HANDBALL – RÜCKBLICK Stendal hätte die Hinrunde „sofort unterschrieben“

Ein Lachen reicht als Bilanz aus

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Keinen Grund zur Beschwerde: Jörg Schulze, der im Trainergespann mit Frank Ziekau und dem HV Lok Stendal eine gute Verbandsliga-Hinserie gespielt hat.

Stendal – Die Platzierung des HV Lok Stendal in der Handball-Verbandsliga spricht für sich. Tabellenrang drei sagt bereits alles über die starke Hinrunde der Stendaler um Trainergespann Frank Ziekau und Jörg Schulze aus.

Ein Fazit zur mehr als gelungenen Hinserie hätte sich Schulze daher ausnahmsweise mal verkneifen dürfen. Das Lachen im Lager des HV Lok Stendal steht dafür umso mehr stellvertretend für den unerwarteten Aufwind.

„Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.“ Es wäre schon verwunderlich, wenn sich Jörg Schulze über den Blick auf die Verbandsliga-Tabelle beschweren müsste. Ursprünglich sollte es wie im Vorjahr nur um den Klassenverbleib gehen. Schließlich kämpften die Stendaler im vergangenen Sommer bis zum Saisonende gegen den Abstieg. Doch mit dem Platz in den Top-Drei hat sich der HV Lok selbst um einiges übertroffen. Einfach, weil die personellen Voraussetzungen deutlich besser sind.

Das weiß auch Schulze. Fitte Spieler und ein breiter Kader an den Spieltagen waren in der vorherigen Spielzeit eine Seltenheit. „Das hätten wir vorher sofort unterschrieben. Es ist auch dem geschuldet, dass wir keine Verletzungssorgen und immer eine gut besetzte Bank hatten“, so der Coach. Stendal ist nahezu fulminant gestartet. Gleich am ersten Spieltag ging es zu Hause gegen die HSG Altmark West. Nach dem Schlusspfiff lagen satte 15 Tore (31:16) zwischen beiden Mannschaften. Zufall – oder doch der Beginn von etwas ganz Großem? Eher Letzteres, wie sich im weiteren Hinrundenverlauf herausstellen sollte. Doch zunächst gab es prompt einen kleinen Rückschlag beim Post SV Magdeburg. Jörg Schulze bezeichnete die klare 24:35-Niederlage in der Landeshauptstadt, wo der HV Lok nach dem Seitenwechsel den Faden völlig verloren hatte, als „Aufrüttler“.

Und dieser Aufrüttler kam neben vielen anderen Faktoren zur richtigen Zeit. Stendal blieb anschließend acht Begegnungen ohne Niederlage, gewann siebenfach und spielte einmal Remis. Schulze: „Danach haben wir im Prinzip so richtig durchgezogen. Wenn man so im Lauf ist, gehen viele Sachen auch besser. Das konnten wir ausnutzen.“ Die Euphorie stieg, der Kader war durchgehend breit gespickt und das Tempospiel trug Früchte.

Zudem konnten sich die Rolandstädter auf Tom Schumann (84 Tore) und Ludwig Gercke (71) verlassen, die in der Verbandsliga-Torliste unter den besten Zehn stehen. Das alles zusammen machte den HV Lok zur Überraschungsmannschaft der Hinrunde.

Plötzlich fanden sich Schulze und Co. als Jäger des Tabellenführers HSG Osterburg wieder, statt im Tabellenkeller festzusitzen. Mit neun Siegen aus 13 Spielen wurde ein Großteil der Partien gewonnen. „Die beiden Derbys leider nicht“, bedauert der Trainer. Irgendwann haben lange Serien bekanntlich ein Ende. So auch beim HV Lok. Und das dann ausgerechnet gegen die Altmark-Konkurrenz aus Osterburg und Seehausen. „Ich sage mal Osterburg, da kann man verlieren, Seehausen hätten wir gewinnen können“, schätzte Schulze im Nachhinein ein. Insgeheim können wohl die meisten, die zum HV Lok halten, diese beiden Derby-Pleiten verkraften. Weil das Lachen nach dieser ersten guten Saisonhälfte überwiegt.

VON PATRICK NOWAK

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