Über die Anfänge des Frauenfußballs bei Saxonia Tangermünde – heute Altmark-Wendland-Liga

Mexiko als Anregung

Die aktuelle Frauenfußball-Mannschaft von Saxonia Tangermünde um ihren Trainer Wolfgang Strozyk (hinten links). Das Team spielt in der Altmark-Wendland-Liga. Foto: Krach

Tangermünde. Bereits in der dritten Saison, also ab dem Jahr 2010, spielt nun schon wieder eine Fußball-Damen-Mannschaft von Saxonia Tangermünde.

Sie kickt, weil es nicht so viele Damenmannschaften gibt, in der Altmark-Wendland-Liga, der auch die Mannschaften aus Arneburg und Rochau, sowie Havelberg, aber auch aus Lemgow, Gartow und Lüchow angehören. In der aktuellen Tabelle liegt Tangermünde gegenwärtig auf dem zehnten von 13 Plätzen. Kürzlich nahm die Mannschaft um Trainer Wolfgang Strozyk sogar am Frauenfußball-Landespokal-Wettbewerb teil. Das war aber eher eine „Lehrstunde“, denn der Gegner aus Halle, der in der 3. Liga kickt, gewann mit 7:0.

Die Spielerinnen aus Halle sind auch Sieger der Vorsaison. Teilnahme ist entscheidend, nicht der Sieg, könnte man jetzt sagen, denn man muss den Tangermünder Damen, die zwischen 20 und 40 Jahre jung sind Respekt zollen, dafür, dass sie ihre Freizeit einem sportlichen und unter Frauen eher seltenen Hobby widmen. Schon im Jahr 1970 spielten in Tangermünde Frauen Fußball. „Angeregt durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, wo Deutschland den dritten Platz belegte, fassten damals 20 junge Elbestädterinnen den Mut, das Fußballspielen zu erlernen“, erinnerte sich jetzt der damalige Trainer Jürgen Kapusta.

„Am 18.10.1970 fand nach langem Training das erste offizielle Spiel gegen die Post-Mannschaft aus Rostock statt, die den Damen-Fußball in der DDR etabliert hatte“, kann man in den Analen von Kapusta nachlesen. „Das war die Premiere für Tangermünde, aber auch für den damaligen Bezirk Magdeburg“, steht auch in den Analen. Das Spiel wurde 0:6 verloren. Ein Jahr später gewann man schon gegen die starke Mannschaft Union Berlin mit 3:1. „Im November war die aufstrebende Mannschaft aus Tangermünde schon beim Spielen im Fernsehen zu verfolgen“, erinnerte sich Kapusta. Im Jahr 1972 gewannen die Tangermünder Frauen dann sogar die damalige Bezirksmeisterschaft; im Endspiel schlugen sie die Damen aus Oschersleben mit 2:1. Danach ebbte die Euphorie ab und im Jahr 1974 löste sich die Mannschaft auf. Coach Kapusta (72) kann sich aber immer noch an Spielerinnen wie Marita Lenz (jetzt Wedding), „Pyppi“Meier (jetzt Berg), Marion Klemt (jetzt Spörer) und andere erinnern, zumal er viele Zeitungsberichte aufgehoben hat.

1992, wieder unter Übungsleiter Kapusta, lebte der Frauenfußball in Tangermünde wieder auf, jetzt beim FSV „Saxonia“, unter der Leitung von Präsident Diethard Lehmann. Über etliche Hallenturniere ging es 1993 auf die großen Spielfelder. Mit nur noch zwölf Spielerinnen wurde bei der Altmark-Meisterschaft aber ein beachtlicher dritter Platz erreicht. Bei der folgenden HallenfußballMeisterschaft der Altmark wurde im Endspiel gegen Tangerhütte sogar ein zweiter Platz erkämpft, und das beim Sieben-Meter-Schießen. Danach hörten wieder einige Spielerinnen auf. Der Rest wurde auf die Mannschaften aus Arneburg und Klietz aufgeteilt, um den Spielbetrieb in der Klasse aufrecht zu erhalten.

Von Günther Krach

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