Kraftdreikampf: Lüdecke und Rogalski in der Mongolei

Klötzer liebäugeln mit WM-Medaillen

+
Sven Rogalski geht bei der Weltmeisterschaft mit Außenseiterchancen bei den Masters I bis 93kg an den Start.

Klötze / Ulan Bator. In der kommenden Woche finden in Ulan Bator (Mongolei) die diesjährigen World Masters Men´s Championships im Kraftdreikampf statt. Um die WM-Medaillen bewerben sich auch Günter Lüdecke und Sven Rogalski vom VfB Klötze.

Am gestrigen Freitag begann für die beiden Altmärker, begleitet von Christian Radtke und André Rogalski, die als Betreuer fungieren werden, mit dem Flug von Frankfurt/Main nach Moskau die Anreise, die heute mit dem Flug in die Hauptstadt der Mongolei fortgesetzt wird.

Günter Lüdecke ist bei der WM in den Einzeldisziplinen und im Dreikampf ein heißer Medaillenkandidat. 

In der Klasse „Masters IV“ bis 93kg bestreitet Günter Lüdecke am Dienstag, 2. Oktober, um 13 Uhr Ortszeit, in Deutschland ist es dann 7 Uhr, seinen Wettkampf. Der 70-Jährige ist in seiner Gewichtsklasse ein heißer Medaillenkandidat, in der Meldeliste steht er mit 532,0kg hinter seinem Landsmann Kazimierz Forys (550,0kg) auf dem zweiten Platz. Forys ist der Titelverteidiger und hält zudem einige Weltrekorde. Dennoch will Günter Lüdecke dem Mann aus der Eifel Paroli bieten. Dabei wird von großer Bedeutung sein, wie viel Vorsprung sich der Klötzer in der ersten Disziplin, der Kniebeuge, erarbeiten kann. „Wenn es gut läuft, könnte ich 210kg packen“, hofft der Spartenleiter des VfB, der in dieser Teildisziplin in der Meldeliste mit 202,5kg ganz vorn steht, somit Gold im Visier hat.

Im Bankdrücken „wären 135,0kg“ schön, meinte der Weltmeister von 2008, der sich dafür extra das Heberhemd seines Schützlings Sebastian Opitz ausleiht, mit dem er im Training sehr gut zurechtkam. „Wenn ich Gold holen will, dann muss ich mit Vorsprung in die letzte Teildisziplin gehen, denn Kazimierz ist der deutlich bessere Kreuzheber“, weiß Günter Lüdecke nicht erst seit dem Blick in die Meldeliste (205:235kg). „210 kg traue ich mir zu. Viel wird aber davon anhängen, wie viel Kraft in der dritten Disziplin noch vorhanden ist“, blickt der Klötzer voraus. Und wenn ihm, wie zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft classic neun gültige Versuche gelingen, dann könnte der Traum vom zweiten WM-Gold wahr werden.

Am Freitag, 5. Oktober, 13 Uhr Ortszeit, steht dann Sven Rogalski bei den „Masters I“ bis 93kg auf der Heberbühne. Ein Blick in die Meldeliste verrät, dass der Klötzer in seiner Gewichtsklasse nur geringe Medaillenchancen besitzt. Rogalski ist mit 755,0kg Dreikampfleistung gemeldet, der US-Amerikaner Dale McLaren (840,0), der Mongole Battumur Khumuugul (830,0) und Masshito Kisui (Hongkong / 820,0) sind die Titel- und Medaillenfavoriten. „Diese Leistungen muss man bei einer WM erst einmal bestätigen. Es läuft selten in allen drei Disziplinen gut. Sven ist ein Kämpfer, er besitzt durchaus eine Außenseiterchance“, meinte Günter Lüdecke.

Um auf das Treppchen zu gelangen, muss Sven Rogalski einen optimalen Wettkampf abliefern. Viel wird auch bei ihm von der ersten Teildisziplin abhängen. Im Kreuzheben ist der 44-Jährige mit dem drittbesten Wert gemeldet, in dieser Disziplin hat der Altmärker aber oft technische Probleme, die Versuche wurden durch die strengen Kampfrichter in der jüngeren Vergangenheit oft ungültig gegeben. „Zumeist fehlt Sven die Tiefe, bei der DM bemängelten die Kampfrichter, dass er seine Knie nicht richtig durchgedrückt hatte. Daher ist es wichtig, mit einer vernünftigen Anfangslast zu starten“, so der Trainer Lüdecke, der seinem Schützling 300,0kg zutraut. Im Bankdrücken wären anschließend 205,0kg toll, 270,0kg könnten im Kreuzheben drin sein. Ob eine Dreikampflast von dann 775,0kg für eine Medaille reicht, wird der Wettkampf zeigen.

Auf der Homepage des internationalen Verbandes - powerlifthing-ipf.com - können interessierte Sportfreunde die Wettkämpfe im Livestream verfolgen.

Von Renee Sensenschmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare