Fußball in Corona-Zeiten

Familie Stoppa bei Medizin Uchtspringe seit Jahren eine Institution

Manuel Stoppa (v.l.), Vater Ulf Stoppa und Robin Stoppa im schicken Anzug. Eigentlich stehen sie in Fußballtrikots gemeinsam auf dem Rasen.
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Machen auch außerhalb des Fußballplatzes eine gute Figur: Vater Ulf Stoppa und seine beiden Söhne Manuel (r.) und Robin (l.) spielen seit Jahren gemeinsam beim SV Medizin Uchtspringe.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Uchtspringe – Wenn es in Uchtspringe um Fußball geht, gibt es an einem Namen kein Vorbeikommen: Stoppa. Für Vater Ulf und seine beiden Söhne Manuel und Robin ist der Fußball Lebenselixier.

In Zeiten von Corona und stillgelegtem Amateursport vermissen sie es, gemeinsam beim Training auf dem Rasen zu stehen und dem Leder hinterherzujagen. „Ich bin mit Fußball groß geworden“, erzählt Ulf Stoppa. Schon sein Vater habe ihn immer mit auf den Platz genommen. Anders lief es auch bei seinen Söhnen nicht. Manuel entwickelte seine Leidenschaft für den Sport schon in ganz jungen Jahren, bei Robin habe es etwas länger gedauert, erinnert sich der 54-Jährige. Er ist seit 1973 aktiv bei den Herren in Uchtspringe. Und hätte eigentlich gedacht, dass er seine Fußballschuhe längst an den Nagel hängen würde. Aber mit all seiner Erfahrung wird der gelernte Stürmer in der zweiten Männermannschaft der Mediziner noch gebraucht.

Auch Manuel und Robin sind und bleiben Uchtspringer. In jungen Jahren haben sie zwar auch in Bismark gespielt. Aber nur, weil es keine Nachwuchsmannschaften in ihrem Heimatort gab. Woanders zu spielen, ist für sie kaum vorstellbar. „Weil hier alle so bekloppt sind wie wir“, sagt Manuel, der gut damit umgehen kann, dass in Uchtspringe alle als „Bekloppte“ gelten. Das positiv verrückt sein hilft auch auf dem Rasen. Seit Jahren gehören die Mediziner zu den Spitzenteams der Landesklasse. Der 34-Jährige und sein neun Jahre jüngerer Bruder waren auch in der Saison 2015/16 dabei, als Uchtspringe der Aufstieg in die Landesliga gelang.

Leidenschaft, Kampfgeist, Zusammenhalt: Dafür stehe der Verein, sagt Robin. Und das kommt der Familie Stoppa entgegen. Sind das doch auch die Attribute, die für sie stehen. Und die sie derzeit so schmerzhaft vermissen. Nicht mit den Teamkollegen zu trainieren, hinterher noch zusammenzusitzen und in Punktspielen um den Sieg zu kämpfen: Das sind die Dinge, die ihre Freizeit ausmachen. Für die sie brennen. „Ich bin einer, der nicht verlieren kann“, gesteht Manuel ein. Der etatmäßige Rechtsverteidiger wird seit einer Weile von Trainer Lars Reifke als letzter Mann eingesetzt. Auch wenn es nicht seine Lieblingsposition sei: „Wenn der Trainer mir sagt, er hat auch volles Vertrauen in mich, versuche da auch mein Bestes zu geben. Und wenn wir dadurch mehr Sicherheit haben, mach ich das natürlich“, so der Abwehrspieler.

Der jüngere Bruder darf als Linksverteidiger agieren. Seine Lieblingsposition seit mehreren Jahren. Dabei haben beide, wie auch Vater Ulf, als Stürmer angefangen. Mit den Jahren sind sie aber Position für Position nach hinten gerückt. Und haben in der Defensive ihre fußballerische Heimat gefunden. Auf den Außenpositionen können sie zudem ihren schnellen Antritt nutzen und sich auch offensiv einbringen.

Die Stoppas können sich auch noch ein an ein Spiel in der Landesklasse erinnern, in dem beide Generationen aufgelaufen sind. „Das war 2013 in Liesten“, erzählt Robin. Er und Manuel waren von Beginn an dabei. In der Schlussphase wurde der Vater dann eingewechselt. Er ist stolz auf seine Söhne. Gleichwohl es durchaus auch schon Spielsituationen gegeben habe, in denen er dachte: „Was macht er denn da?!“ Doch er halte sich auf dem Rasen zurück. „Es zählt, was der Trainer sagt.“ Das sehen auch die Jungs so. Doch alle drei freuen sich, wenn es in Trainingsspielen zwischen der ersten Mannschaft und der Reserve gegeneinander geht. Das Generationen-Duell geht dabei nicht immer an die Söhne.

Alle drei hoffen sie darauf, dass der Spielbetrieb alsbald wieder aufgenommen wird. Dass die Hinrunde noch zu Ende gebracht werden kann, sehen die Stoppas skeptisch. Doch wenn es im Pokal weitergehen würde, wären sie schon glücklich. Zumal die Mediziner noch im Rennen sind. „Wenn man das Glück hat, noch mit seinen beiden Söhnen zusammen spielen zu können, dann ist das einfach toll“, sagt Ulf Stoppa. Und so wird der Fußball die Familie noch lange begleiten.

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