Fußball-Verbandsligist 1. FC Lok Stendal wähnt sich aus Rhythmus vor Spiel gegen Fortuna Magdeburg

Kein richtiger Drahtseilakt

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Balanciert sich aus wie ein Artist auf dem Drahtseil: Martin Krüger. Lok und der Mittelfeldmann sind durch einen Spielausfall aus dem Rhythmus geraten.

Stendal. Als Seiltänzer sind die Fußballer des 1. FC Lok Stendal nicht bekannt. Zumindest gibt es keine Überlieferungen, dass ein Spieler oder Funktionär aus dem Kader des Verbandsligisten jemals seine artistischen Künste in der großen, weiten Zirkus-Welt offenbarte.

Und doch, die Stendaler Kicker haben etwas gemeinsam mit der Welt der Artisten. In diesen Tagen sprechen die Akteure vom „Hölzchen“ viel über den Rhythmus – den benötigen Seiltänzer bekanntlich auch. Vor dem Heimspiel am Sonntag um 14 Uhr gegen Aufsteiger Fortuna Magdeburg geht es darum, wie der Tabellenführer in der Spur ist – oder auch nicht.

„Wir sind durch den Ausfall am Wochenende etwas aus dem Rhythmus. Die Mannschaft hatte vier Tage frei, bis wir am Montag wieder ins Training eingestiegen sind“, erklärt Lok-Trainer Sven Körner. Nach der Regen-Absage von Halle-Ammendorf am vorigen Samstag weiß der Coach freilich nicht, wie seine Rasensportler im Wettkampf so drauf sind. Der Kapitän weiß es auch nicht. „Uns erwartet ein schwieriges Spiel gegen Fortuna, da wir durch die Spielabsage nicht im Rhythmus sind“, sagt Philipp Groß.

Nicht nur auf dem Feld müssen die Abläufe des dynamischen Lok-Spiels wieder funktionieren, die haben die Mannschaft in den ersten drei Partien so erfolgreich da stehen lassen. Nach drei Siegen aus drei Spielen schaut die Lok-Welt zwar gut und alles andere als wackelig aus. Doch Stendal muss sich auch aufgrund seiner personellen Situation „neu sortieren“, wie Körner anmerkt. In der Innenverteidigung fällt Marcel Werner aus privaten Gründen aus, neben Johannes Mahrhold ist ein Platz frei. Der vorher verletzte Steven Schubert, auch ein Kandidat für die Abwehrmitte, könnte diese Lücke sinnvoll schließen.

Wie das Lok-Spiel in der Offensive daherkommt, hängt davon, wie schnell das Körner-Team wieder in den Rhythmus findet – und wie sie die Magdeburger Hintermannschaft überlistet. „Wir müssen Lösungen im Spielaufbau, im Eins-gegen-Eins sowie dem Überzahlspiel finden, um die Magdeburger Abwehr zu knacken“, stellt der Übungsleiter heraus. Er erwartet den Aufsteiger defensiv, mit ihrer taktischen Disziplin haben sich die Magdeburger bisher ins Mittelmaß der Liga (1 Sieg, 1 Unentschieden, 1 Niederlage) beordert. Körner macht klar, dass es für seine Fußballer wichtig sein wird, „geduldig zu sein“. Kapitän Groß unterstreicht: „Wir müssen konzentriert und effektiv arbeiten, dürfen nicht zu sehr überdrehen.“ So wie ein Drahtseiltänzer, der seinen Rhythmus gefunden hat.

Von Benjamin Post

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