1. FCM und Kickers geben sich nach einem intensiven Relegations-Hinspiel selbstbewusst

„Mit Haken und Ösen“

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Es wurde gezogen, gehalten und um jeden Meter Rasen gekämpft. Das Relegations-Hinspiel zwischen Magdeburg (l., Nils Butzen) und Offenbach (Christian Cappek) hatte es in sich.

Magdeburg/Offenbach. Was der 1. FC Magdeburg am Mittwochabend nach dem 1:0 (1:0)-Hinspielsieg im eigenen Stadion an Erleichterung spürte, empfanden die Gegner aus Offenbach an Frust. Im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga hat der 1. FCM zur Freude seiner knapp 23.

000 Fans in der MDCC-Arena ein gutes Ergebnis vorgelegt. Trainer und Spieler zeigten sich zufrieden, während die OFC-Akteure mit Trotz reagierten.

„Das war ein Heimschiedsrichter. Wir haben nicht einen Pfiff bekommen“, ließ beispielsweise OFC-Torjäger Christian Cappek vor der Kamera des hr-Fernsehens Dampf ab und spielte damit auf die spielentscheidende Szene an. In der 40. Minute wollten die Gäste ein Foul von Christian Beck an Klaus Gjasula gesehen haben. Der Pfiff von Martin Thomsen bleib aus, Nicolas Hebisch schob zum Siegtreffer ein. „Ich habe gedacht, der Ball war im Aus und bin deshalb stehen geblieben“, meinte übrigens Gjasula dazu. Kein Aus, kein Foul, aber ein Tor – und das machte die Magdeburger glücklich. „In Relegationsspielen spielen die Nerven eine große Rolle. Ich finde Magdeburg hat verdient gewonnen“, freute sich DDR-Rekordtorschütze Joachim Streich im Gespräch mit der Altmark Zeitung über den gelungenen ersten Schritt seines Ex-Vereins.

„Es war ein richtig gutes Regionalligaspiel und unter dem Strich hat Magdeburg mit dem einen Tor verdient gewonnen. Wir haben mitbekommen, dass hier mit Haken und Ösen gespielt wird. Das nehmen wir mit für das Rückspiel“, gestand Gäste-Trainer Rico Schmitt die Niederlage ein und sendete gleichzeitig eine kleine Warnung an die Magdeburger. Schmitt war dabei nicht der einzige Offenbacher, der nach der Partie trotzig reagierte. Die breite Brust, mit der einige Hessen nach dem Spiel auftraten, ließen sie auf dem Platz – vor allem in Durchgang eins – vermissen. Die Kulisse ließ die Knie der Kickers weich werden. „Es war super laut. Unsere Erwartungen haben sich bestätigt. Das war Bundesligaatmosphäre“, sagte Torhüter Daniel Endres. Als „Grenzerfahrung“, bezeichnete es Schmitt.

Für die Elbestädter war die Stimmung im eigenen Wohnzimmer keine Überraschung. Mit ihrem Tollhaus im Rücken war eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag (14 Uhr) das Ziel und das wurde fast perfekt erfüllt. „Es hätte das eine oder andere Tor mehr sein können, aber jetzt ist es nun mal so“, war Verteidiger Christopher Handke, der an Stelle von Silvio Bankert in der Startelf stand, nur mäßig zufrieden. Die beste Chance zum 2:0 vergab Torschütze Hebisch, der nach Vorlage von Kapitän Marius Sowislo zwar frei vor Endres auftauchte, sich aber für einen Querpass auf Tarek Chahed entschied. Offenbach klärte in höchster Not (77.). „Wir müssen in der einen oder anderen Szene egoistischer sein und nicht nochmal quer legen, aber daran sieht man, dass wir eine Mannschaft sind“, versuchte Sowislo im Nachhinein das Positive aus der vergebenen Riesenchance zu ziehen.

Positiv ist und bleibt auf jeden Fall die Ausgangssituation des FCM. Schon ein Tor könnte in Offenbach zum Weiterkommen reichen. Der Druck liegt damit ganz klar beim OFC. Deren Trainer Schmitt sah sich nach dem 0:1 allerdings nicht unter Druck. Seine selbstbewusste Ansage: „Zuhause werden wir Tore schießen.“ Die Offenbacher müssen treffen, der FCM geht mit dem Zu-Null-Vorteil in die entscheidende Partie – und gibt sich ebenso selbstsicher. „Wir haben es gut gelöst und gehen selbstbewusst in das Spiel in Offenbach“, erklärte Siegtorschütze Nicolas Hebisch. Doch Hebisch warnt: „In Offenbach wird es ein Tick schwerer.“ Das könnte so sein, wird Schmitts Warnung Wirklichkeit: „Wir haben noch Steigerungspotenzial.“ Am Sonntagabend wird wieder Frust und Freude herrschen – fragt sich nur auf welcher Seite.

Von Tobias Haack und Benjamin Post

Bilder vom Relegations-Hinspiel

Sieg im Relegations-Hinspiel: Magdeburg im Ausnahmezustand!

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