Krise beim 1. FC Lok Stendal

Weise und Schulz stellen sich vor die Mannschaft

Lok-Trainer Jörn Schulz gibt Anweisungen.
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Jörn Schulz nimmt seine Mannschaft in Schutz.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Beim 1. FC Lok Stendal ist die Stimmung nach drei heftigen Niederlagen angespannt. Trainer Jörn Schulz nimmt die Verantwortung dafür auf sich und auch Lok-Präsident Thomas Weise stellt sich vor das Team.

Stendal – Thomas Weise, Vereinspräsident des 1. FC Lok Stendal, agiert gerne im Hintergrund. Zu sportlichen Fragen äußert er sich bewusst nicht. Er sieht dort nicht seine Kompetenz und überlässt dieses Themenfeld seinem Vize-Präsidenten Guido Klautzsch und natürlich Trainer Jörn Schulz. Am vergangenen Wochenende sah sich das Oberhaupt der Eisenbahner nun offensichtlich doch genötigt, sich auf der Facebook-Präsenz des Vereins zum Geschehen auf dem grünen Rasen zu äußern. Kurz zuvor hatte der 1. FC Lok mit dem 1:4 beim MSV Pampow seine dritte hohe Pleite in Folge kassiert, weshalb sich Weise öffentlich vor Mannschaft und Trainer stellte. Ein Schritt, der verdeutlicht, wie ernst die Lage am „Hölzchen“ mittlerweile ist. Die Nerven aller Beteiligten sind spürbar angespannt.

„Wir müssen jetzt nach wie vor unsere Mannschaft und das Trainerteam weiter unterstützen! In den folgenden Spielen muss der Knoten einfach mal wieder platzen“, appellierte Weise an die Stendaler Fußballgemeinschaft – und irgendwie auch an den Fußballgott. Die Klubverantwortlichen sind dieser Tage bemüht, die Wogen nach drei Klatschen in Folge (mit einer Tordifferenz von 1:14) und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz einigermaßen zu glätten. Dass Thomas Weise sich nun auf Facebook äußert, kommt nicht von ungefähr. Denn in den sozialen Medien bricht sich die Wut einiger Anhänger seit knapp zwei Wochen Bahn. Die einen diskutieren über den Trainer, die anderen stellen die Kaderplanung infrage, die nächsten sehen die gesamte Entwicklung des Vereins in den vergangenen viereinhalb Oberliga-Jahren kritisch.

Wir müssen jetzt (...) unsere Mannschaft und das Trainerteam weiter unterstützen!

Thomas Weise (Präsident, 1. FC Lok Stendal)

Dass die treuen Lok-Fans nach den Ergebnissen der vergangenen Wochen enttäuscht sind und vieles hinterfragen, ist ihr gutes Recht. Unerwartet kann das Rumoren am „Hölzchen“ nach einem 0:6, 0:4 und 1:4 in den vergangenen drei Partien auch für niemanden kommen. Nur gebrauchen können es Jörn Schulz und seine Mannschaft im Moment eher nicht. Denn am kommenden Sonntag reist mit dem MSV Neuruppin ein schlagbarer Aufsteiger zum nächsten Sechs-Punkte-Spiel in die Altmark.

Ich bin allein in der Verantwortung (...) Das Wichtigste in so einer Phase ist, dass wir ruhig bleiben.

Jörn Schulz (Trainer, 1. FC Lok Stendal)

Die Kunst für den Lok-Trainer wird in der laufenden Trainingswoche deshalb darin bestehen, alle externen Einflüsse und den sportlichen Druck von seinem jungen Team fernzuhalten und den vollen Fokus auf Neuruppin zu richten. Auf der Pressekonferenz in Pampow hat er dazu (wahrscheinlich bewusst) den ersten Schritt gemacht, indem er die komplette Kritik auf sich fokussiert hat. „Ich bin allein in der Verantwortung“, unterstrich der Stendaler Trainer und führte weiter aus: „Das Wichtigste in so einer Phase ist, dass wir ruhig bleiben. Wir intern sind ruhig, Mannschaft und Trainerteam. Wir müssen weiter arbeiten, so lange man uns lässt.“

So lange man sie lässt? Ein Nachsatz, der aufhorchen lässt. Der aber auch dazu dient, die Mannschaft aus der Schusslinie zu nehmen. Eine Wechselstimmung auf der Trainerposition gibt es beim 1. FC Lok Stendal eher nicht. Das verdeutlicht nicht zuletzt Weises unmissverständliches Statement. Dennoch wissen alle Beteiligten, dass ein Punktgewinn am Sonntag nach der Talfahrt der vergangenen Wochen fast schon alternativlos ist. Um die Stimmung zu beruhigen, und um Präsident Thomas Weise wieder in den Hintergrund zurückkehren zu lassen.

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