3. Fußball-Bundesliga: 1. FC Magdeburg siegt beim Traumeinstand von Sebastian Ernst in Halle 2:1

Er kam, sah und traf

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So spielte der Matchwinner: Sebastian Ernst (rechts) lief nicht nur am Hallenser Dominic Rau vorbei, sondern hatte auch vor dem Tor den richtigen Weg eingeschlagen.

Halle. Als Sebastian Ernst in der 82. Minute vom Platz ging, gab es Applaus von den Fans des 1. FC Magdeburg. Es ist ziemlich gewöhnlich, dass sich die treuen FCM-Anhänger bei ihren Spielern für ihre Arbeit bedanken.

Doch der 20-Jährige hatte sich den Beifall redlich verdient. Ernst war beim 2:1 (1:1)-Sieg im Sachsen-Anhalt-Derby der 3. Fußball-Liga gestern Nachmittag der spielentscheidende Mann. Und das bei seinem Pflichtspiel-Debüt.

Ernst wechselte bekanntlich erst in der Winterpause vom Regionalligisten Hannover 96 II nach Magdeburg. Seinen ersten Auftritt bewertete sein Trainer Jens Härtel als „sensationell“. Klar, der junge Mann hatte die zwei siegbringenden Tore erzielt, und das auch noch mit links. „Unvorstellbar“, wunderte sich Ernst fast schon über seinen Start. Der Linksfuß war gnadenlos effizient vor dem Tor – das trifft eben auch für die Magdeburger gestern zu. In einem rassigen Derby hatten die Hallenser zwar die wenigen, besseren Chancen, doch als Ernst vor dem Tor auftauchte, war der Ball drin.

„Wir haben ihn nicht umsonst geholt“, lobte Härtel seinen erfolgreichen Debütanten. Mit der erstbesten Möglichkeit spielte sich Mittelfeldmann Ernst gleich in den Mittelpunkt. Nach fünf Minuten netzte Ernst mit links zum ersten Mal ein. Spätestens nach dem Siegtreffer war klar: Die Nummer 25 ist sofort eingeschlagen. Mit seinen Toren zum Sieg untermauerte der FCM seinen vierten Tabellenplatz – und fuhr so nebenbei den zweiten 2:1-Erfolg in dem prestigeträchtigen Duell ein.

Doch auch wenn Ernst sich nach seinem gelungenen ersten Einsatz wunderte, hob er nicht ab. „Natürlich freut man sich, wenn man so weit oben steht“, merkte Ernst zu Platz vier an. Ernst strahlte und Härtel war froh. Der Coach fühlte sich nach der Partie „sehr, sehr gut“. Sein Team ist gegen einen drängenden HFC mit dem bedeutungslosen 1:1-Gegentor von Toni Lindenhahn vom Feld gegangen. Magdeburg verteidigte gut, die Mittelfeldspieler unterstützten die Defensive. In der Offensive brannten die Magdeburger aber kein Feuerwehr ab, Torjäger Christian Beck etwa blieb blass. Auffällig war der belebende Ernst. „Den hatten wir schon länger auf dem Schirm“, offenbarte sein Übungsleiter. Der Neue spielte erst eine „gute Vorbereitung“ und trat nun eindrucksvoll in Erscheinung. Dass er nach dem Spiel noch etwas auf die (wärmende) Mütze bekam, war von seinen Mitspielern freilich als Lob gemeint.

• Tore: 1:0 Sebastian Ernst (5.), 1:1 Toni Lindenhahn (31.), 2:1 Sebastian Ernst (68.). Schiedsrichter: Brand (Bamberg). Zuschauer: 12503.

• 1. FC Magdeburg: Glinker - Niemeyer, Puttkammer, Handke, Butzen, Sowislo, Brandt, Löhmannsröben, Ernst (82 Hebisch), Chahed (87. Bankert), Beck (90+1 Fuchs).

Fotos vom Spiel

Sachsen-Anhalt-Derby: Hallescher FC gegen FC Magdeburg

Von Benjamin Post

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