Fußball: KFV-Präsident Meinschien will trotz Kritik an der HKM als Pflichttermin festhalten

Kein Diskussionsbedarf

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Es sind Szenen, auf die viele Vereine gerne verzichten würden: Weiß-Blau Stendals David Werle (links) packt gegen Schinnes Tomasz Hampel die Grätsche aus – in der Halle ein Unding.

Stendal. Sind sie nun der so oft übertrieben euphemistisch beschriebene Budenzauber oder doch nur eine Veranstaltung mit erhöhtem Verletzungsrisiko aufgrund mangelnder technischer Klasse der Protagonisten? Die Hallenkreismeisterschaften sind bei den Vereinen der Kreis- und Kreisoberliga umstritten, aber vor allem sind sie eines: Ein Pflichtspieltermin.

Werner Meinschien

Nicht wenigen Klub-Verantwortlichen ist genau diese Verpflichtung ein Dorn im Auge. Sie plädieren für eine HKM, bei der die Teilnahme freiwilliger Natur ist. Beim KFV-Vereinsdialog am vergangenen Freitag (AZ berichtete) kam das Thema abermals auf den Tisch. „Wir sind in den letzten zwei Jahren zweimal mit einem Kreuzbandriss nach Hause gefahren und auch dieses Jahr war es bei unserem Vorrundenturnier wieder schlimm, wie die Mannschaften reingegangen sind“, beklagte sich Torsten Dirk, Trainer des Kreisligisten Blau-Weiß Gladigau. „Ich weiß von ganz vielen Vereinen, dass sie nur zu den Vorrunden fahren, weil sie müssen und keine Strafe zahlen wollen“, fuhr Dirk fort. Zudem beklagte er die nicht ausreichend definierten Hallenregeln, die von den Schiedsrichtern immer wieder unterschiedlich ausgelegt würden.

KFV-Präsident Werner Meinschien, der diese Kritikpunkte auch schon auf diversen Staffeltagen zu hören bekam, wiegelte ab. „Solange ich beim KFV etwas zu sagen habe, wird die Hallenkreismeisterschaft so weiter gespielt. Das ist eine Veranstaltung, die im ganzen Bundesland ihres gleichen sucht und eine echte Erfolgsgeschichte ist“, verwies das Verbandsoberhaupt auf die immer wieder gut besuchten Endrundenturniere. Vergleichbare Zuschauerzahlen gebe es schließlich in keinem anderen Landkreis. Das Argument Verletzungsrisiko ließ Meinschien ebenfalls nicht gelten: „Ihr könnt auch alle nach Goldbeck zur Sparkasse fahren oder macht eigene Hallenturniere. Da kommt es auf ein Turnier mehr oder weniger auch nicht an.“

Mehr Erfolg hatte Torsten Dirk mit seiner Kritik am undurchsichtigen Hallen-Regelwerk. Der Schiedsrichter-Ausschuss-Vorsitzende Michael Müller erkannte die Problematik und stellte spätestens zur neuen Saison Lösungen in Aussicht.

Von Tobias Haack

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