FUSSBALL: Namhafte Neuzugänge, gute Ergebnisse – FCM scheint bereit

Mehr als die üblichen Floskeln

Trainer Michael Oenning und die sportliche Leitung des 1. FC Magdeburg haben im Winter alles unternommen, um den Aufsteiger konkurrenzfähiger zu machen.
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Trainer Michael Oenning und die sportliche Leitung des 1. FC Magdeburg haben im Winter alles unternommen, um den Aufsteiger konkurrenzfähiger zu machen.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Magdeburg – Mit dem kurzweiligen 3:2 (2:2)-Sieg über den FSV Zwickau am Dienstagnachmittag hat Fußball-Zweitligist 1. FC Magdeburg seine Vorbereitung auf den anstehenden Rest der Rückrunde offiziell abgeschlossen.

Die Statements, die von offizieller Seite zu diesem Zeitpunkt einer Saison abgegeben werden, können sich Journalisten mittlerweile schon selbst diktieren.

„Im Trainingslager hatten wir optimale Bedingungen“, „Die Jungs haben richtig gut gearbeitet“, „Wenn es nach uns geht, könnte die Rückrunde sofort beginnen. “ Egal ob Tabellenführer oder Abstiegskandidat: Es ist die Zeit der Zuversicht. Wie es um den Zustand der Mannschaften wirklich bestellt ist, wird der Auftakt in der kommenden Woche zeigen. Der FCM startet am Dienstag mit einem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue und es deutet zumindest einiges darauf hin, dass die Elbestädter nach einem desaströsen ersten halben Jahr in Liga zwei einen Schritt nach vorne gemacht haben.

Vor allem die Neuzugänge geben dem Tabellen-17. Anlass zur Hoffnung. Zwar lässt sich nach einer Handvoll Testspiele noch längst keine Prognose über Königstransfers oder Fehlgriffe abgeben, was sich allerdings jetzt schon mit Gewissheit sagen lässt, ist, dass der FCM auf den richtigen Positionen reagiert hat.

Mit Timo Perthel wurde ein höherklassig erfahrener Außenverteidiger verpflichtet. Egal ob links oder rechts, auf den Flügeln hatte der Aufsteiger erheblichen Nachholbedarf. Rechtsverteidiger Nils Butzen kam überhaupt nicht in die Saison, wurde als Kapitän abgesetzt und vom eigentlichen Offensivmann Marius Bülter ersetzt. Auf der anderen Bahn spielte der Altmärker Michel Niemeyer zu wechselhaft, um wirklich überzeugen zu können. Perthel scheint nun eine gute Option zur Lösung der Probleme zu sein.

Großen Nachholbedarf hatte der Club auch im zentralen Mittelfeld, wo gefühlt jeder mal ran durfte, aber keiner nachhaltig Eindruck hinterließ. Jan Kirchhoff soll dort nun die Chef-Rolle übernehmen. Ob der 28-Jährige, der zuletzt vereinslos war, sofort zum Leistungsträger werden kann, weiß aktuell niemand. Fakt ist aber, dass ein Spieler, der unter Pep Guardiola lernen durfte, das Potenzial hat, den fußballerisch bislang so limitierten FCM voranzubringen.

Als besonders wichtig könnte sich auch der Last-Minute-Transfer von Torhüter Giorgi Loria herausstellen. Noch wird zwar spekuliert, ob der Neuzugang sofort für Alexander Brunst zwischen die Pfosten rücken wird, doch es erscheint zumindest unwahrscheinlich, dass ein 32-jähriger Nationaltorwart nur als Back-up an die Elbe wechselt. Zumal Brunst sich in seinen 14 Liga-Spielen schon den einen oder anderen Patzer zu viel erlaubt hat und wahrlich keine Sicherheit ausstrahlt. Im Fanlager freut man sich vor allem auf Steven Lewerenz. Der Angreifer soll die Torgefahr in vorderster Reihe erhöhen und zeigte sich bereits in den Testspielen torhungrig.

Die Bilanz der Vorbereitungsspiele sollte dem Oenning-Team ohnehin Mut machen: Von sechs Begegnungen wurden fünf gewonnen, unter anderem gegen Top-Mannschaften wie RB Leipzig (2:1) und Borussia Mönchengladbach (2:1). Vielleicht ist der FCM also wirklich „optimal vorbereitet.“

VON TOBIAS HAACK

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