Landespokal-Kracher im „Hölzchen“

Lok Stendal freut sich auf das Highlight gegen den 1. FC Magdeburg

Obermair im Zweikampf gegen Balliet
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Trafen sich bereits im Vorjahr: Raphael Obermair (li., 1. FC Magdeburg) und Lorenz Balliet (re., Lok Stendal)
  • Tobias Haack
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Der 1. FC Lok Stendal und der 1. FC Magdeburg, zwei große Derby-Rivalen der 1960er- und 1990er-Jahre, treffen heute Abend zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Im Stadion „Am Hölzchen“ wird ab 17 Uhr das Drittrunden-Spiel des eingefrorenen Landespokal-Wettbewerbs 2020/21 nachgeholt. 

Auf den Sieger der Partie wartet im Achtelfinale bereits der Haldensleber SC. Doch sportlich ist das heutige Spiel nur eine Randnotiz für beide Kontrahenten, schließlich gilt es im Liga-Betrieb die deutlich wichtigeren Ziele im Auge zu behalten.

Beim Blick auf diese wird auch gleich der gravierende Unterschied zwischen dem 1. FC Lok und seinem heutigen Gast offensichtlich. Während die Stendaler dem Klassenerhalt in der Oberliga Nord (5. Liga) alles unterordnen, richten sich die Blicke des FCM als überzeugender Tabellenführer der 3. Liga in Richtung Zweitliga-Rückkehr.

Eisenbahner vor dem Pokalmatch gut erholt

Noch vor knapp einem Jahr trafen sich beide Vereine in Stendal zu einem freundschaftlichen Vergleich. Damals zog sich der 1. FC Lok mit 1:6 (0:5) recht beachtlich aus der Affäre. Mittlerweile hat es an beiden Standorten aber erhebliche Umbrüche gegeben. Die Altmärker haben zahlreiche Stammkräfte verloren und basteln aktuell an einem Umbruch mit zahlreichen jungen Spielern und externen Neuzugängen, unter anderem aus Griechenland und Polen. Mit fünf Punkten und guten Heimauftritten gegen Schwerin (2:2), Brandenburg (2:0) und Neustrelitz (2:2) sind die ersten Schritte auf diesem steinigen Weg geglückt. Gleichwohl liegt aber auch noch viel Arbeit vor Trainer Jörn Schulz und seinem Team. Das heutige Pokalspiel möchten die Eisenbahner als Highlight außer der Reihe einfach nur genießen. Zuletzt durfte der 1. FC Lok zweieinhalb Wochen pausieren, was der angespannten Personalsituation gut tat. Mit Lukas Breda, John Ziesmann und Maurice Pascale Schmidt werden drei Spieler heute dennoch verletzungsbedingt passen müssen. Hinter Neuzugang Panagiotis Mavroudis steht noch ein Fragezeichen.

Titz vor Stendals Kontern gewarnt

Der 1. FC Magdeburg hat mit einer weitaus höheren Zahl an Ausfällen zu kämpfen. Cheftrainer Christian Titz muss derzeit auf neun Spieler verzichten. „Wir haben aktuell eine Kadergröße, die nicht optimal ist“, äußerte sich der 50-Jährige Fußballlehrer. Kai Brünker und Tobias Müller absolvierten nach überstandener Corona-Infektion immerhin eine leichte Trainingseinheit, müssen sich in den kommenden Tagen aber weiteren Diagnostiken unterziehen. Die Partie in Stendal kommt wohl für beide Akteure zu früh. „Wir gehen da sehr sorgsam mit um“, so Titz. Dennoch sind die Elbestädter haushoher Favorit. Schließlich ist der FCM nicht nur Drittliga-Tabellenführer – die Titz-Elf stellt zudem ligaweit die beste Defensive (sechs Gegentore). Trotz des Klassenunterschieds und der eindeutigen Ausgangssituation bereiteten sich die Magdeburger per Videoanalyse auf die Eisenbahner vor. „Wir haben einige Bilder vom Gegner gesehen. Wir wissen, dass sie im Offensivbereich durchaus gefährlich sein können. Gegen einen tiefer gestaffelten Gegner muss man auch vorsichtig sein, dass man sich keinen Konter einfängt“, analysierte Titz und fügte an: „Wir werden nichts unterschätzen, denn wir wissen, wie schön es sein kann, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Wir nehmen das Spiel absolut ernst.“

Direktvergleich

Gesamtbilanz:

19 Spiele (11 DDR-Oberliga, 6 Regionalliga Nordost, 1 Landespokal, 1 Testspiel).

5 Siege für Lok Stendal, 2 Unentschieden, 12 Siege für den 1. FC Magdeburg.

Höchster Sieg für Lok Stendal:

2:0 (DDR-Oberliga, 11. Dezember 1965).

Höchster Sieg für den 1. FC Magdeburg:

8:1 (Regionalliga Nordost, 30. April 2000).

Die letzten Duelle:

1. FC Lok Stendal - 1. FC Magdeburg 1:6 (0:5), Freundschaftsspiel, 23. August 2020

1. FC Magdeburg - 1. FC Lok Stendal 1:0 (1:0), Landespokal-Finale, 21. Mai 2018

1. FC Magdeburg - Lok Altmark Stendal 8:1 (2:1), Regionalliga NO, 30. April 2000

Die Stadiontore am „Hölzchen“ öffnen um 15.30 Uhr.

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