Fußball – Oberliga: Die externen Neuzugänge des 1. FC Lok Stendal im AZ-Check / Franzosen warten auf Freigabe

Ein Königstransfer und drei Fragezeichen

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Der 20-jährige Sebastian Hey (links) könnte zu einem echten Gewinn für die Stendaler Innenverteidigung werden. Er bringt Erfahrung aus der Regionalliga und Jugend-Bundesliga mit.

Stendal. Eine Woche vor dem Punktspielstart der Oberliga Nord hat der 1. FC Lok Stendal seinen Kader nahezu vollständig zusammen.

Nach den Abgängen von insgesamt sechs Spielern mussten Sport-Vorstand Ralf Troeger und Trainer Sven Körner einen kleinen Umbruch einleiten, der mit einem weiteren Neuzugang im Laufe der Woche abgeschlossen werden soll. Bereits am vergangenen Wochenende präsentierte der Klub sechs neue Spieler, darunter zwei Youngster aus dem eigenen Nachwuchs. Die vier externen Zugänge hat die AZ genauer unter die Lupe genommen.

Sebastian Hey (20)

Innenverteidiger Sebastian Hey taugt bislang zweifellos als Königstransfer. Der 20-Jährige durchlief die komplette Jugendabteilung des 1. FC Magdeburg und kam in der vergangenen Saison auf zwölf Regionalliga-Einsätze bei Chemie Leipzig. Erst als Trainer Dietmar Demuth dem Abwehrtalent das Vertrauen entzog, suchte sich Hey eine neue Herausforderung und wurde bei Lok Stendal fündig. „Er ist natürlich sehr gut ausgebildet und in der Lage, unter Druck zu bestehen“, schwärmt Lok-Coach Körner, „er hat ein gutes Timing und ein sehr gutes Zweikampfverhalten.“ In den bisherigen Testspielen bestätigten sich die positiven Einschätzungen Körners. Einzig am Ball hinterließ Hey noch nicht den elegantesten Eindruck. „Ein Abwehrchef ist er für mich noch nicht, aber er ist sicher in der Lage, in Dinge hineinzuwachsen“, so Körner.

Kevin Dagnet (22)

Als Linksverteidiger stößt Kevin Dagnet zum 1. FC Lok. Der Franzose besticht durch einen guten linken Fuß und bringt laut Körner „eine ordentliche Physis und sehr gute Grundgeschwindigkeit“ mit. Dass es für den 22-Jährigen sofort für die Stammelf reicht, scheint bislang unwahrscheinlich. Zudem fehlt noch die Spielerlaubnis vom französischen Verband.

Chris Wete Kiesse (21)

Offensivspieler Chris Wete Kiesse tritt seine Zeit beim 1. FC Lok mit großen Fragezeichen an. Unbestritten ist sein Talent, stand er doch in der Jugend bereits bei Hertha BSC, Dynamo Dresden und beim KFC Uerdingen unter Vertrag. Zuletzt lief er aber nur noch in der Sachsenliga für den Radebeuler BC auf – und auch das eher selten. „Er hatte es in der Vergangenheit nicht einfach und ist nirgendwo glücklich geworden. Eigentlich hatte er sogar schon mit Fußball abgeschlossen“, erklärt Körner die Historie seines Neulings. „Wenn er mit Überzeugung am Ball bleibt, kann er einer werden, der Spiele entscheidet. Seine Technik und seine ersten Kontakte sind super.“ In den bisherigen Testspielen hinterließ Kiesse einen durchwachsenen Eindruck.

Christiano Heliodoro (21)

Angreifer Heliodoro soll die jahrelange Stendaler Suche nach einem Torjäger beenden. Ehe das gelingt, muss Trainer Sven Körner aber zunächst einmal jede Menge Arbeit investieren. Der Franzose war bislang nur unterklassig in seinem Heimatland aktiv und muss deshalb vor allem taktisch geschult werden. „Körperlich ist er eine Maschine, aber er ist noch zu verspielt und taktisch nicht auf dem Niveau, auf dem wir ihn haben wollen“, meint der Lok-Coach. Um ihn dort hinzubekommen, haben sie am „Hölzchen“ noch genug Zeit, denn auch Heliodoro ist wie Dagnet noch nicht von seinem Heimatverband freigegeben worden. Voraussichtliche Sperrfrist: 30 Tage.

Von Tobias Haack

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