Kommentar

Die Methode rächt sich

Stendal. Der Winter hat die Altmark fest im Griff und den fußballerischen Spielbetrieb seit Wochen nahezu komplett zum Erliegen gebracht. Ein Kommentar von AZ-Sportredakteur Tobias Haack:

Keine Frage: Die jüngsten Absagen waren mit Blick auf das erhöhte Verletzungsrisiko der Spieler korrekt. Doch die wirklichen Probleme stehen erst noch aus, denn bereits jetzt werden die Nachholtermine knapp. 

Tobias Haack

Ostern, Pfingsten, der 1. Mai, Himmelfahrt. Geht es so weiter, werden sämtliche Feiertage des Frühjahrs betroffen sein. Auf einige Vereine werden zwangsweise englische Wochen zukommen. Bei den dünnen Personaldecken der Klubs ein eigentlich nicht zu bewältigender Aufwand. Es droht eine nicht unerhebliche Wettbewerbsverzerrung, die nicht zuletzt die Vereine von Kreisklasse bis Oberliga anprangern werden.

Die meisten von ihnen werden sich dann jedoch zu Unrecht echauffieren, denn die Schuld tragen sie selbst. Wie nun schon seit einigen Jahren üblich, kam es bereits im Dezember – als das Wetter noch wesentlich besser war – zu zahlreichen Ausfällen. Wieder einmal wurden damals schon die leichtesten Regenschauer genutzt, um eine vermeintliche Unbespielbarkeit der Plätze vorzuschieben, obwohl der Schuh eigentlich ganz woanders drückte. Es ist eine seit Jahren verbreitete Unsitte, dass personell dünn aufgestellte oder sich in sportlichen Krisen befindliche Klubs herbstliches, oder bestenfalls frühwinterliches Wetter nutzen, um sich mittels Spielverlegungen noch halbwegs schadlos in die Winterpause zu retten.

Diese Methode rächt sich jedoch, sobald der Winter wirklich zuschlägt. Nun stehen die Staffelleiter unter Druck, die Saison noch irgendwie fristgerecht über die Runden zu bekommen. Wann die Serie fortgesetzt werden kann, ist dabei noch nicht einmal abzusehen. Es bleibt zu hoffen, dass die wichtigsten sportlichen Entscheidungen über Auf- und Abstieg im Frühjahr auf einem fairen Weg fallen. 

Rubriklistenbild: © Archiv / Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare