FUSSBALL – 2. LIGA Für Dennis Erdmann zählt nur der Blick nach vorn

„Langsam mal besinnen“

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Energisch und gierig: Dennis Erdmann gibt keinen Ball verloren. Gegen Sandhausen war aber auch seine Leistung nicht die beste.

Magdeburg – Die zweite 0:1-Niederlage in Folge gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf wirft den 1. FC Magdeburg zurück.

Statt gegen die jeweiligen Schlusslichter der Zweitliga-Tabelle zu punkten und sich von diesen abzusetzen, sind der MSV Duisburg und der SV Sandhausen wieder näher herangerückt. Eine Situation, die für Frust sorgt. Dennis Erdmann gehört zu jenen Spielern beim Club, die die Mannschaft immer wieder pushen. Und der auch deutliche Worte findet.

Ursachenforschung nach der Pleite

„Sandhausen hat uns echt den Schneid abgekauft, muss man ehrlicherweise sagen. Bei uns allen hat wieder ein Stück weit etwas gefehlt: das Zweikampfverhalten, das eklig sein“, sagte der Innenverteidiger nach Abpfiff. Auf der Suche nach Erklärungen findet er die Antwort auch bei wichtigen Spielern, die gefehlt haben. „Wir brauchen einfach die Jungs, um das Gefüge zusammenzuhalten. Das soll jetzt keine Ausrede sein oder Kritik an den anderen, die heute gespielt haben.“ Doch ohne Kapitän Christian Beck, der noch länger ausfallen wird, ohne Stürmer Felix Lohkemper und Mittelfeldmann Jan Kirchhoff fehlte nicht nur die Ordnung im Magdeburger Spiel, sondern auch die Offensivkraft. Und der unbedingte Wille, die völlige Überzeugung. Dinge, die seit der Niederlage in Duisburg irgendwo auf der Strecke geblieben sind.

„Ich habe heute aber auch schlecht gespielt, von daher muss ich auch bei mir anfangen“, wollte Erdmann die desolate Leistung der gesamten Mannschaft nicht an den fehlenden Akteuren festmachen. Von einem Tief möchte er aber noch nicht sprechen. „Klar, wir haben zweimal 1:0 verloren. Sandhausen hatte heute eine halbe Chance, Duisburg hatte eine halbe, die machen zusammen zwei Tore gegen uns. Das ist halt das Problem, dass wir in einer gewissen Phase dann einfach die Gefahr nicht sehen.“ Der 28-Jährige denkt dabei an die Ecke, bei der der Ball nicht in den eigenen Reihen gehalten werden konnte, ein langer Ball nach vorn ging, der FCM wieder einmal einen Zweikampf verlor und Andrew Wooten plötzlich allein mit dem Ball vor Magdeburgs Torwart Giorgi Loria stand. Sekunden später war der Treffer gefallen.

„Wir müssen zusehen, dass wir da wieder hinkommen, wo wir vor dem Duisburg-Spiel waren und dann müssen wir in Dresden gewinnen“, blickt Erdmann nur noch nach vorn. Alles andere helfe dem Team in der jetzigen Situation nicht weiter. „Wir haben jetzt noch neun Spiele. Von daher heißt es alles geben. Wir sind immer noch auf dem 15. Platz. Die Messe ist noch nicht gelesen. Aufgeben gibt es nicht“, gibt er sich kämpferisch.

Der Blick nach vorn aufs Ost-Derby

Doch einfacher wird es im Ost-Klassiker auch nicht. Dresden steht nur einen Platz vor dem FCM, hat allerdings fünf Punkte Vorsprung und aufgrund der Spielabsage am Wochenende in Fürth eine Partie weniger in den Knochen. „Es wird wieder so ein Spiel, Dynamo muss genauso gewinnen wie wir“, prognostiziert der Abwehrspieler.

„Aber ich gehe davon aus, dass wir uns jetzt langsam mal wieder auf das besinnen, was wichtig ist, dass wir alle mal wieder hinterfragen, wofür wir das eigentlich hier machen. Und dann müssen wir zusehen, dass wir einfach wieder das machen, was wir vor dem Duisburg-Spiel gemacht haben. Da müssen wir wieder hinkommen.“ Dennis Erdmann und seiner Mannschaft bleibt nicht mehr viel Zeit. Bereits am Sonnabend steht das Ost-Derby an.

VON SABINE LINDENAU

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