Leichtathletik: Thomas Barthel bleibt trotz kleinem Rückschlag voll auf Olympia 2020 fokussiert

Nur ein kurzer Schock

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Der Altmärker Thomas Barthel war kürzlich bei seinem Heimatverein in Stendal zu Gast und fungierte als Kampfrichter. Im kommenden Jahr möchte der 20-jährige die Grundlage für seinen Traum legen: Olympia 2020 in Tokio. 

Stendal/Magdeburg. Ministerpräsident Reiner Haseloff persönlich hat sie unlängst eingeläutet: die finale Phase für Sachsen-Anhalts Leistungssportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Der Landesvater stellte ein Team von 35 Athleten vor, das sich in den kommenden anderthalb Jahren über besondere Unterstützung freuen darf. So stellt das Land Sachsen-Anhalt für seinen Elitekader ein sechsstelliges Budget zur Verfügung, um beispielsweise wichtige Trainingslager zu finanzieren. Nach den enttäuschenden Spielen von Rio 2016, an denen lediglich 14 Sportler und Sportlerinnen aus der Region teilnahmen, möchte das Land die Teilnehmerzahl in Japan wieder deutlich steigern. Für den altmärkischen Sprinter Thomas Barthel vom SC Magdeburg ist Tokio ebenfalls das erklärte Ziel. Eine Berücksichtigung für das „Team Sachsen-Anhalt“ erfuhr er aber überraschenderweise nicht.

„Ich war schon kurz erschrocken, als ich davon gelesen habe und nicht mal erwähnt wurde“, erklärte der 20-Jährige jetzt auf Nachfrage der Altmark Zeitung. Dabei hatte Barthel, der aus dem beschaulichen Elbdorf Neuermark-Lübars stammt, erst im vergangenen Jahr einen neuen persönlichen Bestwert über die 100 Meter aufgestellt. Beim Meeting in Heilbronn absolvierte er die Königsdisziplin der Sprinter in 10,32 Sekunden. Doch wie so oft im Sport sind es immer die jüngsten Ergebnisse, die zählen und in Erinnerung bleiben. Im vergangenen Juli, ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt, den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg, leistete sich der SCM-Athlet einen Ausrutscher. Im Halbfinale schied er mit einer enttäuschenden Zeit von 10,75 Sekunden aus. Vermutlich der Grund, warum er nun erstmal vom Radar für das sachsen-anhaltinische Olympia-Team verschwunden ist. „Ich kann mir meine Nicht-Nominierung durch eine nicht überzeugende Vorleistung erklären“, sagt er nüchtern.

Der Schock, aktuell noch keine Berücksichtigung zu finden, hielt ohnehin nicht lange an. Barthel, seines Zeichens U20-Europameister mit der Staffel und Deutscher Meister der U20, hat den Blick längst wieder nach vorne gerichtet. Wie es eben so die Art des durch und durch ehrgeizigen Leistungssportlers ist. „Mein Trainingsplan und die Jahresplanung für 2019, was Trainingslager und Wettkämpfe betrifft, sind voll auf Olympia 2020 ausgerichtet“, versichert er. Ein anderes Zeil kommt für ihn und seinen Trainer Eik Ruddat auch nicht in Frage. Bis zu den Olympischen Spielen sind es noch über anderthalb Jahre. Zeit genug also, sich weiterzuentwickeln und in Olympiaform zu bringen. Genau das ist dann auch das Ziel des Altmärkers: „Ich bin jetzt noch nicht drin, aber 2019 wird sportlich ein verdammt wichtiges Jahr für mich!“

Den Auftakt macht Thomas Barthel mit seinem inzwischen schon traditionellen, elftägigen Trainingslager auf Teneriffa. Dort soll bereits im Januar der Grundstein für eine erfolgreiche Freiluftsaison gelegt werden. „Wenn keine Verletzung eintritt, sind wir in Magdeburg guter Hoffnung, dass meine Leistung weiterhin steigen kann“, blickt Barthel optimistisch voraus. Für Haseloffs „Team Sachsen-Anhalt“ dürfte es zwar nicht mehr reichen, doch das wird dem Altmärker ziemlich egal sein. Entscheidend ist es, dabei zu sein, wenn das deutsche Team am 24. Juli 2020 in das Olympiastadion von Tokio einzieht. Die Möglichkeiten dazu sind noch immer vorhanden.

Von Tobias Haack

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