Noch nicht am Optimum

Lok Stendal: Trainer Jörn Schulz zeigt sich verärgert

Lok-Trainer Jörn Schulz grübelt am Spielfeldrand.
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Jörn Schulz hat viele Baustellen.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Etwas mehr als eine Woche vor dem Saisonstart gegen Schwerin gibt es beim 1. FC Lok Stendal noch viel Luft nach oben. Trainer Jörn Schulz zeigte sich zuletzt unzufrieden.

Stendal – Nach neun Monaten Pflichtspielpause scheint es noch immer ein bisschen unwirklich, doch der Blick auf die Internetpräsenz des 1. FC Lok Stendal bestätigt es schwarz auf weiß: In etwas mehr als einer Woche wird in der NOFV-Oberliga Nord endlich wieder um Punkte gespielt. Am Sonntag, den 8. August, startet der 1. FC Lok Stendal mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Mecklenburg Schwerin in die neue Saison. Inzwischen hat bei den Eisenbahnern bereits der Verkauf der Dauerkarten begonnen, die Anhänger fiebern der Rückkehr ins „Hölzchen“ entgegen. Nur auf dem Platz möchte sich die Vorfreude noch nicht ganz so einstellen. Trainer Jörn Schulz ließ nach dem lockeren 8:0-Testspielsieg gegen Oschersleben sogar mit unerwartet deutlichen Worten aufhorchen.

Zu wenig Zug und Konsequenz gegen Oschersleben

„Zwei Wochen vor dem scharfen Start in der Oberliga kann ich mit dem, was meine Jungs heute auf den Platz gebracht haben, nichts anfangen. Zumal alle wussten, dass es auch um Empfehlungen für die Startelf am ersten Punktspieltag geht“, ließ sich der Trainer auf der Facebook-Präsenz des Vereins zitieren. Die Spieler sollen Schulz’ Unzufriedenheit dem Vernehmen nach bereits in der Halbzeitpause des jüngsten Testspiels lautstark zu Ohren bekommen haben. Doch was gab es zu kritisieren am standesgemäßen Erfolg gegen den Landesklassisten? Gegenüber der Altmark-Zeitung machte Stendals Trainer auf Nachfrage eine relativ lange Liste der Unzulänglichkeiten auf. „Die Abläufe waren nicht da. Der Ball lief nicht. Es war zu wenig Zug drin. Wir hatten keine Konsequenz vor dem Tor“, bemängelte er. Kurzum: Dem Cheftrainer der Altmärker fehlte der nötige Ernst.

Zwei Wochen vor dem scharfen Start in der Oberliga kann ich mit dem, was meine Jungs heute auf den Platz gebracht haben, nichts anfangen.

Jörn Schulz (Trainer des 1. FC Lok Stendal)

Was man den Stendalern gegen den OSC nicht absprechen konnte, war eine erkennbare Spielanlage. Im 3-4-3 ging es häufig über die Außenbahnen, die Lücken dort wurden auch immer wieder gefunden und bespielt. Auffällig agierte vor allem Maurice Schmidt auf dem rechten Flügel. Was allerdings zu selten funktionierte, war eine geglückte Kombination aus guter Flanke und optimaler Strafraumbesetzung. Mal kamen die Eingaben gefährlich, doch der entsprechende Raum im gegnerischen Strafraum war nicht besetzt. Mal war es umgekehrt. Unter dem Strich glückten zwar zwei Treffer nach Flanken, doch Trainer Jörn Schulz hatte sich gegen den unterklassigen Kontrahenten sicherlich mehr erhofft.

Abhilfe verspricht diesbezüglich wahrscheinlich Neuzugang Dimos Daramaras, der mit einer Körpergröße von 1,96 Meter die optimale Statur für einen Zielspieler und Mittelstürmer mitbringt. Gegen Oschersleben fand sich der 31-jährige Grieche jedoch 90 Minuten auf der Bank wieder. Der Grund: Daramaras hatte unter der Woche seine neue Arbeit in Stendal begonnen und war am Spieltag körperlich nicht in der Verfassung mitzuwirken. „Arbeit ist wichtig, das ist ganz klar. Aber seine Priorität hier ist es, Fußball zu spielen“, schüttelte Schulz den Kopf.

Viel Arbeit im Kurz-Trainingslager

Es sind viele kleine Baustellen wie diese, die den Trainer vor dem Saisonstart hadern lassen. Am Optimum sieht er sein Team so kurz vor dem Auftakt daher noch nicht. Die letzte Chance, dies zu ändern, bietet sich am kommenden Wochenende im Trainingslager in Wismar, wo es zum Abschluss der Vorbereitung auch nochmal gegen den ehemaligen Oberliga-Konkurrenten FC Anker geht. „Wir müssen das Trainingslager intensiv nutzen“, unterstreicht der Lok-Coach im Vorfeld.

Zum Stendaler Tross, der sich morgen in Richtung Ostsee aufmacht, werden möglicherweise auch weitere Neuzugänge gehören. Am Montag spielten am „Hölzchen“ zwei Torhüter und drei Feldspieler vor. Gut möglich, dass es zeitnah zu weiteren Vertragsabschlüssen kommen wird. Denn, dass die Verantwortlichen mit ihrem Oberliga-Kader noch nicht vollends zufrieden sind, ist ein offenes Geheimnis.

Die Zeit bis zum Start drängt allerdings, was irgendwo aber auch besonders schön ist. Schließlich gilt es, neun fußballfreie Monate hinter sich zu lassen.

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