FUSSBALL – 2. LIGA: Marius Bülter über seine neue Position

„Kann mich anfreunden“

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Fokussiert und schnell: Marius Bülter ist unter Michael Oenning endgültig vom Stürmer zum Außenverteidiger avanciert. Den Offensivdrang hat er beibehalten.

Magdeburg – Sein Trainer sieht in ihm eine Allzweckwaffe. Zu Saisonbeginn war Marius Bülter als Stürmer zum 1. FC Magdeburg gekommen. Michael Oenning setzt das Allroundtalent als rechten Außenverteidiger ein. Eine Rolle, an die sich der 25-Jährige erst einmal gewöhnen musste.

Doch er freundet sich damit an. Beim 1:1-Remis am Sonntag gegen Holstein Kiel hatte Bülter den Siegtreffer auf dem Fuß. Doch sein Schuss in der 81. Minute ging Zentimeter am Tor vorbei.

„Ich habe fast alles richtig gemacht, nur der Schuss war ein bisschen zu weit links. Das ist mega ärgerlich, damit hätten wir wahrscheinlich das Spiel gewonnen“, war der tragische Held nach der Partie immer noch enttäuscht. Der studierte Maschinenbauer ist auch für den Spielaufbau beim FCM ungemein wichtig.

Er ist schnell, hat das Auge für den Pass und ist auch vor dem gegnerischen Tor eigentlich abgebrüht. Zweimal netzte er in dieser Zweitliga-Saison schon ein. „Ich habe schon damit gerechnet, dass ich ihn reinmache“, erinnerte er sich noch einmal an den Moment. „Was da in einem vorgeht, kann man gar nicht sagen. Ich ärgere mich über mich selbst.“ Doch auch wenn die verpasste Chance bitter war, so kann Bülter insgesamt doch stolz sein auf sich.

Noch in der zurückliegenden Saison hat der gebürtige Ibbenbürener beim SV Rödinghausen gekickt. Der direkte Durchmarsch von der Regional- in die 2. Bundesliga war schon ein Erfolg. Unter dem neuen Coach Oenning zum Stammspieler zu avancieren, damit hätte Marius Bülter zu Saisonbeginn noch nicht rechnen können. Zwar bekam er auch unter Jens Härtel seine Einsatzzeiten. Seinerzeit noch auf seiner Position: im Sturm. Doch erst Oenning holte ihn in die Startelf. Als Außenverteidiger.

„Ich kann mich mit der Position hinten rechts anfreunden. Das hat jetzt auch zweimal ganz gut geklappt gegen Aue und heute“, fasst Bülter zusammen. Weiß aber auch: „Sicherlich brauche ich noch ein paar Spiele, hab hier und da noch mal einen Stellungsfehler, wo ich hätte mehr einrücken müssen. Aber das wird mit der Zeit kommen.“ Wohler fühlt sich der Spieler mit der Rückennummer 26 aber immer noch im Angriff. Weiter vorn hat er auch nach der Umstellung in Hälfte zwei gegen Holstein Kiel agiert. Wenig später hatte er die Großchance. Spaß habe es ihm natürlich gemacht, weil er dort auch öfter die Möglichkeiten habe, aufs Tor zu schießen. Doch bei all den Lorbeeren, die er erhält, bleibt Bülter bescheiden. „Wenn der Trainer mich dort aufstellt, spiele ich dort.“

Aus der Kiel-Partie können er und seine Teamkollegen viel mitnehmen. „Wir haben gesehen, dass wir gegen Top-Teams mithalten können. Wir hätten auch gegen Kiel gewinnen können.“ Doch es gebe immer noch Phasen, in denen der FCM ins Schwimmen gerate. Hier gelte es, abgeklärter zu werden. „Wir brauchen manchmal noch mehr Ruhe am Ball“, sagt Marius Bülter. Möglichst schon am kommenden Sonntag. Dann geht es bei der Arminia aus Bielefeld erneut um drei wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Zwar steht der Club noch auf einem Nichtabstiegsplatz, liegt aber nur zwei Punkte vor den drei Teams hinter ihm.

VON SABINE LINDENAU

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