Kraftsport: Sven Rogalski ist neuer Europameister im Kraftdreikampf

Kniebeuge ist der Grundstein

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Sven Rogalski legte bereits in der ersten Disziplin den Grundstein für den späteren Erfolg, denn in der Kniebeuge überzeugte der Klötzer mit einer sauberen Technik.

Klötze/Pilsen. Mit der tschechischen Stadt Pilsen dürfte Sven Rogalski, Kraftsportler des VfB Klötze, seit dem Wochenende nur positive Eindrücke verbinden. Dort fanden nämlich die diesjährigen Europameisterschaften im Kraftdreikampf statt.

Rogalski nahm teil und sicherte sich am Ende in der Gewichtsklasse bis 93 Kilogramm den Titel (AZ berichtete).

Grund genug, um den Wettkampf des 41-jährigen VfB-Athleten noch einmal genauer zu beleuchten. Betreut wurde Rogalski bei diesen Titelkämpfen von Spartenleiter Günter Lüdecke, der selbst bei zahlreichen Welt- und Europameisterschaften aktiv war und so natürlich jede Menge Erfahrung mitbringt.

„Sven hat einen souveränen Wettkampf hingelegt und ist am Ende auch verdient Europameister geworden“, lobte Lüdecke seinen Schützling. Und das obwohl es bereits in der Vorbereitung nicht gerade rund lief. „Vor dem Aufwärmen hat das Kampfgericht die Heberanzüge von Sven moniert und alle drei zum Wettkampf nicht zugelassen. Zum Glück hat uns der ehemalige Bundestrainer, den wir beide gut kennen, aus der Patsche geholfen und Sven drei neue Anzüge zur Verfügung gestellt. Die Kampfrichter kamen zwar noch einmal zur Kontrolle, gaben aber grünes Licht, so dass wir uns in Ruhe vorbereiten können“, informierte Lüdecke. Doch beim Aufwärmen legte die Konkurrenz bereits mächtig los und hantierte mit hohen Gewichten. „Besonders der Tscheche Bohumil Blazek hat uns mit seinen Leistungen leicht irritiert, aber Sven hat sich davon nicht wirklich aus dem Konzept bringen lassen“, so Lüdecke.

Den Grundstein zum späteren EM-Titel legte der Klötzer Kraftsportler dann bereits in der ersten Teildisziplin. Rogalski startete mit einer Last von 270 Kilogramm, meisterte diese ohne Probleme und ließ im zweiten Versuch 280 Kilogramm auflegen. Auch dieser Versuch wurde gültig gegeben. Anschließend versuchte sich der VfB-Athlet an 290 Kilogramm und bekam auch diesen dritten Versuch gültig gewertet. Damit hatte sich Rogalski nach der Kniebeuge bereits ein sattes Polster auf den Dänen Kim Dahl Hansen erarbeitet, der lediglich 277,5 Kilogramm in die Wertung brachte. „Sven hat aus seinen bisherigen Problemen in dieser Disziplin gelernt und alle drei Versuche sauber und vor allem tief gebeugt. Das war ein sehr guter Einstieg in den Wettkampf und schon fast die halbe Miete“, lobte Lüdecke seinen Schützling.

Als nächstes stand das Bankdrücken auf dem Programm und auch hier lieferte Rogalski drei gültige Versuche ab. „Wir haben zur Sicherheit mit 192,5 Kilogramm begonnen und dann auf 197,5 beziehungsweise im dritten Versuch auf 200 Kilogramm gesteigert“, informierte Lüdecke. Allerdings sorgte hier ein anderer Athlet für Aufsehen. Der Rumäne Daniel Balaita brachte nämlich in seinem letzten Versuch 242,5 Kilogramm zur Hochstrecke und übernahm damit nach der zweiten Disziplin auch die Führung in der Gesamtwertung. „Den Rumänen hatten wir ehrlich gesagt nicht auf dem Zettel“, gab Lüdecke im Nachhinein zu. Nach der Kniebeuge und dem Bankdrücken führte also der Rumäne Balaita mit 492,5 Kilogramm vor Rogalski (490), dem Tschechen Blazek (465) und dem Dänen Hansen (450).

Doch es stand ja noch das Kreuzheben als dritte und letzte Disziplin des Kraftdreikampfes an. Hier zeigte sich, dass der Rumäne keine Rolle mehr spielen sollte, denn am Ende hatte Balaita 235 Kilogramm in der Wertung. Rogalski stieg indes erst mit 2525,5 Kilogramm ein und bekam gleich den ersten Versuch gültig gewertet. „Damit war der Titel auch schon fast perfekt, denn die direkte Konkurrenz hatte einen zu großen Rückstand“, unterstrich Lüdecke. Rogalski zog dann im zweiten Versuch 265 Kilogramm und machte damit die Goldmedaille endgültig perfekt. „Dadurch war dann im letzten Versuch die Luft raus und die Anspannung weg“, konnte Lüdecke den Fehlversuch mit 272,5 Kilogramm locker verschmerzen.

In der Endabrechnung sicherte sich Rogalski mit einer Dreikampflast von 755 Kilogramm den Europameistertitel. Eine weitere Goldmedaille heimste der Klötzer noch in der Teildisziplin Kniebeuge ein und rundete den Wettkampf mit der Silbermedaille im Bankdrücken ab. „Das ist eine tolle Geschichte für Sven. Damit hat er auch den ersten Europameistertitel für den VfB Klötze eingefahren“, freute sich Lüdecke mit seinem Schützling.

Von Tobias Weber

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