Nachwuchssegler aus Arendsee besucht künftig die Sportschule des DSV in Kiel / Internationale Starts

Leonard Stock träumt von Olympia

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Landesmeistertitel, Starts bei Deutschen Meisterschaften und internationalen Regatten, die positive Entwicklung von Leonard Stock führt nun an die DSV-Sportschule nach Kiel.

Arendsee. Nachwuchsfußballer träumen von der Bundesliga, Jungen und Mädchen anderer Sportarten von einem Start bei an den Olympischen Spielen. Auch der Arendseer Leonard Stock, der mit dem neuen Schuljahr die nächste Stufe auf der Karriere-Leiter im Segeln nehmen wird.

Denn der 16-Jährige kann dann an der Sportschule des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) in Kiel seiner Laufbahn einen weiteren Schub verleihen.

Jan-Malte Stock segelt derzeit im Opti A. Künftig wird der Arendseer für die Segelvereinigung Berlin an den Start gehen.

Als Sohn des mehrfachen Deutschen Meisters im Segeln der H-Jollen, Florian Stock, war es keine Überraschung, dass der gebürtige Seehäuser bereits im Alter von sechs Jahren erste Segelerfahrungen im Optimist gesammelt hat. Ab seinem neunten Lebensjahr beteiligte sich Leonard an nationalen Regatten. Als Landesmeister nahm der junge Nachwuchssegler des Arendseer RV 2014 erstmals an einer Deutschen Meisterschaft im Opti A teil, ein Jahr später durfte Leonard bereits bei der nationalen Ausscheidung zur Welt- und Europameisterschaft in dieser Klasse starten. 2015 war in der Entwicklung von Leonard Stock ein wichtiges Jahr, erfolgte doch der Umstieg in die Klasse Laser 4,7. Zudem wechselte der Seestädter zur Segelvereinigung 1903 Berlin, über den Verein vom Wannsee und nach Aufnahme in den Landeskader beteiligte sich Stock an den Trainings- und Wettkampfmaßnahmen der Berliner Nachwuchssegler. „In Arendsee hätte er sich nie so entwickeln können“, erinnert sich Vater Florian, der beim ARV eine kleine Laser-Gruppe mit Tristan Richter, Moritz und Lucca Helfrich trainiert. In Berlin hat Leonard Stock leistungsstärkere und größere Trainingsgruppen vorgefunden, die für die Leistung natürlich förderlich waren. „Außerdem war es wichtig, auch Meinungen anderer Trainer zu hören“, so Florian Stock, der seinem Sohn das ABC des Segelns beigebracht hat.

Die Trainingsmaßnahmen in der Bundeshauptstadt haben sich für den Schüler des Jahn-Gymnasiums Salzwedel ausgezahlt. Im Laser 4.7 wurde Leonard 2016 Vierter bei der Deutschen Meisterschaft und belegte Platz elf beim Europacup vor Warnemünde. Weitere Teilnahmen an europäischen Regatten und der Weltmeisterschaft vor Kiel folgten. Der Altmärker, der mit derzeit 1,83m Körpergröße gute Voraussetzungen für diese Klasse mitbringt, stieg auf Platz drei in der deutschen Rangliste seiner Bootsklasse, Einladungen zu Sichtungen folgten.

Und die Sichtungen des DSV liefen erfolgreich, sodass Leonard Stock nun zur Sportschule nach Kiel wechseln darf, wo er unter den Fittichen der Bundestrainer mit dem gesamten Bundeskader trainieren wird. „Sein Boot beherrscht Leonard richtig gut, er holt gute Geschwindigkeiten heraus. Jedoch verliert er bei großen Starterfeldern schnell den Überblick“, beschreibt Florian Stock die Stärken und Schwächen seines Sohnes.

Inzwischen ist der Arendseer in den Laser Radial gewechselt, der Umstieg in den Laser Standard wird der nächste Schritt sein. Die Laser 4.7, Radial und Standard sind absolut baugleich, sie unterscheiden sich lediglich in der Größe der Segel. Materialvorteile gibt es in dieser Ein-Personen-Bootsklasse somit nicht. Der Laser Radial ist die olympische Bootsklasse für Frauen, den Laser Standard segeln bei Olympia die Männer. Und natürlich hofft Leonard, dass der Laser auch künftig olympisch bleibt, denn die Aufnahme in die National-Mannschaft der Erwachsenen und eine Teilnahme an Olympia sind die langfristigen Ziele des jungen Seglers.

Doch erst einmal geht es für Leonard Stock darum, seinen Platz in der nationalen Nachwuchsspitze zu festigen und bei Welt- und Europa-Meisterschaften weiter auf sich aufmerksam machen. Die nächsten Gelegenheiten, auf internationaler Ebene Erfolge einzufahren, hat Leonard Stock im Juli bei der EM auf der Ostsee vor Danzig und im August bei der WM auf dem holländischen Ijsselmeer.

Und auch der nächste Spross der Seglerfamilie Stock, Jan Malte, tritt bereits in die Fußstapfen von Vater und Bruder. Der 13-Jährige ist bereits im Opti A erfolgreich und wechselt nun ebenfalls zur Segelvereinigung 1903 Berlin, um bei den dortigen Fördermaßnahmen das eigene Können zu steigern. Leonard und Jan-Malte segeln später in einem gemeinsamen Boot für Deutschland - davon träumt der Vater aber nicht. „Unter Brüdern funktioniert das nur ganz, ganz selten. Dafür sind meine Jungs auch zu verschieden. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen“, so Florian Stock, der sich über die positive Entwicklung seiner Söhne natürlich freut und diesen Weg nach seinen Möglichkeiten auch weiterhin tatkräftig unterstützen wird.

Von Renee Sensenschmidt

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