Fußball – Oberliga: Mutige Stendaler empfangen Titelanwärter TSG Neustrelitz

Keine Angst vor Fehlern

+
In Abwesenheit des verletzten Steven Schubert könnte Marcel Werner eine Option im Stendaler Mittelfeld bleiben.

Stendal. Mit einem hart erkämpften Punktgewinn (1:1) beim Torgelower FC Greif hat der 1. FC Lok Stendal in der Vorwoche seine Talfahrt in der Fußball-Oberliga Nord gestoppt.

Der erste Zähler der Saison war ein Mutmacher zur rechten Zeit, denn das Programm der kommenden Wochen hat es in sich. Bereits am Sonntag (14 Uhr) erwartet die Mannschaft von Interimstrainer Daniel Fest mit der TSG Neustrelitz einen absoluten Topfavoriten auf den Regionalliga-Aufstieg.

Nach einem etwas schleppenden Saisonstart hat sich Neustrelitz mittlerweile auf den dritten Platz vorgearbeitet. Die größte Qualität des kommenden Stendaler Gegners: Die Defensive. Zuletzt kassierte die TSG drei Spiele in Folge kein Gegentor. „Da kommt eine sehr gute Mannschaft auf uns zu, die auswärts noch nicht verloren und erst zwei Gegentore bekommen hat. Ich denke, dass sie einen klaren Plan haben“, schätzt Lok Stendals Interimstrainer Daniel Fest ein.

Dass sein Team morgen ausgerechnet auf eine der besten Abwehrreihen der Liga trifft, beißt sich mit Fests’ Vorstellungen, wie er den 1. FC Lok zurück in die Erfolgsspur und heraus aus dem Keller führen möchte: Mit mutigem Offensivfußball. Entsprechend wurden auch unter der Woche die Trainingsinhalte gewählt. „Unser Schwerpunkt liegt darauf, das eigene Offensivspiel zu verbessern. Mein Plan ist, dass wir noch klarer nach vorne spielen und sicherer kombinieren“, erklärt Fest. Dies sei – trotz des Punktgewinns – in Torgelow noch nicht zu hundert Prozent gelungen. Kein Wunder, denn Fests’ Idee von Fußball fordert Selbstvertrauen, was nach dem Stendaler Fehlstart freilich nicht im Überfluss vorhanden ist. „Ob das durch ein gutes Spiel jetzt besser geworden ist, kann ich nicht abschätzen“, so der Lok-Coach. Im morgigen Heimspiel fordert er von seiner Elf dennoch die nötige Portion Mut. „Ich versuche ihnen, Sicherheit mit auf den Weg zu geben. Wir dürfen keine Angst davor haben, Fehler zu machen“, sagt Fest, „das Ziel ist es, aus einer gesicherten Ordnung heraus, aktiv am Spiel teilzunehmen. Alles andere macht für mich auch gar keinen Sinn.“

Mit welchem Personal die Stendaler der Aufgabe Neustrelitz entgegentreten, ist einen Tag vor der Partie noch nicht final geklärt. Vieles deutet darauf hin, dass Fest der erfolgreichen Formation aus Torgelow auch gegen die TSG sein Vertrauen schenkt. Einzig hinter Stendals bestem Torschützen Martin Gödecke (drei Saisontore) steht nach einem Trainingsunfall noch ein kleines Fragezeichen. In Stein gemeißelt ist Loks Formation für die kommenden Wochen allerdings nicht. „Im Moment versucht sich jeder Spieler anzubieten“, schildert Fest seine Eindrücke aus dem Trainingsbetrieb. Der Konkurrenzkampf am „Hölzchen“ lebt also. Eine gute Basis, um die nächsten Schritte aus dem Abstiegssumpf zu gehen.

Von Tobias Haack

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare