Körner-Verletzung überschattet Lok-Sieg

Neu-Coach Volkan Uluc hatte Grund zur Freude: Gleich beim ersten offiziellen Auftritt als Trainer gewann der 1. FC Lok Stendal nicht unverdient den 19. Altmark-Pokal der KSK Stendal.

Goldbeck. Mit knapp eineinhalb stündiger Verspätung stand er endlich fest: Der Sieger des 19. Hallen-Altmarkpokals. Nicht unbedingt als Könige unter dem Hallendach verschrieen, zeigte es der 1. FC Lok Stendal allen Kritikern.

In einem packenden Finale, das in einem hochspannenden Neunmeterschießen gipfelte, entthronte die ranghöchste altmärkische Mannschaft Vorjahressieger Haldensleber SC.

Der 1. FC Lok bezahlte den Sieg allerdings teuer, so verletzte sich Sven Körner nachdem er den letzten Neunmeter versenkte beim Siegesjubel schwer. Nachdem der ehemalige Interimscoach mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, bestätigte sich die erste Diagnose: Riss der Achillessehne. Körner wurde gestern bereits operiert und fällt nun die gesamte Rückrunde aus.

Aber von vorn: Nach einigen Anlaufschwierigkeiten marschierten Titelverteidiger Haldensleben und Lok Stendal sicher ins Halbfinale. Anders als noch beim unrühmlichen Auftritt vor Wochenfrist beim Altmark Masters der AZ in Beetzendorf hatten die von Volkan Uluc trainierten Hölzchen-Kicker auch weniger Mühe mit Tangerhütte (5:0) und Masters-Sieger Mechau (2:1). Dieser traf gleich zum Auftakt in Gruppe B auf Tangerhütte (1:1), das ohne Christian Englich und Daniel Rapczinski auskommen musste. Anders als noch in Beetzendorf lief allerdings bei beiden Teams wenig zusammen. Im Kampf um die zweiten Plätze wurde es spannend. Erst mit den letzten Gruppenspielen lösten Goldbeck und Krevese hinter dem HSC beziehungsweise den Hölzchen-Kickern die Tickets für die Vorschlussrunde.

Noch spannender gestalteten sich anschließend die Semifinals. Zunächst traf „Gastgeber“ Goldbeck auf Lok Stendal. Zwar starteten die Rolandstädter, erstmals offiziell betreut von Neu-Coach Volkan Uluc, durch einen Hackentreffer von Kevin Assmann beim ersten Angriff und ein Werner-Tor optimal, anschließend lief aber nichts mehr zusammen. Die Blau-Gelben machten es dem höherklassigen Kontrahenten aber auch schwer und ihnen gelang durch Martin Goldbach umgehend der Anschlusstreffer. Nach einem Weiß-Distanzschuss hieß es wenig später sogar 2:2. Beim fälligen Neunmeterschießen verließen die gastgebenden Hallenspezialisten allerdings die Nerven. Sowohl die Schüsse von Karsten Dobbert als auch Sebastian Pflug wurden leichte Beute vom starken Konrad Javell im Lok-Kasten.

So klar wie es das Ergebnis sagt, verlief das zweite Halbfinale keinesfalls. Zwar bogen auch die Haldensleber durch eine aus Kreveser Sicht unglücklichen Situation schnell auf die Siegerstraße ein, doch Krevese kam durch einen Zuordnungsfehler, den Marius Weihrauch eiskalt bestrafte, zurück. Als Zöger nur 60 Sekunden vor Schluss das 2:1 gelang machte der KSV auf, wurde aber nicht belohnt. Im Gegenteil Binsker machte Nägel mit Köpfen – 3:1.

Beim Neunmeterschießen um Rang drei hatten anschließend die Goldbecker das Glück und einen starken Thomas „Schribbe“ Schreiber auf ihrer Seite. Da der Schlussmann der Blau-Gelben zweimal glänzend parierte, unterlag Krevese im Duell der Landesklasse-Vertretungen 1:2.

Waren die Halbfinals an Spannung kaum zu überbieten, wusste es das Finale indem mit Lok und dem HSC die beiden besten Teams in einem Verbandsliga-Duell aufeinander trafen, noch zu toppen. Nachdem sich Haldenslebens Keeper Gelb wegen Handspiels außerhalb seines Strafraums abholte, nutzte Lok das Powerplay in Person von Benedikt Nellessen. Als der von der FCM-Zweiten umworbene Youngster auch noch zum 2:0 abstaubte, lief alles auf eine Enthronung des Grabinski-Teams hinaus. Doch der Titelverteidiger kam zurück – 2:2. 80 Sekunden vor Ultimo brachte Assmann seine Farben per Hackentrick auf die Siegerstraße. Durch eine Dummheit von Aumann (Ball wegschießen und reklamieren), der Gelb und anschließend Rot sah, mussten die Kiefel, Butze und Co. in Unterzahl zu Ende spielen. Diese Chance ließ sich der HSC nicht entgehen – 3:3. Wen es angesichts des turbulenten Endspiels noch auf seinem Platz hielt, der stand spätestens beim Neunmeterschießen auf. Sage und Schreibe zwölfmal ging jedes Team an die Schützenlinie, ehe Konrad Javell den entscheidenden Neuner hielt und Lok in einen Freudentaumel stürzte.

Ergebnisse

Gruppe A

Haldensleben – Tangermünde 3:2

Goldbeck – Uenglingen3:1

Haldensleben – Bismark 2:1

Tangermünde – Goldbeck 2:4

Uenglingen – Haldensleben 3:3

Tangermünde – Bismark 1:2

Haldensleben – Goldbeck 2:1

Bismark – Uenglingen 1:2

Goldbeck – Bismark 1:1

Tangermünde – Uenglingen 1:1

Endstand

1. Haldensleber SC 10:7   10

2. Blau-Gelb Goldbeck 9:6     7

3. Viktoria Uenglingen 7:9     5

4. TuS SW Bismark 5:6     4

5. Saxonia Tangermünde 6:10   1

Gruppe B

Mechau – Tangerhütte 1:1

Lok Stendal – Krevese 3:3

Mechau – Gardelegen 2:1

Tangerhütte – Lok Stendal 0:5

Krevese – Mechau 2:2

Tangerhütte – Gardelegen 1:3

Mechau – Lok Stendal 1:2

Gardelegen – Krevese 1:1

Lok Stendal – Gardelegen 5:1

Tangerhütte – Krevese 2:5

Endstand

1. 1. FC Lok Stendal 15:5  10

2. Kreveser SV 11:8    6

3. Eintracht Mechau 6:6    5

4. SSV Gardelegen 6:9    4

5. Germania Tangerhütte 4:14  1

Halbfinale

Goldbeck – Lok Stendal 3:4 (2:2) n.N.

Krevese – Haldensleben 1:3

Neunmeterschießen um Platz 3

Krevese – Goldbeck 1:2

Finale

Lok Stendal – HSC 12:11 (3:3) n.N.

Aufstellungen

  1. 1. FC Lok Stendal: Javell – Kiefel (4 Tore), Erdmann, Butze, Werner (4), Assmann (4), Körner (1), Aumann (3), Nellessen (5).

  2. Haldensleber SC: Zander, Ca. Madaus (1) – Zöger (2), Chr. Maudaus, Wernecke (1), Hering (3), Binsker (2), Prosovsky (1), Kreibich (3), Stallmann, Stach (2), Schunaew.

  3. Blau-Gelb Goldbeck: Schreiber, Teege – Schulze (5), Fraaß, Goldbach (3), Dobbert, Forstreuter (1), Pflug, Weiß (2).

  4. Kreveser SV: Diezel – Bade, Schulz (1), Kiebach (5), Krüger (1), Thiede (1), Weihrauch (4), Fankner, Peller, Lunkwitz, Mincu.

  5. Viktoria Uenglingen: Rauschenbach (1) – Kaminski (2), Meier (1), Soisson, Zimmermann, Huch (2), Dau (1), Müller-Bollenhagen, Bartels.

  6. SG Eintracht Mechau: Braune, Mette – Grabs (3), R. Schmidt, U. Schmidt, Pisula (2), Förster, Brandt, Schwan, Behrens.

  7. TuS Bismark: Strauer (2) – Köhn, Bartsch (1), Klose, Scheel (1), Grempler, Rämke (1), Metzger, Rogge.

  8. SSV Gardelegen: Gritzner (1) – Saluck (1), Markstein, Hille (1), Leberecht, Busse (3), Ametepe, Boese.

  9. Saxonia Tangermünde: Tüngler – Arlt, Nagel, Sandomirksi, Wiedemann, Hampel (2), Eich, Korte (3).

10. Germania Tangerhütte: Lerche – Arndt (2), Ehrhardt, Grabolla (1), Schwarz, Studte, Gürtler, Schumacher, Kumbartzky (1), Brandenberger.

Auszeichnungen

Bester Torhüter

Christoph Strauer (TuS SW Bismark)

Bester Torschütze n. Ausschießen

1. Stephan Schulze (5/Goldbeck)

2. Benedikt Nellessen (5/Lok SDL)

3. Philipp Kiebach (5/Krevese)

Von Martin Rehberg

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