp sieben Jahre seinen Weg im NLZ als Trainer und Scout gemacht. Und viel gesehen, eine Menge erlebt. Es sind Ereignisse, die Marx etwas gelehrt haben. Für den 47-Jährigen ist die menschliche Ebene von elementarer Bedeutung. Man ziehe im Nachwuchsbereich Menschen groß, nicht nur fußballerisch, erklärt er. „Es geht auch um die pädagogische Schiene. Empathie kann dir keine Trainerlizenz mitgeben. Die hat man oder hat man nicht.“ Und Marx hat diese Empathie. Ansonsten hätte er sich sicherlich nicht über solch einen langen Zeitraum bei Union Berlin gehalten.

Die Arbeit mit Nachwuchsfußballern hat für Marx eine gewisse Besonderheit. Auch er konnte an dieser Tätigkeit persönlich wachsen und sich etwas aneignen. „Man lernt ja auch von den Kindern. Das ist auch etwas interessantes und das sind Erlebnisse, die kann man mir als Trainer im NLZ nicht mehr nehmen. Und das kann ich auch im Männerfußball anwenden.“

Jugendakademien von Tottenham, Fulham, Chelsea kennengelernt

Äußerst beeindruckt zeigte sich Marx, als sich seine Union-Nachwuchsmannschaft mit englischen Teams bei Turnieren messen durfte. Es sei „ein anderes Level vom Fußball und eine sehr gute Erfahrung, die man da gemacht hat“, so Marx, der mit anderen NLZ-Trainern aus Deutschland und der Schweiz in England bei den ganz Großen hospitieren durfte. Und so die Jugendakademien von Tottenham Hotspur, vom FC Fulham und die des FC Chelsea kennengelernt hatte.

Im Allgemeinen hatte er auch etwas beobachtet, was er sich von Nachwuchstrainern generell wünscht. Man solle den Kindern nicht so viel vorgeben, so Marx. „Da kann man keine Persönlichkeiten als Fußballer entwickeln, wenn man immer von draußen Anweisungen gibt, was man zu machen hat.“ Klar, ein Feedback sowie Hilfestellungen für die Kinder sind wichtig, weil der Fokus auf der fußballerischen Leistung jedes Einzelnen liegt. Jedoch in einem gesunden Gleichgewicht, um sich von der anfänglichen Vermittlung von Spaß über die Entwicklung bis hin zum Leistungsgedanken schrittweise heranzutasten.

Wenn ich Tim bei seiner Trainerlaufbahn unterstützen kann, würde ich mich freuen. Falls er irgendwann mal sagen sollte: Marcel war ein guter Lehrmeister, dann ist das ein Kompliment für einen persönlich.

Marcel Marx

Konstellation Neffe/Marx kann für Möringen gewinnbringend sein

Herantasten musste sich der erfahrene Berliner auch in Möringen. Zunächst lernte er seine Spieler coronabedingt per Videokonferenz kennen. Jüngst wurde an der Pappelarena erstmals gemeinsam trainiert. Marcel Marx war auch mit dabei. „Das sind schon coole Jungs, es wird Spaß machen.“ Er freut sich darauf, die fußballbegeisterte Altmark nach und nach besser kennenzulernen. Dass er mit 47 an der Seite von Neffe, der über 20 Jahre jünger ist, als Co-Trainer fungiert, kann für beide Beteiligten eine gewinnbringende Konstellation sein.

Man kann sich austauschen und voneinander profitieren. „Wenn ich Tim bei seiner Trainerlaufbahn unterstützen kann, würde ich mich freuen“, sagt Marx, der lachend ergänzt: „Falls er irgendwann mal sagen sollte: Marcel war ein guter Lehrmeister, dann ist das ein Kompliment für einen persönlich.“ Wann es für das neue MSV-Trainergespann Neffe/Marx dann auch endlich wieder um Punkte geht, ist derzeit ungewiss. Fakt ist: Dem Möringer SV scheint mit Marx aufgrund der Erfahrung dank seiner Union-Berlin-Vergangenheit ein kleiner Co-Trainer-Glücksgriff gelungen zu sein.

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