HANDBALL – SACHSEN-ANHALT-LIGA: HSG Osterburg gewinnt in Schönebeck

Mentale Glanzleistung

Justin Hallasch hebt ab. Gemeinsam mit der HSG Osterburg gelang ihm am Sonnabend in der Sachsen-Anhalt-Liga ein wichtiger Auswärtssieg bei Schlusslicht SG Lok Schönebeck. 
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Justin Hallasch hebt ab. Gemeinsam mit der HSG Osterburg gelang ihm am Sonnabend in der Sachsen-Anhalt-Liga ein wichtiger Auswärtssieg bei Schlusslicht SG Lok Schönebeck. 

Schönebeck – „Meine Stimme ist ein bisschen weg. “ Florian Skorz musste sich am späten Sonnabend kurz räuspern. Nach dem Handball-Krimi in der Schönebecker Franz-Vollbring-Halle war der Mannschaftsverantwortliche der HSG Osterburg etwas heiser.

Die komplette Partie über hatte er seine Schützlinge von der Seitenlinie aus lautstark angefeuert. Dass seine Stimmbänder nach 60 spannenden Minuten etwas lädiert waren, störte ihn nicht. Die Biesestädter hatten das Kellerduell bei Schlusslicht SG Lok Schönebeck mit 29:26 (15:10) und so zwei ganz wichtige Punkte um den Klassenerhalt in der Sachsen-Anhalt-Liga gewonnen.

Von Beginn an machten die Osterburger deutlich, dass sie das Parkett als Sieger verlassen wollen. Dem Blitzstart mit drei Toren von Philipp Kiebach zum 3:0 folgten starke Paraden von Anton Feindt im HSG-Tor. Schönebeck bekam in den ersten 16 Minuten drei Siebenmeter zugesprochen. Doch die Gastgeber scheiterten jedes Mal am fokussierten Osterburger Schlussmann. Die Gäste diktierten die Begegnung. Aus einer stabil stehenden Abwehr heraus bauten sie ihre Angriffe kontrolliert auf. Allerdings mussten sie schon nach zehn Minuten den Ausfall von Till Dobberkau verkraften. Ohnehin mit Bandscheibenproblemen belastet, fiel er bei einem Zusammenstoß mit einem Gegenspieler auf den Rücken. Für Dobberkau war die Partie gelaufen. Ein Schock für Florian Skorz an der Seitenlinie. Und auch für die Sieben auf der Platte.

Schönebeck versuchte, die Osterburger Offensive mit taktischen Änderungen auszuschalten. Kiebach und Thomas Kuhlmann wurden in Doppel-Manndeckung genommen. Das gelang ihnen phasenweise. Sie konnten in der 21. Minute noch einmal auf 9:10 verkürzen. Dann zogen die Gäste aber davon. Beim Stand von 15:10 für die HSG ging es in die Kabine.

Doch zurück auf der Platte waren die Skorz-Schützlinge plötzlich völlig von der Rolle. Ihnen gehörte zwar der erste Treffer der zweiten Halbzeit zur Sechs-Tore-Führung (16:10). Doch danach ließen sie vier Gegentreffer in Folge zu. Die Hausherren kamen auf 14:16 heran (36. Minute). Wenig später glichen sie erstmals aus (18:18/41. Minute) und gingen sogar in Führung (20:19/45.). Für Skorz kein Grund zur Beunruhigung. „Wir verschlafen grundsätzlich den Start der zweiten Halbzeit.“ In der Schlussviertelstunde wechselte die Führung immer mal wieder.

Sechs Minuten vor Abpfiff lag das Momentum auf der Seite der Schönebecker. Sie lagen 26:25 vorn und hatten die Chance, auf zwei Tore zu erhöhen. Doch der Wurf erreichte sein Ziel nicht. Osterburg konnte ausgleichen und erneut vorlegen. Als Kiebach in der 59. Minute seinen sechsten Siebenmeter zum 28:26 verwandelte, war die Partie entschieden. Arne Resener setzte mit dem 29:26 den Schlusspunkt auf ein Spiel, in dem die HSG am Ende mental enorm stark war und erstmals in Schönebeck Punkte holen konnte.

„Ich glaube, wir haben da sehr gut dazu gelernt, sind cleverer und nicht mehr so aufgeregt in solchen Situationen“, freute sich Skorz, dass seine Jungs ruhig geblieben sind. Und: „Die Abwehr stand super, wir haben nur 26 Tore auswärts kassiert, da kann man nicht meckern.“

HSG Osterburg: Feindt, Götzky - Zerrahn (6), Kiebach (11), Th. Kuhlmann (2), Resener (1), A. Kuhlmann, Hallasch (2), Dobberkau (1), Zierke (4), Fieseler (2).

VON SABINE LINDENAU

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