In der Vorbereitung läuft es beim Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg nicht rund

Die Liga ist etwas anderes

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Moritz Sprenger und der FCM trainieren seit drei Wochen – in drei Tagen geht es für ihn und Tarek Chahed (links) im Spiel gegen Fortuna Köln los.

Magdeburg. Eine Fußball-Mannschaft wettkampftauglich durch eine Saison zu bringen, ist eine besondere Aufgabe. Es treten viele Eventualitäten ein, um das Konstrukt Team professionell aufzubauen und vorzubereiten.

Eine Winterpause kann dabei eine Chance sein – oder auch ein Hemmnis. Nach drei Wochen Vorbereitung und drei Tage vor dem ersten Rückrunden-Spiel wirkt die Unterbrechung der Spielzeit beim 1. FC Magdeburg eher als Hindernis. „Vielleicht hätte es auch weitergehen können“, sagte FCM-Trainer Jens Härtel der AZ – und schien zum Trainingsauftakt schon so eine Ahnung gehabt zu haben.

Die Zeit der intensiven Trainingsphase lief beim Drittligisten aus der Landeshauptstadt nicht gerade reibungslos ab. Negative Nachrichten überwogen in den letzten Wochen und so scheint die Partie bei Fortuna Köln am Sonnabend als besonders schwierige Aufgabe. Welche elf Spieler nach der holprigen Vorbereitung die Revanche für das 0:3 nehmen wollen, ist fraglich.

Im Kader hat sich in der Vorbereitung nicht allzu viel getan, Neuzugang Charles-Elie Laprevotte war vom ersten Tag an dabei und könnte eine Option für Härtel sein. Im Mittelfeld hat der Coach allerdings die wenigstens Probleme – also ist auch ein Laprevotte nicht gesetzt.

Das Angebot an Spielern auf allen Positionen ist generell groß, wenngleich einige Akteure nicht schonungslos durch die Trainingswochen kamen. Im einwöchigen Trainingslager im spanischen La Manga hatte der FCM Top-Bedingungen, aber mit Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen. Startelf-Kandidaten wie Nils Butzen, Niklas Brandt, Sebastian Ernst und Florian Kath machten nicht alles mit. Vor dem Köln-Spiel scheinen die meisten Spieler jedoch wieder fit zu sein.

Eine 100 prozentig gute Vorbereitung war es bei weitem nicht – was nicht heißen muss, dass die Magdeburger nicht gleich voll da sind. Training und Wettkampf sind zwei paar Schuhe. In den Testspielen lieferte der FCM noch nicht die gewünschten Ergebnisse: 3:1 gegen Viktoria Berlin, 3:4 gegen den spanischen Drittligisten San Fernando, 0:2 gegen den Karlsruher SC, 0:0 gegen den FSV Frankfurt, 0:2 bei Energie Cottbus und zuletzt ein 2:2 beim VfL Wolfsburgs II. Das ist nicht die Offenbarung, doch wichtiger ist, dass die Schützlinge von Härtel Spielminuten sammelten und den Trainer überzeugten.

Offensivmann Florian Kath, in der Hinrunde ein Wackelkandidat, stach etwa in den letzten beiden Tests hervor. In Tests wirkte auch der Ex-Salzwedeler Michel Niemeyer mit, doch in der 3. Liga wartet der Pechvogel in der Linksverteidigung in dieser Saison noch auf Einsatzminuten.

Wer im von Härtel favorisierten 3-5-2-System stehen wird, hat auch die ehrenvolle Aufgabe, Magdeburg nach der starken Hinserie mit fünf Siegen in Folge vor der Pause in die zweite Hälfte zu führen. Stand jetzt wirkt der FCM nach dem zweiten Platz in der ersten Saisonhälfte nicht wie ein Aufstiegskandidat. Doch wer hätte das nach dem schlechten Start in die Saison überhaupt gedacht. Erstes Ziel ist es ohnehin, wie Top-Stürmer Christian Beck im AZ-Interview sagt, 45 Punkte zu holen. Eine durchwachsene Vorbereitung soll den FCM nicht daran hindern.

Von Benjamin Post

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