FUSSBALL Liestener Ersatztorwart wird zum großen Rückhalt im Finale

Jonathan Gehrke „eine gute 1b“

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Die beiden Torhüter Jonathan Gehrke (l.) und Dawid Mateusz Szczerbik freuen sich über den dritten Kreispokalsieg des SV Liesten in Folge.

Arendsee – „Das ist dein Pokal“, rief Timm Müller seinem Torwart Jonathan Gehrke zu, der nach dem knappen 2:1-Finalsieg des SV Liesten im Fußball-Kreispokal gegen Eintracht Salzwedel mit der Sonne um die Wette strahlte und den Erfolg ausgelassen mit seinem Team feierte.

Bis zur vergangenen Saison war Jonathan Gehrke noch Torhüter bei der Eintracht.

Dort hatte er 2003 in der F-Jugend als rechter Verteidiger begonnen und auch auf anderen Positionen im Feld gespielt. Als C-Jugendlicher fand der inzwischen fast 22-Jährige unter den beiden Trainern Enrico Stolz und Detlef Gille den Weg zwischen die Pfosten. 2015 gab Gehrke dann sein Debüt in der 2. Männer-Mannschaft, zwei Jahre später rückte er in die erste Vertretung vor.

Im Sommer des Vorjahres wechselte Jonathan Gehrke dann zum Ligarivalen SV Liesten. „Ich habe mich mit den Jungs dort privat gut verstanden, sie fragten mich immer wieder, ob ich nicht wechseln möchte. Da habe ich mir mehr und mehr Gedanken gemacht. Vor einem Jahr haben mich die SVL-Verantwortlichen wieder angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte zu wechseln. Das hat mich schon sehr gereizt, auch wenn mir klar war, dass es bei der Eintracht bestimmt nicht alle gut finden werden.“

Im Nachhinein bereut Jonathan Gehrke diesen Wechsel kein Stück. „Auch wenn ich in Liesten weniger gespielt habe, glaube ich, dass ich mich in dieser Saison unheimlich verbessert habe.“ Sechsmal durfte er als Keeper in der Landesklasse als Ersatz für Stammkeeper Dawid Mateusz Szczerbik ran. Trainer Michael Piotrowski setzte im Kreispokal jedoch ausschließlich auf seinen zweiten Torhüter, der das ihm entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigte.

Beim knappen 2:1- Sieg gegen Wacker Lindstedt verhinderte Gehrke ein vorzeitiges Ausscheiden, im Finale gehörte er dann zu den Matchwinnern. Mit drei starken Paraden verhinderte Jonathan Gehrke beim Stand von 1:1 einen Rückstand, nach dem Führungstreffer von Henning Schröder zog der SVL-Keeper in der Schlussphase die Bälle magisch an und hielt den Sieg fest. Zu den ersten Gratulanten gehörte Stammkeeper Szczerbik, den Jonathan Gehrke schätzt. „Er ist der beste Torwart der Landesklasse. Im Training pushen wir uns gegenseitig, ich kann von ihm viel lernen.“

Der Pokalsieg ist für den jungen Torhüter ein versöhnliches Ende einer nicht einfachen Saison, in der die Liestener in der Hinrunde zahlreiche Nackenschläge hinnehmen mussten. „Mir hat diese Saison gezeigt, dass Spaß und Zusammenhalt das Wichtigste im Sport sind. Genau das hat sich für uns in der Rückrunde ausgezahlt“, erklärt Jonathan Gehrke, der das gute familiäre Klima in Liesten nicht missen will.

Trainer Michael Piotrowski, der sich als ehemaliger Torhüter gut in die Lage einer Nummer zwei hineinversetzen kann, freute sich über die Leistung seines Keepers im Endspiel. „Jonathan war vor dem Spiel sehr aufgeregt. Seine Nervosität legte sich dann aber schnell und er hat mehrere entscheidende Bälle rausgeholt“, lobte der Coach, der sich darüber freut, dass er zwei gute Torhüter im Kader hat. „Hinter einer starken Nummer 1 ist Jonathan eine gute 1b.“

Das Lob vom Trainer dürfte Jonathan Gehrke, der sich an Vorbildern wie Oliver Kahn, Jan Oblak und Marc-André ter Stegen orientiert, freuen. Nach dem Pokalsieg konnte der Salzwedeler seinen bislang größten persönlichen Erfolg in vollen Zügen genießen. Weitere Erfolge für ihn und den SV Liesten sollen folgen. „Ich möchte mich weiter verbessern, um auch etwas mehr Spiele zu bekommen. Aufgrund unserer starken Rückrunde halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass wir tabellarisch noch besser abschneiden können als in dieser Saison. Vielleicht können wir sogar ganz nach oben schielen.“

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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