FUSSBALL – LANDESKLASSE Saxonia bleibt weiterhin bescheiden

M-Wort auf dem Index

Taktgeber und stellvertretender Kapitän: Jonas Lehmann (li.) ist ein Gesicht des Tangermünder Höhenflugs, der womöglich in der Landesliga enden könnte.
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Taktgeber und stellvertretender Kapitän: Jonas Lehmann (li.) ist ein Gesicht des Tangermünder Höhenflugs, der womöglich in der Landesliga enden könnte.

Tangermünde – „Wir wollen oben mitspielen. Ich denke, das kann man jetzt durchaus sagen. “ Mehr war es nicht, was sich Steffen Lenz, Trainer des FSV Saxonia Tangermünde, nach dem jüngsten 2:1-Topspiel-Sieg über Eintracht Salzwedel entlocken ließ.

Zwar gelang seiner Mannschaft mit diesem Erfolg – zumindest vorübergehend – der Sprung an die Tabellenspitze, doch die große Kampfansage bezogen auf den Titelgewinn wird an der Elbe maximal innerhalb der Kabine getätigt. In ihrer Außendarstellung geben sich die Tangermünder weiterhin bescheiden.

Ob dieses Understatement angesichts des aktuellen Höhenflugs des FSV angemessen ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Natürlich hat Saxonia schwierige Jahre hinter sich, stieg in der Saison 2015/16 sang- und klanglos aus der Landesliga ab, durchlebte anschließend Spielzeiten mit Höhen und Tiefen. Steffen Lenz, mittlerweile seit fünf Jahren in der Verantwortung, ließ sich nie beirren, arbeitete beharrlich und hat nun eine Mannschaft geformt, die aktuell das Maß aller Dinge in der Landesklasse darstellt.

Der Auftakt in die Saison ging mit zwei Pleiten aus den ersten drei Spielen daneben. Was folgte, war allerdings eine derart starke Serie, die den aktuellen Primus zwangsweise in die ungeliebte Favoritenrolle drängt. Im Liga-Betrieb gelangen der Lenz-Elf sechs Siege in Folge, in denen sie lediglich einen Gegentreffer kassierte. Zudem verfügt Tangermünde mit 51 Toren über die beste Offensive aller sieben Landesklasse-Staffeln Sachsen-Anhalts. Im Schnitt netzen die Kaiserstädter 5,6 Mal pro Partie ein, was stand jetzt rund 147 eigene Treffer am Saisonende bedeuten würde.

Die statistischen Werte des FSV sind beeindruckend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Kapitän Daniel Groß zuletzt häufig verletzt passen musste, Torjäger Lars Korte einige Partien versäumt hat und auch der hoffnungsvolle Neuzugang Patrice Boehm verletzungsbedingt noch keine Hilfe sein konnte. Gegen Salzwedel setzte mit Florian Stark ein weiterer wichtiger Eckpfeiler angeschlagen aus. Die Ergebnisse stimmen trotzdem.

Die Konkurrenz hat die Tangermünder schon längst zum Topfavoriten auf die Meisterschaft erklärt – auch gegen deren Willen. Steffen Lenz lässt das kalt. Er predigt weiterhin Demut vor jeder neuen Aufgabe: „Inwieweit es für ganz oben bei uns reicht, werden erst die nächsten Spiele zeigen. Wir müssen uns alles hart erarbeiten. Keiner wird uns was schenken und uns fällt auch nichts zu.“ Am kommenden Sonnabend reist die Lenz-Elf zum MTV Beetzendorf, wo man in der Vorsaison mit 1:2 unterlag. „Die Punkte gegen die kleinen Mannschaften werden am Ende entscheidend sein“, vermutet der Saxonen-Trainer. Und auch hier spricht die Statistik eine klare Sprache: Gegen Abstiegskandidaten hat der FSV in vier Spielen vier Siege bei 32:0-Toren eingefahren.

VON TOBIAS HAACK

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