FUSSBALL: Tangerhütte-Kapitän Sören Buchholz über die Rettung

„Die Leute haben Bock“

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Ziel erreicht: Germania Tangerhüttes Kapitän Sören Buchholz spielt nach dem Klassenerhalt auch in der kommenden Saison in der Fußball-Landesklasse.

Tangerhütte – Wege, um den Klassenerhalt zu feiern, gibt es viele. Als legendär gilt die Abstiegskonferenz am letzten Spieltag in der Fußball-Bundesliga 1998/99, als noch fünf Mannschaften absteigen konnten.

Es hätte Nürnberg, Stuttgart, Freiburg, Rostock und Eintracht Frankfurt treffen können. Dabei hatte Nürnberg als Zwölfter die beste Ausgangsposition und Frankfurt als 16. die geringsten Chancen. Am Ende kam es anders: Frankfurt hielt nach einem Last-Minute-Tor zum 5:1 über Kaiserslautern die Klasse. Nürnberg stieg nach einem Gegentor in der 85. Minute gegen Freiburg in Liga zwei ab.

Ganz so dramatisch lief der vergangene Spieltag für den Fußball-Landesklassisten SV Germania Tangerhütte nicht ab. Trotz einer 0:5-Derbypleite am Sonnabend beim FSV Saxonia Tangermünde bleibt der Aufsteiger auch in der kommenden Saison Landesklassist. Germania-Kapitän Sören Buchholz wirkte gegenüber der Altmark Zeitung nach der Pleite geknickt. Den Klassenerhalt kann man ihm und Tangerhütte aber dennoch nicht mehr nehmen.

„Das war eigentlich auch das Ziel. Wir sind als Aufsteiger in die Landesklasse gekommen und dürfen noch nicht zu hoch stapeln.“ Sören Buchholz weiß die sportliche Situation mit Germania Tangerhütte richtig einzuordnen. Der souveräne Kreisoberliga-Meister der vergangenen Saison musste sich auf neue Herausforderungen einstellen. Die Zeiten, in denen Tangerhütte jeden Gegner vom Platz schoss, waren spätestens mit der Rückkehr in die Fußball-Landesklasse vorbei. Das merkt auch der 26-jährige Sören Buchholz auf dem Platz an seiner eigenen Person. Im Aufstiegsjahr gelangen Tangerhüttes Mittelfeldspieler fünf Tore und sieben Vorlagen. In der abgelaufenen Spielzeit durfte der Kapitän lediglich einmal über einen eigenen Treffer jubeln.

Buchholz alleine war aber nicht der Grund für den vorzeitig gesicherten Klassenerhalt. Vielmehr war es eine mannschaftliche Geschlossenheit, die gerade im Abstiegskampf neue Kräfte freisetzt. So auch in Tangerhütte. Dort scheint die personelle Mischung zu passen. „Wir haben eine gute und junge Mannschaft mit wirklich vielen Neuzugängen aus der Jugend. Die müssen natürlich erst mal herangeführt werden“, weiß Buchholz, erkennt aber auf dem Platz und vor allem in der Kabine: „Die Leute haben Bock.“

Vieles lief für den Landesklasse-Neuling in die richtige Richtung. Und endete am jüngsten Sonnabend mit der Sicherung des Klassenverbleibs. Die Gründe liegen für Germania Tangerhüttes Nummer Sieben auf der Hand. „Wir sind noch enger zusammengerückt, weil wir viele junge Spieler dazubekommen haben. Die aber perfekt in den Verein Germania Tangerhütte passen und den Verein wirklich perfekt verkörpern.“

Daran änderte sich bei Buchholz und Co. im Winter nichts. Auch nicht mit dem Abgang von Stürmer Rosario Schulze zu Saxonia Tangermünde, der die Tangerhütter vor knapp einem Jahr mit 14 Kreisoberliga-Toren eine Spielklasse höher schoss. Die Elf von Trainer Jürgen Dobberkau hat die personelle Lücke im Kollektiv geschlossen. „Dadurch haben wir das ganz gut aufgefangen“, ist sich Sören Buchholz sicher.

Zwei Ligaspiele stehen noch an. Diese kann Buchholz mit seinem Team gelassener angehen. Mit Blick auf das kommende Jahr wünscht er sich nur eines: „Ich hoffe, dass es nächste Saison so weitergeht. Und dass das Teamverhalten und die Trainingsbeteiligung positiv bleiben“

VON PATRICK NOWAK

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