1. FC MAGDEBURG Streich und Heynemann greifen sportliche Leitung an

„Keinen Blumentopf gewonnen“

Im Zentrum der Kritik: Maik Franz (l.) und Mario Kallnik hatten zuletzt weder bei der Verpflichtung von Spielern noch bei Trainern ein glückliches Händchen.
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Im Zentrum der Kritik: Maik Franz (l.) und Mario Kallnik hatten zuletzt weder bei der Verpflichtung von Spielern noch bei Trainern ein glückliches Händchen.

Magdeburg – Wer noch in der vergangenen Woche die Homepage des 1. FC Magdeburg aufgerufen hat, wurde von einem knackigen Slogan begrüßt. Man wolle so schnell wie möglich in die 2. Liga zurückkehren, stand dort zu lesen.

Mittlerweile – vermutlich nach dem Offenbarungseid gegen Meppen – wurde der Spruch gelöscht.

Infolge der jüngsten Nicht-Leistung gegen die Emsländer (0:2) ist nun auch dem letzten Zweckoptimisten in der Landeshauptstadt klar geworden, dass es vielleicht sogar schon ein Erfolg wäre, erst mal die 3. Liga, und damit den Profifußball, zu erhalten, ehe man von Größerem träumt.

Der Trainerwechsel vom vermeintlich zu lieben Stefan Krämer hin zu Claus-Dieter Wollitz ist wirkungslos verpufft. Statt den erhofften Anschluss nach oben herzustellen, ist der FCM in eine Krise gerutscht und auch die sonst so loyalen Fans verlieren langsam die Geduld – vor allem mit der sportlichen Leitung um Mario Kallnik und Maik Franz, die seit der Entlassung von Jens Härtel im Herbst 2018 jegliche Konstanz in ihrem Handeln vermissen lässt.

Wie es sich für einen Traditionsverein gehört, beginnen nun auch diverse Klub-Legenden und Fußballgrößen der Stadt ihre öffentliche Kritik zu verschärfen. Der Ton wird rauer. So seien die gezeigten Leistungen „unterirdisch“, meinte FCM-Ikone Joachim Streich eingangs der Woche im Interview mit dem MDR. „Die Aufstellung, die ja fast immer spielt, hat noch keinen Blumentopf gewonnen. Ich weiß nicht, ob die Zusammenstellung der Mannschaft optimal ist“, zielt Streichs Kritik vor allem auf die Arbeit des Duos Kallnik/Franz. Geht das kommende Heimspiel gegen den formstarken Abstiegskandidaten Chemnitzer FC verloren, sieht Streich den Zeitpunkt für einen Schnitt in der Führungsebene gekommen: „Wenn wir verlieren, ist ein Punkt erreicht, wo es schnelle Konsequenzen geben muss.“ Franz oder sogar Kallnik seien dann kaum noch zu halten. „Für die Zusammenstellung des Kaders ist die sportliche Leitung verantwortlich“, hat der 68-Jährige die Schuldigen der Misere ausgemacht.

Bernd Heynemann hat ebenfalls eine klare Meinung zur FCM-Krise und deren Ursachen. „Vor einem Jahr hat man als Zweitligist in der Winterpause nicht das Geld investiert, das vorhanden war, um wirklich alles für den Klassenerhalt möglich zu machen. Es folgten der Abstieg und ein neuer Trainer, der nicht richtig eingeschlagen hat. Jetzt ist noch ein neuer Trainer geholt worden und es läuft trotzdem nicht. Da ist es vollkommen verständlich, dass die Schuldigen in der sportlichen Leitung gesucht werden“, sagte der ehemalige WM-Schiedsrichter gegenüber der BILD.

Die Zeiten bei den „Größten der Welt“ sind ungemütlich und wenn eines im Moment utopisch ist, dann die viel zitierte schnelle Rückkehr in die 2. Liga.

VON TOBIAS HAACK

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