Köln löst WM-Ticket beim Voltigierturnier des RFTV / Gastgeber mit stärkstem U18-Team

Krumke stellt EM-Reserve

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Auf „San Sero“ war die erste Krumker Mannschaft in der U18-Altersklasse nicht zu bezwingen.

Krumke. Ein spannungsgeladenes Wochenende liegt hinter der Voltigierwelt. Für die besten Pferdeakrobaten der Bundesrepublik ging es um die Nominierung zu den Weltreiterspielen, die im September im US-Bundesstaat North Carolina ausgetragen werden.

Wer die deutschen Farben im Tryon International Equestrian Center vertreten wird, wurde in der Altmark entschieden. Denn das internationale Voltigierturnier in der Reithalle des RFTV Krumke ist – neben dem CHIO Aachen – das einzige internationale Voltigier-Event dieser Kategorie auf deutschem Boden und lockt jährlich auf Einladung von Bundestrainerin Ulla Ramge die besten Athleten zum Showdown.

Alljährlich verspricht der Kampf um das Championats-Ticket im Teamwettbewerb die höchste Brisanz. Denn in dieser Kategorie entscheiden Ramge und Co. direkt in Krumke, wer der schwarz-rot-goldene Vertreter der Saison sein wird. Anno 2018 reisten gleich vier Gruppen mit realistischen Chancen auf die WM-Karte an. Die Bayern aus Ingelsberg hatten die erste Sichtung gewonnen. Der amtierende Europameister Köln-Dünnwald triumphierte im niederländischen Ermelo. Fredenbeck hatte als Kürsieger aus Warendorf auf sich aufmerksam gemacht. Der RSV Neuss-Grimlinghausen aus dem Rheinland ging als Deutscher Meister ins Rennen.

Nach der Pflicht zum Auftakt rangierten drei Teams mit hauchdünnem Abstand an der Spitze. Lediglich Fredenbeck war leicht abgeschlagen. Genau diese Equipe glänzte jedoch in der ersten Kür mit der Höchstnote von 9,178 und schob sich auf Platz zwei vor. Den finalen Durchgang entschied Köln-Dünnwald für sich, gewann das Gesamtranking und kassierte damit das Flugticket nach Tryon. Währenddessen sorgte Fredenbeck für eine kleine Sensation: Das Team vom Landesverband Hannover kassierte von Richterin und Ex-Bundestrainerin Helma Schwarzmann in der Artistik-Wertung die Höchstnote 10,0. Die Voltigierer interpretierten in ihrer Choreografie den ersten Teil von Goethes Faust und sorgten ebenso wie die Kölner für Gänsehaut-Momente im Publikum. Bundestrainerin Ramge zeigte sich begeistert: „Es ist eine Freude, auf welchem Niveau die deutschen Gruppen sind. Alle vier Spitzen-Teams haben in den vergangenen Monaten unglaublich zugelegt.“

Aber auch die Gastgeber um Cheftrainerin und Turnierorganisatorin Marion Schulze glänzten einmal mehr auf der heimischen Anlage. Wie schon im Vorjahr entschied die erste Mannschaft den Wettbewerb der Juniorteams (U18) für sich. Mit seinem Pferd „San Zero“ lag Krumke I nach drei Durchgängen bei 7,398 Punkten. Damit verwiesen sie die Mitfavoriten aus dem westfälischen Brakel auf Rang zwei (7,243). Eine weitere Erfolgs-Meldung ging im Anschluss aus der Zentrale der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf ein: Das entscheidende Gremium nominierte die Krumker als Reserve-Team für die EM im ungarischen Kaposvár Anfang August. Die Sachsen-Anhaltiner wären also erstmals Vertreter der deutschen Farben, sollten die U18-Weltmeister aus dem baden-württembergischen Nordheim ausfallen.

Die zweite Vertretung aus Krumke, die auf Vierbeiner „Newmix“ angetreten war, komplettierte das starke Ergebnis der Lokalmatadoren auf Platz drei (6,884). Im Einzelwettbewerb der Juniorinnen landete die Krumkerin Jette Wrana auf Rang zwei. Für einen weiteren Krumker Sieg sorgte Frances Nandy Moldenhauer bei den Juniorinnen der 1*-Kategorie. Einen kleinen Rückschlag gab es für Krumkes Juniorin Alina Roß, die sich beim Preis der Besten mit einem Sieg für die Junioren-EM in Kaposvár qualifiziert hatte. Die 17-Jährige hatte nun die Pflicht zum Auftakt gewonnen, durfte allerdings aufgrund einer Trainingsverletzung nicht mehr antreten. „Wir müssen auf Nummer sicher gehen und können kein Risiko eingehen. Der Höhepunkt ist Kaposvár“, stellte Ramge klar.

Für weitere Glanzpunkte des Wochenendes sorgten Europameisterin Kristina Boe aus Hamburg bei ihrem Sieg im Damen-Wettbewerb sowie Jannik Heiland aus Wulfsen, der die Herren-Konkurrenz für sich entschied. Im Pas-de-Deux glänzten die Neusser Janika Derks und Johannes Kay. Insgesamt waren über 200 Teilnehmer mit 60 Pferden aus neun Nationen in elf Prüfungen am Start.

Von Daniel Kaiser

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