3. Liga: 1. FC Magdeburg hebt trotz Spitzenposition und drei Heimsiegen nicht ab

Keine Illusionen

Spitzenreiter: Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den Chemnitzer FC feierten die Spieler des 1. FC Magdeburg mit ihren Fans. Fotos: Lindenau

Magdeburg. Wer nach fünf Spieltagen die Tabelle der 3. Fußball-Liga anführt, wer in drei Heimspielen drei Siege einfährt und wer noch keine Partie verloren hat, könnte von mehr träumen. Nicht so der 1. FC Magdeburg.

Auch nach dem 2:0-Erfolg gegen den Chemnitzer FC halten Trainer und Mannschaft den Ball weiter flach. Das Saisonziel wird nicht neu definiert.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Die Jubelgesänge der Fans ließen auch Minuten nach Abpfiff nicht nach. Wer glaubt da nicht an mehr als „nur“ den Klassenerhalt? Trainer Jens Härtel und seine Jungs stapeln weiter tief. Gleichwohl die Mannschaft auf einer unglaublichen Euphoriewelle schwimmt, hebt niemand ab in der Landeshauptstadt.

„Möglich ist alles in der 3.Liga“, meinte Karsten Heine nach der Niederlage seiner Chemnitzer in der MDCC-Arena. Auch er mochte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Er habe „hohen Respekt“ vor der Härtel-Elf, sieht „enormes Potenzial“ und eine Leidenschaft, die beeindruckt. Es bleibe abzuwarten, wie die Mannschaft zusammenstehe, wenn die erste oder auch die zweite Niederlage kommt. Und die werde irgendwann kommen müssen.

Doch wenn die Blau-Weißen weiterhin so an ihre spielerischen und kämpferischen Grenzen gehen wie am späten Dienstagabend, könnte diese auch morgen bei Fortuna Köln ausbleiben. Und das, obwohl die harte Saison durchaus schon ihren Tribut gefordert hat, wie Härtel eingestehen musste. Einige Spieler haben erste Abnutzungserscheinungen. Nils Butzen ist mit seiner gebrochenen Nase erneut im Krankenhaus, Kapitän Marius Sowislo hat sich im Spiel gegen die Chemnitzer am Sprunggelenk verletzt. Ob er auflaufen kann, war Dienstagabend noch unklar.

Wieder fit indes ist Michel Niemeyer. Der gebürtige Salzwedeler stand zu seiner eigenen Überraschung 90 Minuten auf dem Rasen. „Ich hatte gestern noch Einzeltraining. Es war nicht geplant, dass ich im Kader bin oder gar von Anfang an spiele.“ Doch da Butzen im Krankenhaus liegt, habe ihn Härtel gefragt, ob er sich fit fühle. Da sagte das Talent aus der Altmark natürlich nicht Nein und zeigte über die komplette Distanz ein engagiertes Spiel. Auf eine ähnliche Leistung hoffen er und die anderen Magdeburger natürlich auch morgen in Köln.

• Tore: 1:0 Christian Beck (20.), 2:0 Niklas Brandt (77.). Schiedsrichter: Siebert (Berlin). Zuschauer: 19 112.

• 1. FC Magdeburg: Glinker - Hainault, Handke Schiller, Niemeyer, Löhmannsröben, Sowislo, Razeek (72. Hebisch), Fuchs (60. Brandt), Farrona Pulido, Beck (87. Reimann).

Von Sabine Lindenau

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