Statikprobleme vermiesen Derbystimmung / Fans müssen draußen bleiben

Fußball – Dritte Liga: Klassiker vor leeren Rängen

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24.400 Zuschauer besuchten die Pokalpartie im August zwischen dem 1. FC Magdeburg und Eintracht Frankfurt. Drei Monate später dürfen die FCM-Fans weder hüpfen noch ins Stadion. Grund dafür ist die Statik der MDCC-Arena.

Magdeburg. Ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist in der heutigen Zeit mit Pyroshows, gewalttätigen Randalen oder sonstigen Ausschreitungen rund um ein Fußballspiel kein seltenes Gut mehr. Doch wie der Zuschauerausschluss für das Sachsen-Anhalt-Derby zwischen dem 1.

FC Magdeburg und dem Hallenschen FC (Sonnabend, 14 Uhr) zustande kommt, ist ein Kuriosum.

Aufgrund kürzlich aufgetretener Statikprobleme an der MDCC-Arena, wurde den Landeshaupstädtern eine Nutzungsunterlassungsverfügung seitens der Stadt Magdeburg, Eigentümer des Stadions, zugestellt. Diese beinhaltet, dass sich in den Blöcken bzw. auf den Tribünen während des Fußballspiels keine Zuschauer aufhalten dürfen. Somit sah sich der 1. FC Magdeburg gezwungen, das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen, auch weil eine Verlegung der Partie aufgrund zahlreicher DFB-Regularien nicht möglich war.

„Die Durchführung der Heimspiele des 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena sind nur unter Gewährleistung der Sicherheit für die anwesenden Fans und Zuschauer möglich – dies genießt oberste Priorität für alle Vereinsverantwortlichen“, so Mario Kallnik zum plötzlichen Zuschauerausschluss. „Es ist derzeit, auch aufgrund des ausstehenden schriftlichen Gutachtens des untersuchenden Ingenieurbüros unklar, wie sich das Hüpfen im Detail auf den baulichen Zustand aller Bereiche der MDCC-Arena auswirkt. Als Maßnahme, ein generelles Hüpfverbot in den Blöcken bzw. auf den Tribünen auszusprechen, ist für ein Heimspiel mit tausenden Fans bzw. Zuschauern nicht umsetzbar.“

Sportlich brisant

Auch mit leeren Rängen im Stadion bietet das Derby genügen sportlichen Zündstoff. Trotz acht Plätzen Unterschied trennen den Elften, Magdeburg, und den Dritten, Halle nur vier Zähler. Die Platzherren können daher mit einem Sieg auf den Rivalen aufschließen und auch im Klassement weiter nach oben schreiten. Die Hallenser hingegen hielten mit drei Punkten weiter den Kontakt zur Tabellenspitze.

Zudem hat der HFC vor dem Prestigeduell die leicht besseren Karten, verloren sie nur eines ihrer letzten elf Spiele, während der FCM nur eines seiner letzten sechs Pflichtspiele in Deutschlands dritthöchster Spielklasse für sich entschied. Dies in der Vorwoche gegen Großaspach (3:1).

Allerdings muss Trainer Jens Härtel im Derby auf seinen Goalgetter Christian Beck verzichten, der aufgrund einer Tätlichkeit zu zwei Spielen Sperre verurteilt wurde.

Auch ohne Zuschauer gilt es für Beide – im Derby zählt nur ein Sieg.

Von Falk-Stéphane Dezort

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