FUSSBALL Matthias Mincu über seine neue Rolle als Co-Trainer beim FCM

Ein Kreveser bei den Profis

Vom Gänseberg ins Magdeburger Stadion: Matthias Mincu ist seit acht Tagen Co-Trainer beim FCM, bringt seine technisch-taktischen Kompetenzen ein.
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Vom Gänseberg ins Magdeburger Stadion: Matthias Mincu ist seit acht Tagen Co-Trainer beim FCM, bringt seine technisch-taktischen Kompetenzen ein.

Magdeburg – Gefühlt stand er gerade noch beim Kreveser SV im Tor. Auch wenn er schon ein paar Jahre Co-Trainer und seit dieser Saison Cheftrainer der U19-Bundesliga-Mannschaft beim 1. FC Magdeburg ist. Doch urplötzlich steht Matthias Mincu bei den Profis an der Seitenlinie.

Ein Sprung ins kalte Wasser, der für den Altmärker „eine große Aufgabe“ ist.

Schon auf dem Gänseberg habe er gemerkt, „dass ich mehr coache, als dass ich die Torwartposition ausfülle.“ Und so begann der heute 27-Jährige 2012, im Nachwuchsbereich in Krevese zu helfen. Er beschäftigte sich neben seinem Studium in Magdeburg auch immer mehr mit dem Fußball. Und bewarb sich dann einfach im Nachwuchsleistungszentrum. Es klappte. Mincu konnte im Sommer 2014 anfangen, zunächst als 2. Co-Trainer.

Schon seinerzeit konnte er vom großen Erfahrungsschatz von Thomas Hoßmang und dem NLZ-Leiter Carsten Müller profitieren. Der Kreveser machte eine Lizenz nach der anderen, verfügt inzwischen über die A-Lizenz. „Dann habe ich immer mehr in Eigenverantwortung machen dürfen.“ Und sich über andere Kanäle weitergebildet. „Ich habe mir eine Kompetenz aufgebaut, die helfend sein könnte“, denkt Mincu dabei auch an den Profikader des FCM, in den er seit acht Tagen als Co-Trainer eingebunden ist.

Ein plötzlicher Karriereschub, mit dem nicht zu rechnen war. Zumal der 27-Jährige in seiner Rolle als Nachwuchstrainer aufgeht. Die jungen Talente fußballerisch und menschlich in ihrer Entwicklung zu begleiten, gefällt ihm. Nun arbeitet Mincu „mit gestandenen Männern“, für die Fußball der Beruf ist. Das sei schon ein großer Schritt. Er freut sich, dass ihn die Spieler professionell aufgenommen haben, obwohl einige sogar älter sind als er. „Wenn sie merken, dass man ihnen helfen will, akzeptieren sie mich. Und im Endeffekt haben wir das gleiche Ziel.“ An diesem, dem Klassenerhalt in der 3. Liga, arbeiten Trainerteam und Spieler gleichermaßen.

Seine Kernkompetenz liege vor allem im technischen und taktischen Bereich. Hier hilfreiche Impulse zu geben, ist Mincus Aufgabe. Und das nicht nur auf dem Trainingsplatz. Im ersten Heimspiel gegen Viktoria Köln beobachtete der Co-Trainer das Geschehen zunächst vom Dach, dann von der Tribüne. Am Dienstagabend in Halle saß er erstmals mit auf der Trainerbank. Die Vorfreude auf das morgige Heimspiel gegen den FC Bayern München II ist auch deshalb groß. Einziger Wermutstropfen: die fehlenden Fans. „Das wäre schon etwas Großes, das miterleben zu können.“ Denn: „Als Altmärker ist man generell FCM-Fan“, sagt Mincu.

Die ersten Erfolgserlebnisse hatte er in seiner ersten Woche bei den Profis bereits: vier Punkte aus zwei Partien und mit Julian Weigel seinen Zögling aus der U19, der zum späten 1:1-Ausgleich in Halle traf. „Das war sicherlich glücklich, vielleicht aber auch der Lohn für viel Arbeit in dem Spiel.“ Da ein Kaderplatz frei geworden sei, bekam Weigel die Chance. Er wurde spät eingewechselt. „Wir brauchten in dieser Phase Größe und Aggressivität.“ Diese bringt der Nachwuchsspieler mit. Dass ausgerechnet er traf, sei auch ein Zeichen für den Weg der Nachwuchsförderung, den der FCM gehe. Immerhin trainieren mittlerweile sechs U19-Akteure bei den Profis mit.

Trotz der Arbeit in Magdeburg fährt Mincu regelmäßig in die altmärkische Heimat, um Familie und Freunde zu besuchen. Ab und zu schaut er auch bei seinen Krevesern auf dem Gänseberg vorbei. Er liebt die familiäre Atmosphäre dort. „Da spielen immer noch dieselben, mit denen ich vor acht Jahren zusammengespielt habe. Das macht die Situation dort so besonders“, wird er den Kontakt auch nicht abreißen lassen. Als feststand, dass Mincu an der Seitenlinie des Drittligisten arbeiten würde, erreichten ihn auch viele Nachrichten mit Glückwünschen aus der Altmark.

Wie hoch es für ihn auf der Karriereleiter geht, weiß er nicht. Zunächst stehe der Klassenerhalt im Fokus. Auch seinen Fußballlehrer möchte er noch machen. „Einen richtigen Karriereplan habe ich nicht. Die Situation kam ja auch aus dem Nichts. Fußball ist ja so schnelllebig.“

VON SABINE LINDENAU

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