FUSSBALL Stadionsprecher Sven Jaluschka ist der Mann am Mikro

Lok Stendals Stimme

Ob bei sommerlichen Temperaturen oder an kalten Wintertagen: Sven Jaluschka weiß genau, worauf es als Stadionsprecher des 1. FC Lok Stendal ankommt, um die Zuschauer im „Hölzchen“ zu informieren und zu unterhalten. Foto: nowak
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Ob bei sommerlichen Temperaturen oder an kalten Wintertagen: Sven Jaluschka weiß genau, worauf es als Stadionsprecher des 1. FC Lok Stendal ankommt, um die Zuschauer im „Hölzchen“ zu informieren und zu unterhalten.

Stendal – Er stellt die gegnerische Mannschaft vor, gibt die Startaufstellung des 1. FC Lok Stendal bekannt, kümmert sich um das Stadionheft der Eisenbahner und ist von den Pressekonferenzen nach den Spielen nicht wegzudenken.

Sven Jaluschka ist Stadionsprecher und die Stimme des Fußball-Oberligisten. Gleichzeitig zeigt sich der Mann am Mikro bemüht, den Besucher im Stendaler „Hölzchen“ über Neuigkeiten zu unterrichten und ihn gleichzeitig zu unterhalten.

„Der Zuschauer, der im Stadion ist, soll informiert und anhand der Musik oder dem Torjubel da ein bisschen mitgenommen werden und Freude daran haben – auch durch die Arbeit des Sprechers.“ Der 47-Jährige weiß, worauf es in seiner Aufgabe ankommt. Und er bringt jahrelange Erfahrung mit. Angefangen hatte alles mit der Moderation des Sparkassen-Cups. Das habe er 25 Jahre lang gemacht. Anschließend wurden damalige Lok-Verantwortliche auf ihn aufmerksam und dann ist er in diese Tätigkeit reingewachsen, hat mittlerweile als Sprecher bei der Stendaler Boxgala oder anderen Veranstaltungen seinen Worten durch die Lautsprecher freien Lauf gelassen. „Weil es mir Spaß macht“, merkt Jaluschka, der in Stendal geboren und aufgewachsen ist, an.

Man könne vieles lernen, sagt er. Doch er ist sich sicher, dass man eine Grundmöglichkeit haben müsse, um überhaupt vor Leuten sprechen zu können. Diese Eigenschaften bringt Jaluschka mit. Und deshalb verhaspelt er sich nie, spricht verständlich und in einem Tempo, sodass die Zuhörer ihm folgen können. Dabei steckt in Jaluschkas Tätigkeit im Hintergrund einiges an Arbeit, was der Zuschauer nicht mitbekommt. Zunächst steht die Vorbereitung auf das Spiel an. Dazu sammelt Sven Jaluschka Fakten zur Gastmannschaft und der Lok-Elf und arbeitet ohnehin am Stadionheft, das am Spieltag selbst verfügbar ist.

Dadurch sei er schon im Thema drin. Im Zweifelsfall erkundigt er sich im Vorfeld bei der gegnerischen Mannschaft, wie denn die Spielernamen – gerade von ausländischen Akteuren – ausgesprochen werden, um Fehler zu vermeiden.

Jaluschka selbst sieht sich nicht als Perfektionist, will dann aber doch, dass alles an einem Spieltag so funktioniert, wie er es sich vorstellt. Dass nicht immer alles reibungslos abläuft, die Technik streikt oder etwas Unerwartetes passiert, damit muss der Stadionsprecher immer rechnen. Mit dem Wissen, dass es eine Vielzahl an Zuschauern mitbekommt. „Zum Beispiel beim DFB-Pokalspiel gegen Bielefeld, da hatte auf einmal das Mikrofon versagt. Da waren auch mehr Zuschauer, das sind so die Momente, wo ich emotional werde und sage: Das kann nicht wahr sein.“ Fehler passieren halt. Auch ihm. Das sei immer unschön, so Jaluschka. Aber im Nachgang auch relativ spannend und teilweise lustig, weil er dann improvisieren müsse. In diesen Fällen meistert er es meistens souverän.

Jedes Spiel ist anders. Keiner kann voraussagen, was geschieht. Gerade beim Thema Pyrotechnik. „Da ist es schon wichtig, dass man angemessen reagiert“, meint Jaluschka, der aus seiner Sprecherkabine alles im Blick hat und schnell handeln muss. Ist das Spiel abgepfiffen, ist für ihn noch lange nicht Schluss. Die Pressekonferenz ruft, die dann anschließend als Video abrufbar ist. Auch das zeichnet Jaluschka auf und schneidet es dann selbst zurecht.

Erleichtert zeigt er sich auch, dass es bislang nicht den Vorfall gab, dass ein Trainer oder ein anderer Beteiligter wütend den Presseraum verlassen musste. „Das hatten wir zum Glück noch nicht.“ Daran hat „Jalle“, wie er genannt wird, aufgrund seiner speziellen Art und Weise der Moderation seinen Anteil. Ab und an überrascht er Lok-Trainer Jörn Schulz, der nach engen Siegen und intensiven 90 Minuten sichtbar geschafft und zufrieden den Presseraum betritt, mit Aussagen zum Weltfrauentag oder sonstigen Themen, mit denen keiner rechnet. Schulz ist erst perplex und lacht dann kopfschüttelnd. „Da muss er durch“, schmunzelt Jaluschka, dem gefällt, was er mit Leidenschaft beim 1. FC Lok Stendal tut.

VON PATRICK NOWAK

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