Nach dem Fehlstart in der Fußball-Verbandsliga gibt sich der suchende 1. FC Lok Stendal gelassen

Kein Stürmer aber Besserung in Sicht

Richard Liebisch (rechts) ist mit Sicherheit kein neuer Stürmer. Der Lok-Linksverteidiger kam beim 0:2 gegen den VfB IMO Merseburg in der zweiten Halbzeit auf gewohnter Position zum Einsatz. Foto: Post

Stendal. Ein Mann, der 15 bis 20 Tore schießt, nicht viel kostet und sofort zu haben ist, müsste erst noch geschnitzt werden. Dahingehend geht es dem 1. FC Lok Stendal wie vielen ambitionierten Amateurvereinen. Suche: Viel Qualität für wenig Geld.

Ein Torjäger könnte Lok auf jeden Fall weiterhelfen, gerade in der derzeitigen Situation. Nach dem Fehlstart in der Fußball-Verbandsliga verlieren sie „Am Hölzchen“ in Stendal, aber nicht die Nerven. „Ruhe bewahren“, gibt Lok-Fußballabteilungsleiter Ralf Troeger als Devise vor.

Was er nicht sagen kann: Wir holen noch einen neuen Stürmer. Der täte den Stendalern gut, ist jedoch nicht zu haben. „Wir haben uns bemüht, aber die Bedingungen haben nicht gestimmt. Die Spieler, die uns weiterhelfen könnten, sind für uns nicht bezahlbar“, erklärt Troeger. Und Lok-Trainer Sven Körner fragt: „Was sollen wir einen Stürmer holen, der uns nicht sofort weiterhilft?“ Die Suche ist laut Troeger allerdings nicht gänzlich abgeschlossen: „Wir werden Augen und Ohren offen halten – mit klugem Kopf.“ Vielleicht gelingt ja immerhin eine Verpflichtung für das Mittelfeld.

Martin Gödecke, der sich am Freitag beim Landesligisten Saxonia Tangermünde abgemeldet hat und den Körner schon vorher für interessant befand, könnte ein Kandidat sein. „Martin ist natürlich ein interessanter Spieler“, sagt auch Troeger. Der 24-jährige spielte schon in der Jugend für Lok. Auch wenn Gödecke kommt und kein Angreifer, sieht der Fußballchef den Kader nicht (Sturm)untauglich „Wir haben eine ordentliche Qualität. Das Potenzial ist da, wir sind davon überzeugt“, merkt Troeger an.

Von Vereinsseite gibt es keinen Druck nach zwei Zu-Null-Niederlagen gegen den Burger BC (0:1) und VfB IMO Merseburg (0:2). „Der Vorstand vertraut der Truppe“, betont die Spitze der Fußball-Abteilung. Die jüngsten Ergebnisse stimmen ihn nicht nachdenklich. Nach dem schwachen Auftritt in Burg war gegen die Merseburger ein klare Leistungssteigerung zu sehen – nur die Tore fehlten, der alleinige Stürmer Benedikt Nellessen (vorigen Saison 16 Treffer) vergab die beste Chance per Kopfball an den Pfosten. Was blieb: Null Tore, null Punkte. „Natürlich ist das kein schöner Beginn“, weiß auch Troeger, „aber das sehe ich nicht so dramatisch.“ Schließlich seien „noch Reserven da“.

Wenn die auch noch wirken, könnte es besser werden in Stendal. Mit oder ohne neuem Stürmer.

Von Benjamin Post

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