Marita Oscheja bei der Senioren-Weltmeisterschaft erfolgreich / Eheversprechen erneuert

Was macht man in Las Vegas? Heiraten, zocken und Tischtennis

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Marita Oscheja mit Ehemann Axel Kirchhoff.

Klötze. Achtelfinale im Einzel und Viertelfinale im Doppel erreicht. Die diesjährigen Tischtennis-Weltmeisterschaften der Senioren in Las Vegas verliefen für Marita Oscheja sehr erfolgreich (AZ berichtete).

Doch die Klötzerin hatte nach ihrer Rückkehr aus den Vereinigten Staaten viel zu erzählen, denn auch abseits der Tische gab es zahlreiche Erlebnisse.

Zum dritten Mal beteiligte sich Marita Oscheja nach 2000 in der Schweiz und 2004 in Japan an einer Weltmeisterschaft. Gemeinsam mit Ehemann Axel Kirchhoff wurde eine Sportreise gebucht, bei der es im Vorfeld der WM nach San Francisco ging. „Man hätte auch eine Reise buchen können, bei der sich nach der WM noch ein Aufenthalt in San Francisco angeschlossen hätte. Anders herum war mir das aber lieber, so konnten wir uns noch ein paar Tage an die Zeitumstellung von neun Stunden gewöhnen“, berichtet die Altmärkerin, die in der kalifornischen Metropole natürlich die Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Golden Gate Bridge, die Lombard Street, die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz oder das Hafenviertel Fisherman’s Wharf mit den Seelöwen besuchte.

Nach vier Tagen ging es dann nach Las Vegas, wo sich im Convention Center über 4000 Tischtennisspieler/Innen aus 98 Ländern trafen, um an 239 Wettkampf- und 30 Trainingstischen die Weltmeister 2018 zu ermitteln. „Das Center war gigantisch, da hätte man ganz Klötze drin verstecken können“, zeigte sich Axel Kirchhoff beeindruckt.

Die WM fand in einer der vielen klimatisierten Hallen (draußen war es über 40 Grad heiß) des Centers statt, alle Teilnehmer erhielten ein Programm-Heft mit einem Plan, sodass die Tische schnell zu finden waren. Marita Oscheja lobte zudem die perfekte Organisation. „Ich hatte den SMS-Service gebucht und wurde immer rechtzeitig über meine nächste Ansetzung mit der entsprechenden Tischnummer informiert.“

Ihr erstes Gruppenspiel hätte die Klötzerin, die in der dritten Mannschaft des SV Chemie Mieste in der Kreisoberliga zumeist gegen Männer spielt, fast in den Sand gesetzt. Erst nach einem 0:2-Satzrückstand konnte Marita Oscheja die Polin Halina Siewert noch mit 3:2 besiegen. Es war der Beginn einer erfolgreichen WM, bei der im Doppel der Damen 60 sogar eine Medaille möglich war. Mit Zufallspartnerin Heidrun Bunk (Herrlingen) spielte sich Marita Oscheja bis ins Viertelfinale vor. Zu dieser Partie traf Heidrun Bunk, die keinen SMS-Service gebucht hatte, erst wenige Minuten vor Spielbeginn ein und so war es nicht verwunderlich, dass die beiden Deutschen nicht an ihre Leistungen der Begegnungen zuvor anknüpfen konnten und gegen Sophie Kim/Yaeko Onishi (Australien/Japan) mit 0:3 unterlagen. „Mit Ilona hätte ich eine Medaille geholt“, ist sich Marita Oscheja, die mit der Hallenserin Ilona Söfftge bereits zahlreiche Titel und Medaillen bei Landes- und Mitteldeutschen Meisterschaften gewonnen hat, sicher. Doch auch ohne WM-Medaille war Marita Oscheja mit ihrem Abschneiden bei der Weltmeisterschaft sehr zufrieden.

Bei der Senioren-Weltmeisterschaft im Tischtennis waren in Las Vegas über 4000 Spieler/Innen aus 98 Nationen am Start. Im Doppel erreichte die Klötzerin Marita Oscheja (Mitte) mit ihrer Partnerin Heidrun Bunk (rechts daneben) das Viertelfinale.

Im Teilnehmerfeld tummelten sich auch einige ehemalige Weltklasse-Spieler wie Erik Lindh, Jörgen Persson (beide Schweden), Weixing Chen (Österreich) oder die deutsche Legende Jörg Roßkopf. Der Herren-Bundestrainer gewann in der 45er-Klasse mit Chen das Doppel-Finale gegen die Russen Georgii Rubinshtein/Aleksandr Savelev mit 3:0, musste sich aber im Einzel-Endspiel seinem immer noch im Herren-Spielbetrieb aktiven Doppelpartner mit 0:3 geschlagen geben. Auch Marita Oscheja traf den Rekord-Nationalspieler, ein gemeinsames Foto gab es zur Erinnerung.

Die Abende wurden damit verbracht, sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Der Las Vegas Strip mit seinen vielen Hotels, Spielcasinos und Nachbauten wie Eiffelturm, Freiheitsstatue oder der Sphinx von Gizeh wurden besucht. Das Hotel „The Venetian“ toppte jedoch alles. Kleine Kopien von Markusplatz, Rialto-Brücke, Dogen-Palast, Gondeln und ein künstlicher Himmel haben bei den beiden Klötzern einen großen Eindruck hinterlassen. „Das muss man gesehen haben. Die Eindrücke haben einen förmlich erschlagen“, zeigte sich Axel Kirchhoff begeistert.

In den WM-Plan war auch ein spielfreier Tag eingebettet, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, auch die Attraktionen der Umgebung zu besuchen. „Wir hatten aber etwas Besseres vor“, meinte Marita Oscheja, stellte schließlich eine Gegenfrage und gab auch gleich die Antwort. „Was macht man in Las Vegas? Heiraten und Zocken.“ Marita und Axel haben 25 Jahre nach ihrem Kennenlernen ihr neun Jahre altes Eheversprechen erneuert. Mit einer Stretchlimousine ging es in eine weiße Kapelle, dort nahm ein deutschsprachiger „Minister“ den Klötzern das Ja-Wort ab. „Anschließend haben wir dann im Hofbräuhaus ein Bier getrunken.“

Und gezockt haben die beiden Altmärker auch noch. Denn den Sehenswürdigkeiten und Hotels der Stadt ist jeweils ein Casino vorgelagert. Auch zum eigenen Hotel musste man durch ein Casino, die „Einarmigen Banditen“ waren allgegenwärtig. Den „Jackpot“ haben sie zwar nicht geknackt, doch auch so kehrten Marita Oscheja und Axel Kirchhoff über Washington und Frankfurt nach insgesamt 14 ereignisreichen Tagen wieder in ihrer westaltmärkischen Heimat ein.

Von Renee Sensenschmidt

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