FUSSBALL – OBERLIGA Jörn Schulz bleibt Trainer des 1. FC Lok Stendal

Loyalität in Person

Zwischen strengem Blick und Leidenschaft: Jörn Schulz. Der 42-Jährige bleibt Trainer des 1. FC Lok Stendal und packt somit den schweren Umbruch am „Hölzchen“ an. F.: nowak

Stendal – Es ist die Nachricht der Woche: Jedenfalls für den 1. FC Lok Stendal. Trainer Jörn Schulz hält seinem Verein die Treue und hat seinen Vertrag am „Hölzchen“ um drei Jahre verlängert. Und steht somit vor einem großen und schweren Umbruch beim Fußball-Oberligisten.

Doch statt zu flüchten, packt der gebürtige Schweriner aktiv mit an und zeigt wiederholt pure Identifikation mit dem Weg, den die Eisenbahner in der Zukunft gehen wollen und werden. Und das in Zeiten der ungewissen Corona-Pandemie, die nicht nur den Sport, sondern auch die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft auf eine harte Probe stellt. Es ist ein sehr loyales Statement des Trainers.

„Ich freue mich sehr über die weitere langfristige Zusammenarbeit und kann es kaum erwarten, bis es endlich wieder losgeht.“ Diese Aussage von Schulz verdeutlicht, wie sehr er für diese besondere Aufgabe brennt. Trainer des 1. FC Lok zu sein, ist nicht immer einfach. In der Vergangenheit taten sich Nebenschauplätze auf, die Unruhen in den Verein gebracht haben. Vom sportlichen Druck in der Oberliga ganz zu schweigen. Als Schulz im November 2018 sein Amt in Stendal übernahm, wusste er, worauf er sich einlässt. Und hielt die Klasse. Bis zum Zeitpunkt der abgebrochenen Saison 19/20 als Folge der Corona-Krise, stand der 42-Jährige mit seiner Elf ebenfalls über dem Strich.

Der Klassenerhalt bleibt in Zukunft das sportliche Kernziel der Stendaler. Wären da nicht die vielen personellen Veränderungen im Lok-Kader, mit denen Schulz das Optimum herausholen soll. Die Eisenbahner haben mehrere Leistungsträger verloren. Ihnen wünscht Schulz viel Erfolg für die Zukunft und dankt für die erbrachten Leistungen in der Vergangenheit. Doch jetzt muss es weitergehen. Die Blickrichtung erklärt sich von selbst. „Nun gilt es aber, nach vorn zu gucken und nicht nur einen kleinen oder mittleren, sondern einen großen Umbruch einzuleiten“, ist sich Jörn Schulz bewusst, was ihn nach seiner Vertragsverlängerung am „Hölzchen“ erwartet.

Lok wolle und müsse den Vorsatz, mit Spielern aus der eigenen Jugend und aus der Region zu arbeiten, noch mehr mit Leben füllen, unterstreicht der ehemalige Spieler der Stendaler. Mit Torwart John Ziesmann (24) und Abwehrspieler Paul Schönburg (23) kommen zwei Akteure vom Möringer SV. Zudem steht Verteidiger Marlon Schweda (19), der wie Ziesmann und Schönburg bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben hat, als Neuzugang von der U19 des 1. FC Magdeburg fest. Alle drei besitzen eine Lok-Vergangenheit.

Die Mannschaft, die sich in der Zeit unter Trainer Jörn Schulz gefestigt hat, muss sich erneut finden. Schulz ist der Erste, der dies klar ausspricht: „Es muss allen bewusst sein, dass uns ein schwerer Weg, auch mit Rückschlägen, bevorsteht und wir als neu zusammengestellte Mannschaft, schnell zusammenwachsen und in kurzer Zeit viel lernen müssen.“ Tugenden wie Zusammenhalt, Teamgedanke, Vertrauen und Leidenschaft seien laut Schulz jetzt noch mehr als zuvor gefragt. Der Coach ist davon überzeugt, dass dies seiner Mannschaft gelingen kann. Und auch, dass die Lok-Fans das honorieren werden und künftig als Gemeinschaft noch enger zusammenstehen.

Präsident Thomas Weise schließt sich diesem Gedankengang nahtlos an. „Da ist mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen“, kommentierte er gestern auf AZ-Nachfrage die Vertragsverlängerung von Jörn Schulz. Gleichzeitig betonte Weise, worauf es im „Hölzchen“ künftig ankommen wird. „Verein, Trainer, Vorstand und Fans müssen sich gegenseitig Kredit geben. Es wird eine harte Zeit. Da muss man aber gemeinsam durch.“ Bekanntlich heißt es doch: Zusammen funktioniert es besser.

VON PATRICK NOWAK

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