„Johnny“ vor Sprung in die deutsche Nationalelf

John-Pierre Friedrichs besuchte kürzlich einen Lehrgang der ID-Nationalmannschaft in Berlin. Foto: Sensenschmidt

Salzwedel. Er geht für die C-Jugend des SV Eintracht Salzwedel in der Fußball-Verbandsliga auf Punktejagd und sorgte mit seinen Toren kürzlich dafür, dass die Mannschaft des BSV Salzwedel Hallen-Landesmeister für Fußballer mit intellektueller Beeinträchtigung (ID) wurde.

Gemeint ist John-Pierre Friedrich, der vor zwei Wochen erstmals zu einem Lehrgang der ID-Nationalmannschaft nach Berlin eingeladen wurde.

„John-Pierre hat mich überzeugt. Er ist ein Perspektivspieler für die EM 2012 in Polen und die WM 2014 in Brasilien“, zeigte sich Bundestrainer Jörg Dittwar vom Auftreten des Altmärkers sehr angetan. John-Pierre Friedrichs könnte nach Ronny Kasper (WM-Dritter 2006) der zweite Spieler des BSV Salzwedel werden, der sich das Nationaltrikot überstreifen darf. „Ich bedanke mich bei Landestrainer Steffen Winkelmann, dass er mir John-Pierre empfohlen hat. Ich bin immer auf der Suche nach jungen Spielern, doch viele Landestrainer behalten ihre Erkenntnisse lieber für sich“, so Dittwar, der einst für den 1. FC Nürnberg 150 Bundesliga-Spiele bestritten hat und dabei zwölf Tore erzielte.

Der Bundestrainer will den Salzwedeler in seinem Können weiter voranbringen. „John-Pierre ist sehr laufstark, doch in seiner Spielweise noch etwas wild. Er hat aber erst 20 Prozent seines Leistungsvermögens ausgeschöpft“, sieht Jörg Dittwar noch viel unerschlossenes Potential.

„Ich muss meine Schusstechnik und mein Pass-Spiel verbessern“, weiß der 15-Jährige seit dem Lehrgang mit der Nationalelf, für die der Eintracht-/BSV-Akteur künftig unbedingt spielen will. „Ich wurde sehr gut aufgenommen und habe mich mit allen gut verstanden. Ich möchte künftig für unsere Nationalmannschaft spielen“, hofft der schnelle Offensivspieler auf weitere Einladungen.

Und die wird es geben. „Im Herbst finden die nächsten Lehrgänge statt. Da lade ich John-Pierre wieder ein. Wenn es meine Zeit zulässt, möchte ich mir auch ein Spiel von ihm in der Verbandsliga anschauen, auch um die Zusammenarbeit mit seinen Heimtrainern zu aktivieren“, schaut Jörg Dittwar in die Zukunft.

Apropos Zukunft: Eine solche hat auch Ronny Kasper beim Bundestrainer. „Wenn er sich in den Dienst der Mannschaft stellt, die notwendige Disziplin aufgebracht wird, dann ist er für mich ein Thema. Er könnte unsere Abwehr organisieren“, so Dittwar zum möglichen Comeback Kaspers.

Von Renee Sensenschmidt

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