HANDBALL HV: Lok Stendals Trainer Frank Ziekau über den Klassenerhalt

„Jetzt lassen wir das sacken“

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Schwere Saison erfolgreich beendet: HV Lok Stendals Trainergespann aus Frank Ziekau (l.) und Jörg Schulze kämpfte sich aus eigener Kraft zum Klassenverbleib. 

Stendal – Der HV Lok Stendal hat in der Handball-Verbandsliga eine nervenaufreibende Spielzeit hinter sich gebracht. Von Personalsorgen über sieglose Serien bis hin zum Comeback und den abschließenden Feierlichkeiten des gesicherten Klassenerhalts war vieles dabei.

Stendals Trainer Frank Ziekau wirkte am Sonnabend nach dem gewonnenen Abstiegs-Showdown gegen den Güsener HC in heimischer Halle irgendwie zwischen glücklich und total geschafft. Mit der Altmark-Zeitung blickt Ziekau auf die Happy-End-Saison des HV Lok Stendal zurück.

„Ich konnte jetzt drei Wochen nicht richtig schlafen. Erst mal werde ich mich ausschlafen, denke ich mal. Das zerrt schon an den Nerven.“ Frank Ziekau machte nach dem finalen Schlusspfiff der Verbandsliga-Saison 2018/2019 kein Geheimnis daraus, dass die sportliche Situation nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Der Kampf im Tabellenkeller war sehr belastend. Nach dem erreichten Klassenerhalt waren aber der HV Lok-Trainer und seine Schützlinge sichtlich erleichtert.

„Durch den Sieg sind wir Achter geblieben und kommen nicht in die Bedrängnis mit den ganzen Abstiegsregularien“, so Ziekau. Die Verbandsliga-Zugehörigkeit nach der Sommerpause kann dem Stendaler Handballverein keiner mehr nehmen. Der Weg dahin war aber lang. Und steinig. Ziekau weiß genau, warum der HV Lok speziell in der Hinrunde von Woche zu Woche immer tiefer in den Tabellenkeller gezogen wurde. „Die Faktoren waren einfach, dass wir in der ersten Halbserie nur mit acht Mann gespielt haben.“ Und so standen nach den ersten sechs Spielen ein Sieg und fünf Pleiten zu Buche. Der Blick ging nach unten.

Unersetzbar: Tom Schumann (Mitte). 

Auch, weil neben den vielen Verletzten unter anderem Tom Schumann und Tim Krähe wochenlang fehlten. „Das sind zwei Spieler, die kann man bei uns nicht ersetzen.“ Dezimiert konnten die Altmärker nicht richtig zurückschlagen. Es folgten Serien ohne Siege. Als wären Ziekau und Co. nicht genug gestraft gewesen, gab es gegen die SG Seehausen eine schmerzhafte Derby-Pleite.

Fehlte seinem Team wochenlang: Tim Krähe (l.).

Die Wende begann dann mit der zweiten Saisonhälfte, weil sich der Kader nach und nach füllte. „Als wir alle an Deck waren, haben wir zu Hause alles weggehauen. Mit Haldensleben angefangen, Seehausen und da hat man gesehen, dass man kann, wenn alle da sind.“ Stendal punktete. Verbesserte zum Ende immer mehr seine Position im Abstiegskampf. Und hatte es dann verdienterweise bis zum letzten Spieltag selbst in der Hand. Doch bis zum vergangenen Sonnabend gegen den Güsener HC hätte wohl alles passieren können. Zumal Stendal zuvor einige spielfreie Wochen hatte. Ausgerechnet vor dem Endspiel. „Nur mit Training mussten wir die Jungs in Gange halten. Und dann wollte ich ein Trainingsspiel organisieren“, erklärte Ziekau. Aber: „Es wollte keiner.“

Der Handball-Coach ging mit gemischten Gefühlen in das letzte Heimspiel. „Weil du weißt nicht, wie sie drauf sind an so einem Tag.“ Seine Spieler waren aber gut drauf. So gut, dass es aus eigener Kraft gegen Güsen zum Klassenerhalt reichte. „Jetzt lassen wir das erst mal sacken.“ Ziekau kann durchatmen und bleibt mit dem HV Lok in der Verbandsliga.

VON PATRICK NOWAK

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