INTERVIEW Lok-Trainer Jörn Schulz über den Abstiegskampf

„Das ist brutal“

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Alles in eigener Hand: Trainer Jörn Schulz hat den 1. FC Lok Stendal im Oberliga-Abstiegskampf in Position gebracht. Noch ist Lok aber nicht am Ziel.

Der jüngste Sieg des 1. FC Lok Stendal beim FC Anker Wismar tat dem abstiegsbedrohten Oberligisten gut. Stendal ist im Tabellenkeller immer noch in der Spur.

Im Gespräch mit AZ-Sportvolontär Patrick Nowak lässt Lok-Trainer Jörn Schulz das Wismar-Spiel Revue passieren, nennt die Unterschiede zum verlorenen Abstiegsduell in Brandenburg und äußert sich zur gnadenlosen Konkurrenz, die ebenso punktet wie Stendal.

Herr Schulz, was bedeutet Ihnen der Oberliga-Sieg gegen Wismar? Der kam ja zum richtigen Zeitpunkt.

Jörn Schulz: Der Sieg war lebensnotwendig. Ich freue mich unwahrscheinlich für die Mannschaft. Wir haben jetzt 21 Punkte in der Rückrunde geholt und sind immer noch da unten drin. Ich hoffe, dass wir es irgendwie in den letzten beiden Spielen schaffen. Das wäre eine tolle Geschichte für die Mannschaft und am Ende natürlich auch für mich.

Was lief konkret in Wismar bis auf das Ergebnis anders, als beim Abstiegsduell gegen den Brandenburger SC Süd, das verloren wurde?

In so einem Moment braucht man auch etwas Spielglück. Wismar hatte auch Chancen. Wir hatten aber das Spielglück auf unserer Seite und die Einstellung. Die Jungs wollen das unbedingt schaffen. Wir haben die ganze Woche hart auf dieses Spiel trainiert. Nachher haben wir es gut umgesetzt. Obwohl wir etwas umstellen mussten, weil Wismar einen etwas schwierigen Fußball gespielt hat. Die haben viele lange Bälle gespielt. Und der Unterschied zum Brandenburg-Spiel war schon eine Mentalitätssache.

Nun hat der 1. FC Lok Stendal aber ein wichtiges Spiel gewonnen. Wie schätzen Sie jetzt Loks Position im Tabellenkeller ein? Ihre Mannschaft spricht ja immer noch ein Wörtchen mit zwei Spieltage vor Schluss.

Am Ende ist es so, dass wir es immer noch in der eigenen Hand haben und in der Rückrunde eine Aufholjagd gemacht haben. Wir müssen jetzt dieses Heimspiel (gegen den Malchower SV, Anm. d. Red.) gewinnen. Und dann hoffe ich, dass wir auch ein bisschen Spielglück auf den anderen Plätzen haben.

Wie wahnsinnig macht es Sie eigentlich, dass Ihre Mannschaft selbst punktet und die Konkurrenz aber gnadenlos nachlegt?

Ich muss sagen: Das ist brutal. Da bin ich auch total stolz auf die Mannschaft, wie sie das umsetzt. Das ist eine Riesen-Drucksituation. Und wenn man die anderen Ergebnisse sieht, glaube ich, dass wir letztes Jahr mit 33 Punkten durch waren. Die Mannschaft hat in der Rückrunde 21 Punkte geholt. Also mehr geht fast gar nicht. Das geht noch nicht durch. Deshalb müssen wir weiter fokussiert sein.

Jetzt kommt der Malchower SV ins „Hölzchen“. Ist das ein Fluch oder Segen, wenn der Gegner so weit abgeschlagen ist?

Wir haben das Wochenende erst mal frei. Es geht aber ums Geschäft. Wenn man sich die Ergebnisse ansieht, ist das natürlich knapp, was Malchow für Ergebnisse einfährt. Und wer schon die drei Punkte mit zurechnet, der ist völlig fehl am Platz. Meine Aufgabe wird jetzt sein, dass wir diesen Gegner in keinster Weise unterschätzen.

Also die Spannung hochhalten und nicht denken, dass man bereits vor Anpfiff gewonnen hat?

Ja, genau. Und das ist schwer genug.

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