Elbe-Ohre-Cup

Laufgruppe des SV Germania Tangerhütte durchbricht die Phalanx

Kinder gehen beim Parklauf in Tangerhütte an den Start.
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Auf dem Werner-Seelenbinder-Sportplatz in Tangerhütte ist wieder Leben eingekehrt.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Der SV Germania Tangerhütte hat die LG Hopfen Schackensleben in der vergangenen Saison als Seriensieger des Elbe-Ohre-Cups abgelöst. Ihren Weg an die Spitze beschritten die Altmärker im Eiltempo.

  • Rasante Entwicklung seit der Gründung 2018
  • Auch Corona hält die Laufgruppe im Jahr 2020 nicht auf
  • Ambitionierte Ziele für die Zukunft

Tangerhütte ‒ Der SV Germania Tangerhütte, einer der wenigen Mehr-Sparten-Vereine in der Altmark, hat seit Kurzem wieder ein echtes Prunkstück in seinen Reihen. Im September 2018 hat sich in der Tangerstadt als Unterabteilung der Leichtathletik eine Laufgruppe formiert, die es in gerade einmal zwei Jahren geschafft hat, in die Phalanx der führenden Teams des Elbe-Ohre-Cups einzudringen.

Mit beachtlichen Leistungen, Ehrgeiz und Disziplin ist es den Germanen gelungen, Seriensieger LG Hopfen Schackensleben zu entthronen und die EOC-Mannschaftswertung 2020 für sich zu entscheiden. Ein sportlicher Coup mit fadem Beigeschmack, denn gefeiert werden konnte der Triumph bis dato noch nicht.

Triumph ohne Krönung

„Wegen Corona gab es keine Ehrungsveranstaltung. Bis heute haben wir leider noch keinen Pokal, Urkunden oder Medaillen. Das ist schon echt traurig für uns“, sagt Danny Kupferschmidt, der zusammen mit Heike Diesing und Sven Projahn einer der Organisatoren der Tangerhütter Laufgruppe ist. Dass in Zeiten einer Pandemie kein großes Abschluss-Event – wie sonst beim EOC üblich – möglich ist, können die Tangerhütter nachvollziehen, ärgerlich sei es aber dennoch. „Natürlich ist aufgeschoben nicht aufgehoben und wir werden unseren Pokal schon noch bekommen“, sagt Kupferschmidt, „aber vom Gefühl wird es dann nicht das Gleiche sein. Man kennt es von Olympia. Wenn einer zwei Jahre später noch Gold bekommt, weil ein anderer gedopt hat, sind da auch keine Emotionen mehr dabei.“

Bereits 2019 fehlte nicht viel

Emotionen und Leidenschaft hatten die Tangerstädter aber trotz aller Widrigkeiten in der Corona-Saison auf die Strecke gebracht. „Egal ob virtuell oder normal, wir haben eigentlich überall teilgenommen“, resümiert Kupferschmidt, der sich mit seinen Teamkollegen und -kolleginnen den Gesamtsieg von Beginn an auf die Fahnen geschrieben hatte. Schon beim Elbe-Ohre-Cup 2019 war Germania als Zweiter dicht dran, biss sich aber an Schackensleben die Zähne aus. „Unsere Punktzahl damals hätte in anderen Jahren schon zum Sieg gereicht, aber Schackensleben hat sich mit aller Gewalt ein Bein ausgerissen, um vor uns zu landen. Deshalb war für uns danach klar, dass wir es in der neuen Saison unbedingt schaffen wollten“, blickt Kupferschmidt zurück.

Elbe-Ohre-Cup-Sieger 2020: Die Laufgruppe des SV Germania Tangerhütte.

Sein Team legte daraufhin im vergangenen Jahr alles rein. Zwischen 30 und 40 Tangerhütter waren 2020 bei nahezu jedem Lauf auf der Strecke, bei Heimwettkämpfen sogar knapp 50. Eine Manpower, der Schackensleben nach drei Titeln in Serie nichts mehr entgegensetzen konnte und wollte. Auch andere EOC-Größen wie Angern und Genthin wurden so distanziert und der Mannschaftstitel perfekt gemacht.

Auf und neben der Strecke umtriebig

Zugrunde liegt dem Erfolg der Germanen eine rasante Entwicklung. Gestartet war die Laufgruppe 2018 mit gerade einmal zehn Aktiven. Dank der Zusammenarbeit mit der Leichtathletik-Abteilung des Vereins stiegen die Zahlen aber schnell an und blieben konstant hoch. Abseits der Wettkämpfe trafen sich Kupferschmidt und Co. vor der Pandemie regelmäßig zum Training. Neben dem klassischen Laufen standen auch mal Fitness, Stabilität oder Schwimmen auf dem Programm. Der Zusammenhalt wuchs somit stetig, ehe Corona allen Aktivitäten ein temporäres Stoppschild vor die Nase setzte.

Anerkennung erfuhren die Tangerhütter auch als Veranstalter. Traditionelle Events wie Park- oder Tangerlauf erhielten mit Unterstützung der Laufgruppe einen neuen Anstrich. Vorläufiger Höhepunkt: Der Parklauf im vergangenen Oktober, der erstmals überhaupt auf dem bis dato verwaisten Werner-Seelenbinder-Sportplatz ausgetragen wurde. „Wir haben da im Sommer mit Sanierungsarbeiten begonnen und wollen den Sportplatz zu unserer Heimstätte machen“, verrät Kupferschmidt, der sich bei allen Mitgliedern, Sponsoren und Helfern für ihren Einsatz bedankt.

Landescup als neues Ziel

In der Zukunft möchte die Laufgruppe des SV Germania Tangerhütte ihre Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Den EOC-Titel will sie laut Danny Kupferschmidt „als richtigen Sieg auf der Strecke“ verteidigen und auch im Landescup soll künftig nach Möglichkeit mehr herausspringen als Rang vier im Vorjahr.

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