1. FC Lok Stendal nach Top-Spiel der Fußball-Verbandsliga gegen Dessau neuer Tabellenführer

Jeder kann es richten

Obenauf: Lukas Breda (links) und der 1. FC Lok Stendal setzen sich knapp durch gegen Dessau um Christoph Römling und stehen an der Spitze. Foto: Post

Stendal. In den Top-Spielen mit der besten Mannschaft anzutreten, ist eigentlich der Wunsch jeden Trainers. Auch Sven Körner hätte gerne mal alle Spieler in seinem Kader, besonders, wenn wie gestern Nachmittag, schon die vierte wichtige Partie in Folge auf dem Programm stand.

In den drei Spielen zuvor blieb Lok um seinen Baumeister Körner ungeschlagen, wie in der Verbandsliga ohnehin. Der SV Dessau stellte sich als ernstzunehmender Gegner in Stendal vor, doch die Fußballer um Körner ließen auch den SVD nicht gewähren und sind neuer Tabellenführer.

„Das war eine kämpferischen geschlossenen Mannschaftsleistung auf allen Positionen“, lobte Körner seine Mannschaft. Geschlossen kann es jede Mannschaft richten. Der Coach brachte im Vergleich zum Remis in Haldensleben (2:2) drei neue Spieler in die Startelf. Benedikt Nellessen ist einer, der ohnehin immer eingeplant ist bei den Stendalern und er war es auch, der das erste Tore erzielte. Nach einer mustergültigen Flanke köpfte der unbedrängte Nellessen den Ball platziert zur Führung ein. Sah locker aus, doch so locker ging es bis zum Lok-1:0 nicht zu am ersten Advent im „Hölzchen“. Sieben Sekunden nach dem Ballgewinn (laut Körner), ein Wert wie Bundesliga-Spitzenreiter Rasenballsport Leipzig. „So was trainieren wir“, freute sich Körner.

Bis Nellessens Ball ins Glück dauerte die Partie schließlich schon eine knappe halbe Stunde lang an. In dem Stendaler Stadion war es für die Gastgeber nicht so einfach, zum Erfolg zu kommen. Die beste Abwehr der Liga zu überwinden bedarf Einsatz und Präzision, zumindest der erste Punkt stimmte von Beginn an. „Wir wollen heute einen Eisberg verschieben – dazu muss aber ein Element in das andere greifen“, sagte Übungsleiter Körner vor dem Spiel zu seinem Team.

Doch auch der Dessauer Eisberg, der Loks Ballverluste zu Gegenangriffen ausnutzte, versprühte von Anfang an Gefahr. Insofern war Nellessens Tor das erste Zeichen, in welche Richtung es laufen könnte. Stendals Torwart Bryan Giebichenstein vereitelte die beste Chance der Gäste, ein Abschluss von Martin Sitte, im Gegensatz zu seinem Pendant Marius Kansy bei Nellessens 1:0. Nach einer intensiven ersten Halbzeit flachte die Partie im szenenarmen Durchgang zwei ab. SVD-Trainer Marcus Jeckel hatte trotz der Niederlage nichts am Auftritt seiner Mannschaft auszusetzen. „Wie haben eine Top-Leistung abgeliefert“, befand Jeckel.

Doch Lok war eben das eine Tor besser. „Stendal hat es super gemacht“, lobte der Dessauer Coach. Dass die Stendaler aber auch in Durchgang zwei im Spitzenspiel schadlos blieben, unterstreicht die gute Leistung von Körners neuer Startelf. Es müssen nicht immer alle vermeintlich eingeplanten Spieler im Aufgebot stehen. Bei Lok kann es jeder richten. Bleibt nur abzuwarten, was passiert, wenn mal alle Spieler fit sind.

• Tore: 1:0 Benedikt Nellessen (27.). Schiedsrichter: Heyer (Halberstadt). Zuschauer: 341. Bes.Vork.: 85. Rote Karte für Benjamin Girke (Dessau), 87. Dessaus Trainer Marcus Jeckel muss auf die Tribüne.

Von Benjamin Post

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