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Die neue Nummer eins: Amy Marscheider führt Sachsen-Anhalts Ranking an 

In die Knie gehen, den Ball im Blick haben: Amy Marscheider weiß, wie sie punkten kann. Die Stendalerin wird in der deutschen Rangliste auf Platz 355 geführt.
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In die Knie gehen, den Ball im Blick haben: Amy Marscheider weiß, wie sie punkten kann. Die Stendalerin wird in der deutschen Rangliste auf Platz 355 geführt.

Stendal – Die Freiluftsaison ist vorbei, doch unterm Hallendach geht es für Stendals größtes Tennistalent bereits weiter.

Amy Marscheider wurde vom Tennisverband Sachsen-Anhalt für die Nord-Ost-Deutschen Meisterschaften der Aktiven nominiert, die am ersten November-Wochenende in Hamburg ausgetragen werden.

Die Nominierung kommt nicht von ungefähr. Die 17-Jährige hat eine beeindruckende Saison gespielt. Und ihr Ziel, das sie sich zu Beginn gesteckt hat, erreicht: die Leistungsklasse eins. Und nicht nur das. Amy Marscheider hat durch ihre zahlreichen Erfolge so viele Punkte erspielt, dass sie als beste Spielerin Sachsen-Anhalts in der Rangliste des Deutschen Tennis Bundes geführt wird – auf Platz 355. Damit steht sie auch in der sachsen-anhaltinischen Liste ganz oben auf Platz eins..

„Ich habe mich megamäßig gefreut, wusste nicht genau, wo ich einschlagen könnte“, erzählt Amy Marscheider. Sie habe schon mit einem Platz in den deutschen Top 500 geliebäugelt. Dass ihre Erfolge sie so weit nach vorn katapultieren würde, sei dann schon eine Überraschung gewesen. Eine, auf die sie zurecht stolz sein kann. Und auch eine, auf die sie hingearbeitet hat. Vor Saisonbeginn hatte sie noch die Leistungsklasse 8. „Ich habe vor allem die Fitnesskomponenten hochgeschraubt.“ Radfahren, Kraft-Ausdauer-Workouts zu Hause ... Die zahlreichen Einheiten haben ihr geholfen, auf dem Platz lange Ballwechsel konstant durchzustehen. Nicht selten war ihr längerer Atem am Ende ausschlaggebend für einen Sieg. Auch wenn es mal in den dritten Satz ging. Die 17-Jährige denkt dabei vor allem an die Landesmeisterschaften der Damen. Dort hatte sie sich verletzt, kämpfte sich dennoch ins Finale vor. Ihre Fitness habe dazu beigetragen, blickt die Stendalerin, die ihre Punktspiele in der Landesoberliga für den 1. TC Magdeburg bestritt und mit diesem nur knapp am Aufstieg in die Ostliga vorbeigeschrammt ist, zurück. Ihre Bilanz hier: makellos. Alle Einzel konnte Amy Marscheider für sich entscheiden.

In Sachsen-Anhalt steht sie nun auch vor ihrer größten Widersacherin Amina Kuc, gegen die sie bei den Landesmeisterschaften sowohl in der Halle als auch draußen verloren hatte. „Da war ich schon überrascht.“ Auch Leni Hirschmann konnte die Stendalerin hinter sich lassen. „Damit habe ich nicht gerechnet. Da freue ich mich riesig drüber, endlich mal wieder die Nummer eins zu sein.“ Gleichwohl es ein Gefühl ist, das der 17-Jährigen nicht ganz fremd ist. In jungen Jahren, der AK 10 und 12, stand sie schon einmal an der Spitze Sachsen-Anhalts. Doch das ist lange her. Nun ist sie bei den Damen ganz oben angekommen. Und möchte diese Position in der kommenden Saison verteidigen. Ihre LK kann sie nicht mehr steigern. Sie zu halten und vielleicht den einen oder anderen Platz im deutschen Ranking zu klettern, hat sie sich vorgenommen.

„Mein Winterplan wird aus sehr sehr viel Fitness bestehen.“ So wird Amy Marscheider auch noch anfangen zu schwimmen. „Ich werde richtig ranklotzen“, weiß sie auch, dass sie nicht so oft auf dem Tennisplatz stehen kann wie im Sommer. Diese Kapazitäten gibt die Tennishalle nicht her. Bei den Hallenturnieren möchte sie durchstarten. Dabei geht der Blick zunächst auf die Nord-Ost-Deutschen Meisterschaften in eineinhalb Wochen. Weitere Turniere sollen folgen. Schließlich soll der Rhythmus nicht verloren gehen.

Und im nächsten Jahr? „Da muss ich gucken, wie weit ich noch komme.“ Der Ehrgeiz ist nach wie vor groß, die Freude am Tennis ungebrochen. So wird Stendals größtes Tennistalent die Region weiter über ihre Grenzen hinaus bekannt machen.

VON SABINE LINDENAU

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