Fußball – Oberliga: Stendal gewinnt 2:1 gegen Barleben / Sorge um die Sechser

Körner-Elf erkämpft sich Sieg

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Lok-Trainer Sven Körner (kl. Bild) freute sich, dass seine Mannschaft den Kampf annahm. Auch der feine Techniker Juninho (2. v. r.) half nach seiner Einwechslung mit vollem Körpereinsatz mit, die 2:1-Führung über die Zeit zu retten. Vincent Kühn (r.) auf Linksaußen und Steven Schubert (l.) lieferten ebenfalls ein ganz starke Leistung ab. 

Stendal. Es war ein hart erkämpfter 2:1 (2:1)-Sieg, doch war es am Ende auch ein teuer bezahlter? Die Freude beim Fußball-Oberligisten 1. FC Lok Stendal über den Heimsieg gegen den FSV Barleben wurde durch die Verletzungen zweier Stendaler getrübt.

„Wenn ich könnte, würde ich die drei Punkte dagegen eintauschen, dass sich keiner langfristig verletzt hat“, meinte Lok-Coach Sven Körner nach dieser phasenweise sehr hitzigen und giftigen Partie. Bei Franz Erdmann (30., Pferdekuss) war Körner optimistisch. Bei der Knieverletzung in der Schlussphase von Erdmanns Nebenmann im defensiven Mittelfeld, Moritz Instenberg, war der Trainer deutlich vorsichtiger. „Wir hoffen, dass es nur der Meniskus ist.“

Das Spiel hatte den zahlreichen Fans im Stendaler Hölzchen einiges zu bieten. Gäste-Coach Jörn Schulz schien die Platzherren in der Videoanalyse entschlüsselt zu haben. Körner lobte: „Kompliment. Sie waren sehr gut auf uns vorbereitet.“ Das 0:1 darf aber auch gegen einen gut eingestellten Gegner so nicht fallen. „Schlecht verteidigt“, schimpfte Körner. Ein simpler langer Ball und plötzlich stand Denis Neumann allein vor Lok-Keeper Bryan Giebichenstein (7.).

Stendal konnte aber schnell antworten. Rechtsaußen Max Salge machte es wie Arjen Robben: Dribbling von rechts parallel zum Sechzehner, Schuss mit links, Tor (10.). Wenig später konnte Körner wieder die Arme hochreißen. Benedikt Nellessen setzte aus gut 20 Metern den Ball neben den langen Pfosten – ein Klassetor (20.)!

Die Gastgeber machten es nun auch besser. Mit geradlinigem Spiel auf dem sehr seifigen Untergrund kamen sie immer wieder auf den Flügeln durch, aber ohne weiteren Erfolg. Auf der anderen Seite hatte Stendal auch Glück, als ein Kopfball aus kurzer Distanz nur an die Querlatte ging. So blieb es bei der verdienten 2:1-Pausenführung.

Im zweiten Durchgang verschärften die Gäste die Gangart. Hektik kam auf. Auch von draußen. So sah Barlebens Ersatzkeeper, Torsten Künast, wegen Meckerns Gelb-Rot (83.). Barlebens Nummer eins Alexis Lenhard folgte mit der nächsten Ampelkarte wegen Meckerns nur ein paar Minuten später. Über diese wiederholten Disziplinlosigkeiten wird man in Barleben noch reden müssen, kündigte Schulz an.

Stendal hätte zu diesem Zeitpunkt den Sack schon längst zugebunden haben können. „Wir müssen das 3:1 durch Gödi machen“, haderte Körner. Der Heber von Martin Gödecke (50.) verfehlte allerdings das Ziel. So blieb es spannend. Stendal hielt aber gegen die sehr robusten Barleber kämpferisch voll dagegen. Körner freute das: „Wir haben physisch einen Riesenschritt gemacht.“

Stendals Trainer war nach dem nervenaufreibenden Spiel sichtlich erleichtert: „Wir haben jetzt zwölf Punkte gegen den Abstieg gesammelt, die uns keiner mehr nehmen kann.“

Von Michael Theuerkauf

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